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StartseiteSport AktuellWeniger DOSB-Geld für NADA05.12.2014

DopingWeniger DOSB-Geld für NADA

Aus 500.000 Euro sollen im nächsten Jahr 400.000 Euro werden. Der Deutschen Olympische Sportbund kehrt damit "zur Normalität" zurück bei der Unterstützung der Nationalen-Anti-Doping-Agentur (NADA). Die Politik ist alarmiert.

Von Daniel Bouhs

Die Vorsitzende des sportaausschusses Dagmar Freitag (SPD) (picture alliance / dpa /Wolfgang Kumm)
Sportausschuss-Vorsitzende Freitag: "Spricht nicht für gemeinsame NADA-Stärkung" (picture alliance / dpa /Wolfgang Kumm)

Auf den ersten Blick wird das kommende Jahr für die Nationale Anti-Doping-Agentur ein gutes werden. Die Kontrolleure rechnen bereits mit einem Budget von zehn Millionen Euro – so üppig wie nie. Allerdings müssen sie auch deutlich mehr leisten. Neben den Proben in den Trainingszeiten sind sie künftig auch für die Wettkämpfe zuständig. Dafür kommt mehr Geld, vor allem vom Bund, ganz anders als vom Deutschen Olympischen Sportbund. Er will weniger an die NADA überweisen als bisher.

"Das ist für mich nun überhaupt keine Haltung, die dafür spricht, dass wir die NADA gemeinsam stärken wollen. Die Betonung liegt auf gemeinsam," sagt SPD-Politikerin Dagmar Freitag, die den Sportausschuss im Bundestag leitet. Sie ärgert, dass der DOSB statt 500.000 Euro in diesem Jahr im nächsten nur 400.000 Euro zahlen will.

"Die Summe wieder zu kürzen, ist ein ganz schlechtes Zeichen. Da hätte ich mir eine andere Aufbruchstimmung beim DOSB gewünscht." Doch Aufbruchstimmung ist beim DOSB in Sachen NADA nicht angesagt – aller Bekundungen für eine Null-Toleranz-Politik bei Doping zum Trotz. Generaldirektor Michael Vesper pocht auf Formalien: Die 100.000 Euro, die nun weniger an die NADA fließen sollen, die seien lediglich eine Einmalzahlung gewesen. "Es ist also keine Kürzung oder Reduzierung, sondern es ist wieder die Rückkehr zur Normalität."

Die Normalität ist für den DOSB also selbst erst mal weniger Geld für den Anti-Doping-Kampf bereitzustellen. Vesper wünscht sich, dass sich stattdessen die Wirtschaft stärker am Anti-Doping-Kampf beteiligt, also jene Unternehmen, deren Logos die Trikots zieren, und die viele der Prämien finanzieren, die Sportler zu Höchstleistungen antreiben.

Das wünscht sich auch Sportpolitikerin Freitag, doch die Wirtschaft liefere nicht – mit wenigen Ausnahmen. Freitag hat eine andere Idee: die Stiftung Deutscher Sport, die Rücklagen hat und die das Präsidium des DOSB allein steuert. "Wenn ich auf der Seite der Stiftung Deutscher Sport lese, dass zu den Stiftungszwecken explizit auch der Kampf gegen Doping gehört, wäre das eine Charmante Idee, zu sagen, springt jetzt zum Beispiel mal die Stiftung ein. Der Stiftungszweck wäre erfüllt."

Darauf könnte es am Ende tatsächlich hinauslaufen. Nachdem die Sportpolitik in dieser Woche – hinter verschlossenen Türen – dem DOSB ihre Kritik vorgetragen und Dagmar Freitag die Stiftung ins Spiel gebracht hat, sagt dann auch Michael Vesper: "Wir werden die Entwicklung der Finanzen im laufenden Jahr beobachten und dann schauen, ob aus den Mitteln der Stiftung Deutscher Sport eine solche zusätzliche Zuwendung möglich ist."

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