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StartseiteVerbrauchertippAuch schwere Lasten an schwierigen Wänden montieren06.03.2017

DübelAuch schwere Lasten an schwierigen Wänden montieren

Ob es der Hängeschrank in der Küche oder das schöne Bild an der Wand ist, ohne einen Dübel klappt das Aufhängen nur selten. Kompliziert wird es nur leider, wenn der Schrank schwer und das Wandmaterial weich ist. Dann hilft nur ein sogenannter chemischer Dübel. Der unterscheidet sich aber deutlich vom herkömmlichen Dübel.

Von Dieter Nürnberger

Ein Dübel steckt am 20.01.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) in einer Wand. Daneben bröckelt Putz.  (dpa / Marius Becker)
Ein Dübel steckt am 20.01.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) in einer Wand. Daneben bröckelt Putz. (dpa / Marius Becker)

Schnell ein Loch in die Wand bohren, Dübel eindrücken, Schraube eindrehen und fertig. So einfach ist es leider nicht immer. Denn zum einen kommt es auf die richtige Größe von Dübel und Schraube an, und zum anderen natürlich auch auf den jeweiligen Untergrund. Vom soliden Mauerwerk über Lochziegeln mit Hohlräumen bis hin zu Gipsplatten - Wände oder Decken unterscheiden sich stark. Ist die aufgehängte Last zu hoch, droht der Absturz, sagt Micheal Koswig von der Stiftung Warentest.  

"Das Hauptrisiko ist, wenn das Bohrloch zu sehr ausfranst - wenn man zum Beispiel in weichem Mauermaterial mit Schlag gebohrt hat. Dann findet der Dübel keinen Halt. Und ganz besondere Belastungen gehen natürlich dann von Objekten aus, die etwa hin und her pendeln können. Das kann ein Boxsack sein oder auch eine Markise, die außen aufgehängt und vom Wind beansprucht wird."

Mörtelpaste aus Zement und Chemikalien

Wer besonders schwere Dinge befestigen will, Lasten von über 100 Kilogramm beispielsweise, sollte auf chemische Dübel zurückgreifen. Sie eigenen sich für Beton- und Steinwände, nicht aber für vergleichsweise leichte Gipsplatten-Wände. Handwerksprofis nutzen chemische Dübel schon länger, inzwischen bieten sie auch Baumärkte an. Das Prinzip unterscheidet sich von herkömmlichen Produkten. Denn in das gebohrte Loch wird statt eines Dübels zuerst eine Mörtelpaste aus Zement und Chemikalien gespritzt, die innerhalb weniger Minuten hart wird.          

"Eingesetzt wird eine Gewindestange und gesichert wird mit einer draufgedrehten Mutter. Und der Vorteil besteht darin, dass man diese Mutter jederzeit wieder abdrehen kann. Das Problem ist: Wenn man denn mal keinen Schrank mehr aufhängen möchte, bleibt die Gewindestange, die aus dem Loch rausguckt. Wenn man ausziehen muss und die Wand rückstandsfrei hinterlassen möchte, dann hilft nur eins: Diese Stange muss abgesägt werden und dann muss man es zuspachteln."

Bohrloch gründlich reinigen

Damit die Mörtelmasse den optimalen Halt im Mauerwerk findet, muss vorher das Bohrloch gründlich gereinigt werden. Am besten mit einer länglichen Bürste, einem Mini-Blasebalg oder auch mit dem Staubsauger. Diese Empfehlung gilt übrigens nicht nur beim Einsatz der chemischen Dübel, sondern generell, sagt Warentest-Experte Micheal Koswig.

"Zum einem kann das Bohrmehl wie eine Gleitschicht wirken. Das kann bei herkömmlichen Dübeln sehr ärgerlich sein. Und bei chemischen Dübeln wirkt es wie eine Trennschicht. Die verhindert möglicherweise, dass diese Dübelmasse wirklich am Stein anhaftet. Die haftet dann nur oberflächlich am Bohrmehl. Das ist natürlich nicht so eine sichere Verbindung, als wenn man mit einem sauber geputzten Bohrloch arbeiten würde."

Hinweise auf der Vedrpackung beachten

In einem Schnelltest untersuchte die Stiftung Warentest zwei chemische Dübel der Hersteller "Fischer" und "Tox". Sie kosten 28 beziehungsweise 15 Euro. Sie sind damit deutlich teurer als herkömmliche Dübel. Dafür tragen sie aber auch schwere Lasten verlässlich. 

"Ja! Erstaunliche Lasten, die daran aufgehängt werden können. Wir haben es mit Kalksandstein ausprobiert: Daran konnte man bei der Zugprüfung mit 200 Kilogramm pro Bohrloch belasten. Ohne, dass der Dübel herausgerissen ist."

In der Regel geben die Hersteller auf den Verpackungen verlässliche Hinweise zur Lastentragfähigkeit eines Dübels, sagt Michael Koswig. Und bei weiteren Fragen helfe bestimmt auch das Verkaufspersonal im Fachgeschäft weiter.

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