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Startseitedocumenta-echoDer Klang des Bösen05.08.2017

documenta-echo: Ali Moraly & Ross BirrellDer Klang des Bösen

"Ich war sofort ergriffen", sagt der aus Syrien geflohene Geiger Ali Moraly mit Blick auf die "Todesfuge" von Paul Celan. Von dem Gedicht inspiriert, komponierte er für die documenta 14 eine Fuge - ein Musikstück, das die universelle menschliche Erfahrung von Leid und Grausamkeit thematisiert.

Von Isabelle Klein

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Der syrische Geiger Ali Moraly spielt spielt ein Solo vor Publikum. (Deutschlandradio / Joanne Moar)
Der syrische Geiger Ali Moraly spielt seine für die documenta 14 komponierte Fuge. (Deutschlandradio / Joanne Moar)
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Der Musiker Ali Moraly stammt aus Damaskus und kam vor ein paar Jahren als Flüchtling nach Deutschland. Er studierte Geige in Karlsruhe, wo er einer von vielen ausländischen Studenten an der Musikhochschule war. Für die documenta 14 arbeitete Moraly mit dem schottischen Konzeptkünstler Ross Birrell zusammen.

Birrell hat für die documenta 14 auch die Arbeit "Hermes" realisiert sowie das musikalische Programm "Symphony of Sorrowful Songs" - gemeinsam mit seinem schottischen Künstlerkollegen David Harding und dem Syrian Expat Philharmonic Orchestra. Im Rahmen dieses Konzertprogramms in der Athener Konzerthalle Megaron wurde auch Moralys und Birrells "Fugue" uraufgefürt.

"Fugue"

Die von Birrell und Moraly komponierte Fuge ist inspiriert vom Gedicht "Todesfuge", das Paul Celan 1948 verfasste und das mit lyrischen Mitteln den Holocaust thematisiert. Moraly interpretiert das Gedicht als Symbol für die "universelle menschliche Erfahrung von Leiden, Grausamkeit und dem Bösen" und stellt Bezüge zum Krieg in seiner Heimat Syrien her. 

Notenblätter der Komposition "The Fugue"  liegen auf einem Notenständer.Die von Ali Moraly und Ross Birrell komponierte Fuge ist an Paul Celans Gedicht "Todesfuge" angelehnt.

Ali Moraly & Ross Birell: "Fugue" (2017), documenta 14, Athen und Kassel 

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