• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 09:35 Uhr Tag für Tag
Startseitedocumenta-echoDas Konzert als archaisches Ritual22.07.2017

documenta-echo: Jani ChristouDas Konzert als archaisches Ritual

Internationale Festivals buhlten um die Uraufführung seiner Werke: Der Grieche Jani Christou zählte in den 1960er Jahren zu den überraschendsten und provokantesten Komponisten weltweit. Im Idealfall, so wünschte es sich Christou, sollte ein Konzert einem archaischen Ritual gleichen.

Von Ulrich Biermann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Aufnahme des Deckblattes der Partitur "Epicycle ". (documenta 14 / Nils Klinger)
Die documenta 14 zeigt die von Cristou in den 1960er Jahren entstandene Arbeit "Epicycle" - in Form von Konzerten, Audioaufnahmen, Arbeitsordnern und Fotografien. (documenta 14 / Nils Klinger)
Mehr zum Thema

Alle documenta-echos

Jani Christou, geboren 1926 in Ägypten als Sohn eines griechischen Industriellen, studierte bei den Philosophen Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein und ließ sich in Zürich von dem Psychater C.G. Jung ausbilden. In den 1960er Jahren zählte er zu den überraschendsten und provokantesten Komponisten weltweit, internationale Festivals buhlten um die Uraufführung seiner Werke.

Sein größtes Werk, die Oper "Orestia", basierend auf Texten von Aischylos, die 1970 beim renommierten English Bach Festival uraufgeführt werden sollte, blieb unvollendet. Mit nur 44 Jahren starb Jani Christou im Januar 1970 bei einem Verkehrsunfall.

Weit entfernt vom bürgerlichen Musikverständnis

So breit gefächert wie seine Studien waren auch Christous Konzepte und Kompositionen, die sich weit vom klassisch-bürgerlichen Musikverständnis entfernten. Im Idealfall, so wünschte es sich Christou, sollte ein Konzert einem archaischen Ritual gleichen - eine Äusserung menschlichen Schaffens, die sich jenseits der klassischen Konzepte von Kunst und Gestaltung bewegt.

Während die documenta 14 in Athen späte Werke von Christou aufführte, werden in Kassel Partituren, Skizzen, Arbeitsdossiers und Archivmaterialien gezeigt.

Jani Christou: verschiedene Werke, documenta 14,  Athener Konservatorium (Odeion), Athen, Megaron, Die Athener Konzerthalle, Athen und documenta Halle, Kassel

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk