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Startseitedocumenta-echoBalanceakt mit Spiegel11.07.2017

documenta-echo: Hiwa KBalanceakt mit Spiegel

Für die documenta 14 ist Hiwa K unter die Akrobaten gegangen: In seinem Film "Pre-Image" balanciert der Künstler einen Spiegelstab auf der Nase. Entstanden ist ein filmischer Essay über die Wirklichkeit - ein modernes Höhlengleichnis.

Von Peter Backof

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In einer Galerie ist auf einem Flachbildschirm verschwommen ein Mann zu erkennen. Vor dem Bildschirm ist ein Tisch aufgebaut, auf dem vier Kopfhörer bereit liegen. (Documenta 14 / Mathias Voelzke)
Wie findet man zu besserer Orientierung und Erkenntnis? Das fragt der in Berlin lebende Künstler Hiwa K in seiner documenta-Arbeit "Pre-Image". (Documenta 14 / Mathias Voelzke)
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Hiwa K wurde 1975 im kurdischen Nordteil des Irak geboren und lebt heute in Berlin. Er ist Gitarrist und Künstler und beschäftigt sich unter anderem mit der Mechanik von Kunst: Was sind die physikalischen Voraussetzungen dafür, dass überhaupt Kunst entsteht?

Der Bau einer klassischen Gitarre ist ein ganz praktisches Beispiel oder auch die Konstruktion aus Motorradspiegeln, die Hiwa K für das documenta 14-Video "Pre-Image (Blind as the Mother Tongue)" baute und auf seiner Nase balancierte.

"Pre-Image (Blind as the Mother Tongue)"

Der Film zeigt Hiwa K, wie er sich mit seinem "Spiegelstab" auf der Nase durch die Landschaft bewegt. Anhand der Bilder, die er in der Spiegelkonstruktion sieht, macht er sich ein Bild von der Wirklichkeit. Die Bilder liefern eine vermeintlich objektive Draufsicht - andererseits ist das Ganze aber eine ziemlich wacklige Angelegenheit und verhilft nicht unbedingt zu besserer Orientierung oder einem besseren Verständnis der Welt.

Was ist Wirklichkeit? Diese Frage, die schon in Platons Höhlengleichnis verhandelt wurde, ist auch für den Künstler Hiwa K von existenzieller Bedeutung.

Hiwa K: "Pre-Image (Blind as the Mother Tongue)" (2017), documenta 14, Athener Konservatorium (Odeion), Athen

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