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StartseiteCorso"Ein riesiger raumfüllender Synthesizer"28.05.2013

"Ein riesiger raumfüllender Synthesizer"

Mein Klassiker: Der Politiker Christian Lindner (FDP) über Klaus Schulze

Klaus Schulze ist einer der Pioniere der elektronischen Musik in Deutschland. Christian Lindner ist noch heute fasziniert von den Anfängen dieser Musikrichtung - und hat die Entwicklung bis heute verfolgt.

Von Winfried Hammelmann

Christian Lindner (FDP) war zwei Mal auf einem Wagen bei der Loveparade dabei. (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Christian Lindner (FDP) war zwei Mal auf einem Wagen bei der Loveparade dabei. (Deutschlandradio - Bettina Straub)

"Ich bin Christian Lindner und mein Klassiker ist Klaus Schulze. Klaus Schulze ist einer der Pioniere der elektronischen Musik in Deutschland. Er hat schon in den 70er-, 60er-Jahren sogar schon mit Synthesizern experimentiert und hat einen sehr warmen Klang in der elektronischen Musik mitgeprägt.

Also, ich hab’ früher relativ viel Heavy Metal gehört und bin dann irgendwann in Richtung elektronische Musik gekommen, habe zweimal einen Wagen auf der Loveparade gemacht - als Wagenleiter und als Organisator, `99 und 2000 war das.

Dann kam ich mit Leuten in Verbindung, die auch tiefer, auch theoretischer in der elektronischen Musik unterwegs waren. Und dann bin ich auf Klaus Schulze gestoßen – ein neueres Album – und hab’ mich dann zurückentwickelt, und hab mich dann interessiert: Ja, das ist jetzt der aktuelle Stand, also auch mit den neuen Methoden, medi-elektronischen Sythesizern, ist das gemacht. Und dann hat mich interessiert: Wie sind die Anfänge?

Der Ausgangspunkt für mich ist dann irgendwie Klaus Schulze gewesen. Damals hat man noch mit sehr großen Maschinen gearbeitet. Anders als heute, wo jeder sehr viel Rechen-Power schon im Mobil-Telefon hat, waren das riesige Apparate. Und ich habe schon manche Gäste bei mir zu Hause dann in der späten Nacht nach einem guten Abendessen damit gequält, dass ich um zwei Uhr bei Youtube irgendwelche alten Schulze-Aufnahmen rausgeholt habe, wo er mit "Big Moog", so hieß seine Anlage, ein riesiger raumfüllender Synthesizer, also wirklich groß wie eine Garage, da gearbeitet hat, um mit jeder Steckerverbindung, die verändert worden ist, den Ton etwas zu verändern.

Das zeichnet eben auch diese Anfänge der elektronischen Musik aus, dass es Klangteppiche sind, die so etwas Meditatives haben: sehr lange Stücke, wo nur mal eine kurze Veränderung reinkommt an einer Stelle, plötzlich auch vielleicht mal eine abrupte Wendung mit vielleicht auch etwas nicht melodischem Atonalen. Und, ja, das hat mich immer fasziniert, dieser warme analoge Klang elektronischer Musik, dieses Meditative und auch dann die Entwicklung zu verfolgen über Jahre und Jahrzehnte.

Er ist auch jetzt immer noch aktiv als, ja, einer der Pioniere der elektronischen Musik in Deutschland. Ich hab’ gesprochen über Klaus Schulze, einen Pionier der elektronischen Musik, nicht BOOM BOOM, sondern ein bisschen sphärisch, meditativ, kann man gut beim Autofahren oder beim Nachdenken hören."

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