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Mittwoch, 13.12.2017
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Dokument der WocheWochenendjournal, 18.11.1989

Am 18. November 1989 waren die Reporter des Wochenendjournals in der Mitte Deutschlands unterwegs, entlang der sich auflösenden Grenze. Ein Höhepunkt: die Begegnung mit Egon Bahr in Treffurt. Der SPD-Politiker hatte seine thüringische Heimatstadt im Alter von sechs Jahren verlassen und fand sich doch wieder zurecht.

Willy Brandt (l) und Egon Bahr 1972 im Gespräch. (picture-alliance / Sven Simon)
Egon Bahr und Willy Brandt im Jahr 1972. Damals konnten beide nicht ahnen, dass die Mauer noch zu ihren Lebzeiten fallen würde. (picture-alliance / Sven Simon)

Mitte November 1989 waren viele Deutsche unterwegs, nicht nach Mallorca oder nach Bulgarien, sondern in den lange verschlossenen anderen Teil der Heimat. Egon Bahr machte da keine Ausnahme. Er besuchte seine Heimatstadt Treffurt in Thüringen. Seine Familie war 1928 weggezogen. Da war Bahr sechs Jahre alt.

1985 war er auf dem Weg nach Dresden einmal kurz da und brauchte auch als West-Prominenter auf offizieller Reise noch einmal eine Sondergenehmigung. denn Treffurt  lag im grenznahen Sperrgebiet und war auch für viele DDR-Bürger unerreichbar.

"Wie Pfingsten, Sylvester, Weihnachten und Ostern zusammen".

Am 18.11.1989 befragte Reporter Andreas Schulz Bahr für den DLF in Treffurt. Dem Sozialdemokrat, der als Vordenker der Brandtschen Ostpolitik gilt, ging es nicht anders wie all den anderen Menschen, die auf Besuch im anderen Teil des Landes waren. Bahr sprach von einem "Traum, der Wirklichkeit wird" und meinte, es sei wie "Pfingsten, Sylvester, Weihnachten und Ostern zusammen".

Die Stadt Treffurt bietet im Internet einige interessante Videodokumente, die unter anderem einen Eindruck vom Besuch Egon Bahrs in Treffurt geben. 

Zu diesem "Dokument der Woche" haben wir 25 Jahre danach folgendes Gespräch mit Egon Bahr geführt:

Egon Bahr 25 Jahre nach der Maueröffnung - "Kohl hat geerntet, was Brandt gesät hat"

 

 

 

 

 

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