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Startseite4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014Die schwierige Zusammenführung von Ost und West01.10.2014

DLF-SportkonferenzDie schwierige Zusammenführung von Ost und West

Mit dem Fall der Mauer prophezeiten nicht wenige dem gesamtdeutschen Sport goldene Zeiten - doch es kam anders. Ferdinand Kösters, damals Referatsleiter im Bundesinnenministerium, sieht schwere Versäumnisse im Zuge der Einheit. Ebenso Cordula Schubert, Sportministerin im letzten DDR-Kabinett.

Von Matthias Friebe

Cordula Schubert, letzte Sportministerin der DDR (DLF / Jessica Sturmberg)
Cordula Schubert, letzte Sportministerin der DDR (DLF / Jessica Sturmberg)
Weiterführende Information

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(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

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Transformationsprozess 1989/90 - Zusammenführung der Systeme
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

"Ich bin der Meinung, wenn man Erfolg im Sport hatte, dann hätte man, wenn es zu einer Vereinigung kommt, die Strukturen, die vorhanden waren, so sichern müssen, dass ein gewisses Level, ein bestimmtes Niveau des Erfolgs erhalten geblieben wäre und das hat man versäumt."

Versäumnisse im Einigungsvertrag macht Ferdinand Kösters dafür verantwortlich, dass nach der Wiedervereinigung die viel geäußerte Prophezeiung sich nicht erfüllt hat, der deutsche Sport werde höchst erfolgreich sein. Kösters war zu der Zeit Referatsleiter im Bundesinnenministerium. In Artikel 39 des deutsch-deutschen Einigungsvertrags findet sich wenig über den Sport.

"Was im Einigungsvertrag besonders herausgestellt worden war, waren – wir haben das immer so bezeichnet – diese drei Giftküchen, diese Institute aus der DDR, die Stasi- und Dopingverseucht waren, das darf man ja heute so sagen."

"Medaillen in den Augen"

Bei diesen drei Instituten handelte es sich um das Dopingkontrolllabor in Kreischa, um das FES in Berlin, in dem Sportgeräte entwickelt wurden und um das Forschungsinstitut für Körperkult und Sport (FKS) in Leipzig. Das Festhalten an den Instituten lässt sich auch ganz einfach begründen, ergänzt Cordula Schubert - sie war im letzten DDR-Kabinett von Lothar de Maiziere Sportministerin: "Dass nämlich die bundesdeutschen Funktionäre die Medaillen in den Augen hatten und natürlich hofften, dass es dabei bliebe."

Ferdinand Kösters, ehemaliger Referatsleiter im Bundesinnenministerium (DLF / Jessica Sturmberg)Ferdinand Kösters, ehemaliger Referatsleiter im Bundesinnenministerium (DLF / Jessica Sturmberg)Was aber nur noch für die ersten Olympischen Sommerspiele nach der Einheit, 1992 in Barcelona, galt. Die DDR-Sportministerin berichtet von den Verhandlungen zwischen ihrem Ministerium und dem Innenministerium in Bonn, die zum Teil schwierig verliefen. Zu groß waren die Systemunterschiede: "Ich glaube schon, dass es Leute gab, die wussten, wie die Realität aussah. Ein großer Teil, der Leute, die Verantwortung trugen, wusste aber nicht, wie die Realität aussah."

"Hier im Westen gab es auch Fälle von Doping"

Dabei ging es unter anderem um Fragen der Autonomie des Sports von der Politik, auch natürlich spielte auch das Thema Doping eine Rolle. Ferdinand Kösters aus dem bundesdeutschen Innenministerium sagt, es sei ihm immer klar gewesen, dass in der DDR gedopt wurde, wenn er auch nicht von einer flächendeckenden Anordnung durch den Staat ausging. Er meint dazu:

"Leider ist das hier alles irgendwie negiert worden. Vielleicht hatte man Angst, dass das auf einen selber zurückkommt. Denn hier im Westen gab es ja auch Fälle von Doping. Das war zwar nicht flächendeckend angeordnet, aber es gab eben Leute, die von sich aus zu diesen Mitteln gegriffen haben, um mithalten zu können."

Schubert sieht Licht und Schatten

25 Jahre ist der Fall der Mauer nun her. Der Sport sei seitdem kein Musterbeispiel für eine besonders gelungene Einheit, aber auch nicht das Gegenteil, bilanziert Cordula Schubert, die letzte DDR-Sportministerin, die heute im sächsischen Sozialministerium arbeitet. Sie sieht Licht und Schatten.

"25 Jahre nach der Vereinigung muss man sicher auch akzeptieren, dass es auch Gräben und Unterschiede zwischen Schleswig-Holstein und Bayern gibt. Ein Ost-West-Graben, glaub ich, ist es nicht."

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