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Druckertinte bei Nachahmerprodukten

Große Kostenersparnis aber auch schlechte Qualität

Von Detlev Karg

Ersatztinten für Tintenstrahldrucker sind zwischen 60 und 90 Prozent preiswerter als die Produkte der Markenhersteller.
Ersatztinten für Tintenstrahldrucker sind zwischen 60 und 90 Prozent preiswerter als die Produkte der Markenhersteller. (Epson.de)

Am Drucker selbst verdienen die Hersteller nur wenig, mit der Tinte machen sie ihr Geschäft. Oft merken Verbraucher erst beim Nachkaufen, wie teuer sie die Tinte zu stehen kommt. Produkte unabhängiger Hersteller sind meist billiger, aber nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Ersatztinten für Tintenstrahldrucker sind zwischen 60 und 90 Prozent preiswerter als die Produkte der Markenhersteller. Wer fertige Kartuschen kauft, spart etwas weniger, wer selber mit Spritze und Farbtopf agiert und die Kartuschen von Hand befüllt, spart am meisten. Ulrike Kuhlmann, Fachredakteurin der Fachzeitschrift c't:

"Dass man regelmäßig druckt, und selbst wenn es nur eine Testseite ist. Weil die Ersatztinten ganz allgemein schneller zum Eintrocknen neigen als die Originaltinten. Das ist so unsere Erfahrung."

Hier sind die Markenhersteller im Vorteil, denn sie kennen ihre Drucker am besten und stellen die Tinten etwa bei der Fließgeschwindigkeit optimal ein. Am Drucker verdienen die Hersteller äußerst wenig, mit der Tinte machen sie ihr Geschäft und sind wenig begeistert über die Konkurrenz durch alternative Tinten. Darum machen sie den Tintenherstellern und damit den Verbrauchern das Leben schwer, etwa durch die seit längerem verwendeten Chips auf den Kartuschen, deren Code zum Drucker passen muss. Ulrike Kuhlmann:

"Es ist so, dass wir zum Beispiel für den Test einige Patronen erhalten haben, mit Chips darauf, die haben dann nicht mehr in den neuesten Druckermodellen funktioniert, obwohl die Patrone genau gleich aussieht. Aber da hatte sich der Chip der Hersteller geändert, das haben die Hersteller nicht bekannt gegeben, der Chip war anders programmiert."

Das heißt also für Verbraucher: Vielleicht muss es nicht das neueste Druckermodell sein, oder man richtet sich darauf ein, dass preiswerter Ersatz erst in einigen Monaten verfügbar ist. So viel Zeit brauchen die Hersteller, um die Tinten und die Sicherheitschips anzupassen. Vorsicht ist übrigens bei No-Name-Produkten geboten, die es bei den zahlreichen Tintenshops um die Ecke oder im Internet gibt. Zwar lässt sich damit drucken. Nach den Erfahrungen der Tester von c't kann die Zusammensetzung der Tinten aber von Monat zu Monat schwanken, und das darf angesichts der sensiblen Druckkopftechnik nicht sein. Allzu leicht verstopfen die feinen Düsen und wenn selbst die integrierte Reinigung nicht mehr hilft, ist ein neuer Druckkopf fällig – was sich für viele heutige Drucker nicht lohnt. Bei den Alternativtinten sollte man also auf etablierte Marken setzen, zu denen Pelikan und Geha sowie die Produkte von Peach, KMP und Inkswiss zählen.

Wie aber steht es um die Bildqualität? Hier reichen die Ersatztinten im Schnitt nicht an die Markentinten heran.

"Insbesondere bei der Lichtbeständigkeit, aber auch bei der Qualität – bei Farben – aber dafür spare ich ja auch so viel. Die meiste Zeit des Druckens macht man Konzeptausdrucke – man schreibt schnell einen Brief, muss den ausdrucken. Oder meine Tochter druckt schnell etwas für die Schule. Da kommt es nicht darauf an, dass das Super-Qualität ist. Deswegen darf man da Abstriche machen."

Denn der Preisunterschied ist immens: Je nach Hersteller können Verbraucher für einen Euro zwischen 60 und 120 Seiten drucken, wenn sie Alternativtinten verwenden, im Gegensatz zu 5 bis 10 Seiten mit der Originaltinte. Hier sollte sich also der Käufer eines Druckers fragen, ob er die Profi-Qualität braucht. Denn anspruchsvolle Produkte wie Fotos werden auch im digitalen Zeitalter preiswerter und professioneller beim Drogeriediscount oder im Fotomarkt entwickelt.

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