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Doping-SkandalTausende weitere auffällige Proben aus Russland

Russlands Anti-Doping-Agentur Rusada dementiert das angebliche Doping-Eingeständnis seiner Chefin. (picture alliance / Anton Denisov / Sputnik / dpa)
Russische Anti-Doping-Agentur RUSADA ist weiterhin supendiert. (picture alliance / Anton Denisov / Sputnik / dpa)

Das Ausmaß des mutmaßlich staatlich organisierten Dopings in Russland ist möglicherweise weit größer als bisher angenommen.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigte der ARD-Dopingredaktion, dass die Auswertung von Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor 9.000 auffällige Proben gezeigt habe. Diese beträfen geschätzt 4.500 russische Sportler. Die WADA hat demnach inzwischen 60 Sportverbände informiert, die die Verdachtsfälle untersuchen sollen.

Die Behörde war im vergangenen Jahr durch einen Whistleblower an das sogenannte Laboratory Information Management System des Moskauer Kontrolllabors gelangt. Die Datensammlung beinhaltet alle Testergebnisse zwischen Januar 2012 und August 2015.

Die WADA stuft Russlands nationale Anti-Doping-Agentur RUSADA dagegen weiterhin als nicht regelkonform ein. Das Internationale Olympische Komitee hatte nach den Winterspielen in Pyeongchang einen "Schlussstrich" unter die Doping-Affäre gezogen und die Suspendierung des russischen Olympia-Komitees ohne Auflagen aufgehoben.

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.