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Startseitedocumenta-echoBlut, Schweiß und Tränen06.07.2017

documenta-echo: Antonio Vega MacotelaBlut, Schweiß und Tränen

Sind Wertsteigerung und Gewinn notwendigerweise mit Ausbeutung verbunden? Der Künstler Antonio Vega Macotela stellt diese Frage auf der documenta 14 - und hat dafür in Kassel eine riesige hölzerne "Blutmühle" errichtet.

Von Peter Backof

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Der Aufbau des documenta-Kunstwerkes "Mühle des Blutes" vom mexikanischen Künstler Antonio Vega Macotela ist am 22.05.2017 vor der Orangerie im Auepark in Kassel (Hessen) zu sehen. Die documenta 14 in Kassel geht vom 10.06.2017 bis zum 17.09.2017.  (Swen Pförtner / dpa)
Die riesige "Blutmühle" soll unter Ächzen und Knarren kostbares Elixier destillieren - und stellt dabei das Verhalten des "homo oeconomicus" in Frage. (Swen Pförtner / dpa)
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Antonio Vega Macotela, geboren 1979, lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt. In seinen skulpturalen Werken beschäftigt er sich mit den fundamentalen Begriffen Arbeit, Zeit und Wert. So saß er einige Zeit im Gefängnis Santa Martha Acatitla in der mexikanischen Hauptstadt ab - als Akt der Solidarität mit den Inhaftierten, als könne er damit ihre Strafe verkürzen. Oder er konservierte menschlichen Schweiß als reliquienhafte Substanz, die für Hingabe und den Wert von Arbeit steht.

"The Mill of Blood"

Auf der documenta 14 errichtete Vega Macotela eine hölzerne "Blutmühle", in der unter dem Ächzen und Knarren des Gebälks kostbares Elixier herausdestilliert werden soll. Eine Prozedur, die an archaische Opferrituale erinnert und die im weiteren, übertragenen Sinn auch ein betriebswirtschaftliches Modell ist. Erst dadurch, dass eine Arbeit unter Blut, Schweiß und Tränen verrichtet wird, erhält sie ihren entscheidenden Wert. Aber ist das Produkt, ist der so erzeugte Gewinn immer auch notwendigerweise mit Ausbeutung verbunden?

Antonio Vega Macotela: "The Mill of Blood" (2017), documenta 14, Westpavillon (Orangerie), Kassel

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