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Ein- und ausgemauert

Vom täglichen Kampf der Journalisten in Israel und Palästina

Von Dominik Bretsch

Checkpoint an der Grenze zum Westjordanland (Deutschlandradio - Daniela Kurz)
Checkpoint an der Grenze zum Westjordanland (Deutschlandradio - Daniela Kurz)

"Wenn ich einen Artikel schreibe, ruft meistens der Geheimdienst an", erzählt der junge palästinensische Journalist Ghassan Bannoura. "Mittlerweile stellen sie nur noch Fragen, vor ein paar Jahren bin ich noch von einem maskierten Trupp zusammengeschlagen worden."

Sehr viel einfacher ist das Leben für Ghassan, der als freier Journalist in Bethlehem arbeitet, trotzdem nicht geworden. Mehrmals schon ist er von israelischen Soldaten bei Demonstrationen angeschossen worden, die Attacken von Siedlern im Westjordanland häufen sich.

Was Ghassan aber richtig in Rage bringt, ist die Bevormundung durch westliche Medien: "Es wird immer über die Palästinenser berichtet. Wir wollen endlich selbst unsere Geschichten erzählen!"

Auch auf der anderen Seite der Mauer, in Israel, kämpfen Journalisten für ihre Unabhängigkeit - gegen Staat und Wirtschaftsbosse. "Das Problem ist, dass dieses Land so klein ist", sagt Raviv Drucker, Reporter beim investigativen Fernsehkanal Channel 10.

"Einzelne Menschen können so einen enormen Druck auf die Medien ausüben." Drucker hat sich mit seinen Berichten mächtige Feinde gemacht. Jetzt wird sogar spekuliert, dass die Regierung den Sender finanziell erpresst, um Drucker loszuwerden - denn Channel 10 steht beim Staat mit Millionen in der Kreide.

Regie: Anna Panknin
DLF 2012

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