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StartseiteSport AktuellSchutzbehauptung durch den Mannschaftsarzt?10.01.2017

DopingSchutzbehauptung durch den Mannschaftsarzt?

Im Dopingfall der norwegischen Skilangläuferin Therese Johaug wird die Aussage des Mannschaftsarztes in Zweifel gestellt. Der hatte behauptet, dass der positive Dopingtest durch eine Sonnencreme begründet sei.

Von Matthias Friebe

Therese Johaug bei einer Pressekonferenz anlässlich des Bekanntwerdens ihrer positiven Dopingprobe. (picture alliance / dpa, NTB SCANPIX, Hakon Mosvold Larsen)
Therese Johaug beteuerte ihre Unschuld trotz positiver Dopingprobe. (picture alliance / dpa, NTB SCANPIX, Hakon Mosvold Larsen)
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Der Mannschaftsarzt übernahm die volle Verantwortung. Fredrik S. Bendiksen hatte Langlauf-Olympiasiegierin Therese Johaug, im Trainingslager in Italien ein Lippenbalsam gegen Sonnenbrand verschrieben und dabei übersehen, dass darin der verbotene Wirkstoff Clostebol enthalten war. Nach der positiven Probe Johaugs im September trat Mannschaftsarzt Bendiksen zurück. Die norwegische Anti-Doping-Agentur wertete die Umstände strafmildernd und beantragte deshalb nur eine Sperre von 14 Monaten.

An dieser Geschichte kommen jetzt aber Zweifel auf. Die norwegische Zeitung VG berichtet von belastendem Material. Dem Blatt liegt eine Quittung vor, die belegen soll, dass die Creme bereits deutlich früher als angegeben in einer Südtiroler Apotheke erworben wurde. Damit wäre die Aussage von Mannschaftsarzt Bendiksen nur eine Schutzbehauptung gewesen. Ende Januar ist eine Anhörung im Fall Johaug geplant, das endgültige Urteil fällt ein Ausschuss des norwegischen Verbands. Es könnte dann deutlich höher ausfallen als die beantragten 14 Monate.

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