Das Feature / Archiv /

 

Ein- und ausgemauert

Vom täglichen Kampf der Journalisten in Israel und Palästina

Von Dominik Bretsch

Checkpoint an der Grenze zum Westjordanland
Checkpoint an der Grenze zum Westjordanland (Deutschlandradio - Daniela Kurz)

"Wenn ich einen Artikel schreibe, ruft meistens der Geheimdienst an", erzählt der junge palästinensische Journalist Ghassan Bannoura. "Mittlerweile stellen sie nur noch Fragen, vor ein paar Jahren bin ich noch von einem maskierten Trupp zusammengeschlagen worden."

Sehr viel einfacher ist das Leben für Ghassan, der als freier Journalist in Bethlehem arbeitet, trotzdem nicht geworden. Mehrmals schon ist er von israelischen Soldaten bei Demonstrationen angeschossen worden, die Attacken von Siedlern im Westjordanland häufen sich.

Was Ghassan aber richtig in Rage bringt, ist die Bevormundung durch westliche Medien: "Es wird immer über die Palästinenser berichtet. Wir wollen endlich selbst unsere Geschichten erzählen!"

Auch auf der anderen Seite der Mauer, in Israel, kämpfen Journalisten für ihre Unabhängigkeit - gegen Staat und Wirtschaftsbosse. "Das Problem ist, dass dieses Land so klein ist", sagt Raviv Drucker, Reporter beim investigativen Fernsehkanal Channel 10.

"Einzelne Menschen können so einen enormen Druck auf die Medien ausüben." Drucker hat sich mit seinen Berichten mächtige Feinde gemacht. Jetzt wird sogar spekuliert, dass die Regierung den Sender finanziell erpresst, um Drucker loszuwerden - denn Channel 10 steht beim Staat mit Millionen in der Kreide.

Regie: Anna Panknin
DLF 2012

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Das Feature

Geschichte "Wo sind wir bloß hingekommen?"

Aktenschränke in einem Gebäude des früheren Archivs der DDR-Staatssicherheit, aufgenommen am 13.07.2012 in Berlin.

169.000 Film-, Video- und Tondokumente lagern heute in den Archiven der ehemaligen DDR-Staatssicherheit – ein Bestand, der gemessen an 112 Kilometern Schriftgut, 39 Millionen Karteikarten und 1,4 Millionen Fotos und Negativen eher gering erscheinen mag.

Bonner StadttheaterDie Kunst des Sparens

Das Stadttheater in Bonn. (Undatierte Aufnahme aus den siebziger Jahren).

Es war einmal eine kleine, stolze Hauptstadt am Rhein, die sich bescheidene Regierungsgebäude und kapitale Kultur leistete: ein Opernhaus zum Beispiel, Platz für weltstädtischen Glanz. Die im Kanzlerdunstkreis wirkenden Beamten gingen hochkulturaffin in ihren Tempel.

Dadaab Anatomie einer Lagergesellschaft in Kenia

Die aus Somalia stammende 4-jährige Waise Fatima erreichte im August 2011 das Flüchtlingscamp Dadaab. Mehr als 350.000 Flüchtlinge leben hier.

In den Flüchtlingslagern von Dadaab, nahe der kenianisch-somalischen Grenze, leben rund 350.000 Menschen. Sie sind vor dem Bürgerkrieg im benachbarten Somalia geflohen, einige schon vor mehr als 20 Jahren.