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StartseiteVerbrauchertippGünstig in der Anschaffung, teuer im Unterhalt12.04.2018

Durchlauferhitzer und BoilerGünstig in der Anschaffung, teuer im Unterhalt

Sie kosten vergleichsweise wenig und müssen nicht gewartet werden: Durchlauferhitzer und Boiler haben viele Vorteile. Im Unterhalt können die Geräte allerdings teuer werden.

Von Annette Eversberg

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Ein Heizkessel einer etwa sechs Jahre alten Anlage und ein Warmwasserboiler stehen in einem Heizkeller. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)
Bei Boilern geht aufgrund des sehr kleinen Speichers oft eine Menge Energie verloren (picture alliance / dpa / Arno Burgi)

Elektrische Durchlauferhitzer für das warme Wasser gehören keinesfalls der Vergangenheit an. Die Geräte, die heute auf dem Markt sind, sind elektronisch gesteuert. Sie können auf den Wärmegrad eingestellt werden, den das Wasser haben soll. Der Vorteil: Es ist sofort da, wenn man den Hahn öffnet. Und gewartet werden muss ein Durchlauferhitzer auch nicht. Selbst Legionellen sind hier keine Gefahr, weil warmes Wasser nicht gespeichert wird.  Deshalb, so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Heizungsindustrie BDH:

"Durchlauferhitzer sind in Deutschland weit verbreitet. In der Regel werden sie eingesetzt in Mietobjekten oder auch Mehrfamilienhäusern. Vorteile sind deutlich die niedrigen Investitionskosten. Wir haben im Gegensatz zu einer zentralen Wärmeversorgung über einen klassischen Heizkessel, der auch Trinkwasser erwärmt, hier keine Zuleitungen zu erstellen, sondern der Durchlauferhitzer hängt direkt an der Zuwasserleitung."

Niedriger Anschaffungspreis, teuer im Verbrauch

Auch die Geräte selbst sind in der Anschaffung vergleichsweise günstig: je nach Leistung kosten sie nur zwischen 90 oder 600 Euro. Ähnlich geringe Investitionskosten haben auch elektrische Boiler, die je nach Modell meist fünf oder zehn Liter warmes Wasser erzeugen. Sie sind wie die Durchlauferhitzer schon für wenige Hundert Euro zu haben und brauchen ebenfalls keine aufwendig zu verlegenden Warmwasser-Leitungen.

Teuer werden Boiler allerdings meist im Unterhalt, so Marcus Weber von der Verbraucherplattform Co2-online:

"Es ist so ein kleiner Speicher, und der ist oft nicht besonders gut gedämmt. Und da kann ich mir vorstellen, wenn ich den ganzen Tag da warmes Wasser drin vorhalte, aber das nur zweimal am Tag brauche, dann muss da immer wieder nachgeheizt werden, und da geht eine Menge Energie verloren."

Beim Vergleich der elektrischen Warmwasserbereiter schneiden die Boiler also deutlich schlechter ab. Aber auch beim Durchlauferhitzer geht ein hoher Wasserverbrauch richtig ins Geld. Wie beim Duschen oder Baden. Markus Weber macht die Rechnung auf.

"Ein Vollbad mit 120 Litern, wenn man das mit einem Stromdurchlauferhitzer macht, dann kostet das ungefähr 1,80 Euro und mit einer relativ modernen Gas-Brennwertheizung wäre das bei 1,30 Euro."

Ersparnis durch moderne Heizungen

Moderne Heizungsanlagen haben eine hohe Energieeffizienz. Und obwohl die Kleinspeicher einen besseren Wirkungsgrad haben, schneiden sie insgesamt schlechter ab,  sagt der Verbraucherschützer.

"Für eine zentrale Warmwasserbereitung – das heißt, ich habe eine Heizung im Keller stehen und mache mit der das Warmwasser fürs ganze Haus. Und dann habe ich bei solch einer Anlage auch die Möglichkeit, ganz verschiedene Energieträger zu nutzen, die auch ökologisch sinnvoll sind: Solarthermie, Holzpellet-Heizung. Das sind Vorteile für solch eine Anlage."

Die Verbraucherplattform Co2-online empfiehlt, in einem Einfamilienhaus befindliche Kleingeräte für die Warmwasserbereitung lieber zu entfernen. Eine Ausnahme könnte allerdings ein weitentferntes Gäste-WC sein, das selten genutzt wird. Dort könnte ein Durchlauferhitzer dann bei Bedarf für warmes und Legionellen-freies Trinkwasser sorgen.

Sollte es dabei ein altes Gerät sein, kann man es gegen einen elektronisch gesteuerten Durchlauferhitzer austauschen. Dafür gewährt das Bundeswirtschaftsministerium einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro. Aber selbst das sollte genau überlegt sein. Marcus Weber.

"Ich kann auch sagen, okay, ich brauche das zweimal im Jahr, und es ist auch in Ordnung, dass die Gäste sich dann mit kaltem Wasser die Hände waschen. Dann muss ich überlegen, was brauche ich denn?"

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