Sonntag, 17.12.2017
Startseitedocumenta-echoGegen das Vergessen28.07.2017

documenta-echo: Mary ZygouriGegen das Vergessen

"Die Geschichte lebt in der Gegenwart", sagt ein Bewohner des Athener Vororts Kokkinia. Hier hatten 1944 deutsche Soldaten griechische Widerständler ermordet. Für die documenta 14 hat die Künstlerin Mary Zygouri mit den Bewohnern des Ortes über das Erinnern gesprochen.

Von Berit Hempel

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
documenta-echo (Deutschlandradio)
Die Künstlerin Mary Zygouri beschäftigte sich für die documenta 14 mit der Ermordung griechischer Widerständler durch die Nationalsozialisten. (Deutschlandradio)
Mehr zum Thema

Alle documenta-echos

Mary Zygouri, geboren 1976 in Athen, lebt und arbeitet in Griechenland und Italien. In ihren Arbeiten erforscht sie unter anderem die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart.

"Kokkinia 1979–Kokkinia 2017"

Für die documenta 14 trug Zygouri die Reste des Archivs der griechischen Performancekünstlerin Maria Karavela (1938-2012) zusammen, das 1996 durch einen Atelierbrand fast vollständig vernichtet wurde. Karavela hatte sich bereits Ende der 1970er-Jahre mit einer Razzia im Athener Vorort Kokkinia beschäftigt, bei der 1944 deutsche Soldaten griechische Widerständler ermordet oder ins Konzentrationslager verschleppt hatten. Für ihre documenta-Arbeit hat Mary Zygouri mit den heutigen Bewohnern des Vororts über Geschichte und das Erinnern gesprochen.

Mary Zygouri: "Kokkinia 1979–Kokkinia 2017" (2016-2017), Monument Madra Blokou Kokkinias, Athen und Palais Bellevue, Kassel


Videos zum documenta-echo

Das documenta-echo ist nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar: Im Rahmen einer Kooperation mit der Kunsthochschule Kassel entstehen experimentelle Videoporträts, die auf dem documenta-Portal des Deutschlandfunks veröffentlicht werden. Genau wie die Audios sind auch die Videos eigenständige kleine Kunstwerke – erstellt von Studierenden der Klasse Film und bewegtes Bild der Kunsthochschule Kassel.

Dieses filmische Portrait ist eine Arbeit von Sita Scherer. Durch das analoge, mit Caffenol entwickelte Filmmaterial entsteht eine Ästhetik, die auf eine andere, in der Vergangenheit liegende Zeitebene verweist. So nimmt das Video-Porträt direkt Bezug auf die documenta-Arbeit von Mary Zygouri, in der die Künstlerin einen Bogen aus dem Jahr 1944 bis ins Heute spannt.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk