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StartseiteEuropa heuteHoffnung auf Impfstoff23.09.2014

EbolaHoffnung auf Impfstoff

An der Universität Oxford ist erstmals ein möglicher Ebola-Impfstoff an Menschen getestet worden, nachdem Versuche an Affen erfolgreich waren. Die Forscher geben sich optimistisch - und die Hoffnungen auf den Impfstoff ist groß, denn angesichts der rasant steigenden Zahl der Erkrankungen drängt die Zeit.

Ruth Atkins lässt sich als eine von 60 Freiwilligen den möglichen Impfstoff injizieren (afp / Steve Parson)
Ruth Atkins lässt sich als eine von 60 Freiwilligen den möglichen Impfstoff injizieren (afp / Steve Parson)
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Ruth Atkins arbeitet beim staatlichen britischen Gesundheitsdienst NHS in der Kommunikationsabteilung. Im Radio hörte sie, dass die Universität Oxford Freiwillige sucht, um einen vielversprechenden Ebola-Impfstoff zu testen. Es sei traurig, was in Westafrika passiere, sagt Atkins - und sie wolle wenigstens helfen, in dem sie an diesem Versuch teilnehme.

60 Freiwillige lassen den Impfstoff an sich testen

Ruth Atkins ist die erste von 60 gesunden Freiwilligen, die mitmachen. Bereits vergangene Woche wurde ihr der Impfstoff injiziert. Getestet wurde der zuvor erfolgreich an Affen, die sich - fünf Wochen nach der ersten Impfung - als immun gegen den Ebola-Erreger erwiesen. Und wenn die Impfung aufgefrischt wurde, war der Schutz US-Forschern zufolge sogar dauerhaft. Jetzt also der nächste Schritt: der Versuch an Menschen, geleitet von Professor Adrian Hill vom Jenner Institut der Universität Oxford - der vor allem zwei Dinge herausfinden will:

"Erstens, ob der Impfstoff für den Menschen sicher ist, ob also keine schlimmen Nebenwirkungen auftreten. Und zweitens müssen wir genau messen, wie das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert - denn nur so wissen wir, ob er tatsächlich schützt."

Forscher: "Ich sehe gute Chancen - wenn wir die richtige Dosis finden"

Injiziert wird den Freiwilligen in Oxford ein Erkältungsvirus, der Schimpansen befällt - und diesem Virus beigemischt werden genetische Fragmente des Ebola-Erregers. Es besteht laut Hill keine Gefahr, dass die Probanden selbst an Ebola erkranken; der Körper jedoch könne Ebola nach der Impfung erkennen und eine Immunabwehr aufbauen: "Ich bin sehr optimistisch, dass der Impfstoff für Menschen ungefährlich ist und dass das Immunsystem darauf reagieren wird. Schwer vorherzusagen ist aber, wie stark diese Reaktion ausfällt, ob sie wirklich ausreicht. Aber ich sehe gute Chancen - gerade, wenn wir die richtige Dosis finden."

Entwickelt hat den Impfstoff eine Tochter des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithkline gemeinsam mit dem nationalen Gesundheitsinstitut der USA. Finanziert wird der Test aus staatlichen und privaten Geldern. Die Freiwilligen in Oxford sind Frauen und Männer, alle jünger als 50. Ruth Atkins muss nach ihrer Impfung nun ein genaues elektronisches Gesundheitstagebuch führen - um zu dokumentieren, wie sich ihre Körpertemperatur entwickelt, wie sie sich fühlt, wie die Einstichstelle aussieht. Regelmäßig entnehmen die Forscher ihr Blutproben. Nach zwei bis vier Wochen können sie feststellen, ob sich tatsächlich Antikörper in Atkins' Blut gebildet haben. Geplant ist, den Impfstoff bereits im Oktober auch in den betroffenen westafrikanischen Ländern zu testen.

Erster Einsatz Ende des Jahres denkbar

Sollten die Versuche am Menschen die Erfolge bei den Affen bestätigen, sagt Professor Hill, dann könnte der Impfstoff bereits Ende des Jahres einsetzbar sein: "Als erstes würden sicherlich Ärzte und Krankenschwestern in Liberia, Guinea und Sierra Leone geimpft werden. Denn wir brauchen dieses Personal, um mit der steigenden Zahl von Ebola-Infizierten dort umzugehen."

Einen neuen Impfstoff zu entwickeln, ihn erst an Tieren und dann an Menschen zu testen, eine allgemeine Zulassung zu bekommen: Das ist ein Prozess, der sich normalerweise über mehrere Jahre hinzieht. Doch diesmal passiert alles im Schnelldurchlauf. Mindestens zweieinhalb Tausend Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits an Ebola gestorben, Tausende weitere infiziert. Was die Menschen in Westafrika deshalb nicht haben, ist: Zeit.

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