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Eine Frage der Reichweite

Akkus von Pedelec-Fahrrädern sind unterschiedlich gut

Von Holger Lühmann

Mit einem Pedelec wird das Strampeln einfacher.
Mit einem Pedelec wird das Strampeln einfacher. (Messe Friedrichshafen, Eurobike, eurobike-show.de)

Elektrische Fahrräder liegen im Trend. Zu Jahresbeginn wurde das Millionste sogenannte Pedelec verkauft. Im Unterschied zu voll elektrischen E-Bikes kann man das Pedelec auch ohne Führerschein und Helm fahren. Ein Akku muss aber dabei sein - und besser auch ein zweiter.

Die Natur genießen und einmal abschalten. Nur das Rad bleibt eingeschaltet. Über einen Regler am Lenkrad lässt sich die Pedalkraft einstellen, die den Fahrer beim Treten unterstützt. Beatrix Fehser hat ein Pedelec und ist begeistert.

"Ich habe mir letztes Jahr ein Pedelec zur Probe ausgeliehen und habe mir sofort eins gekauft und fahr' seitdem damit zur Arbeit. Ich habe im Winter gemerkt, dass ich beim Langlaufen fitter war als die Jahre zuvor."

Doch nicht nur für den Weg zur Arbeit ist das Pedelec zunehmend attraktiv. Gerade für lange Strecken bietet das auf 25 km/h gedrosselte E-Bike eine Alternative zum normalen Zweirad. Johannes Bruns vom Fahrradverband ADFC Freiburg:

"Wenn ich einen schlechten Tag hab, dreh ich den Leistungsregler ein bisschen höher und muss weniger tun. Wenn ich einen guten Tag habe, dreh ich ihn runter. Also, es gibt neue Möglichkeiten auch lange Strecken mit dem Fahrrad sehr bequem zu überwinden."

Selbst untrainierte Radler können so mehrtägige Fahrradreisen planen; auch mit der Familie. Denn der zusätzliche Kraftaufwand für einen Kinderanhänger wird vom Motor übernommen. Doch Vorsicht: Je höher das Gewicht von Fahrer und Gepäck desto größer der Strombedarf. Johannes Bruns empfiehlt darum den neusten Akku-Standard:

"Durch Lithium-Ionen-Technik habe ich jetzt die Möglichkeit mit einem relativ kompakten Akku so viel Leistung mitzunehmen, dass ich eine Reichweite von 100 Kilometern unter günstigen Bedingungen erreichen kann."

Lithium-Ionen-Akkus sind anderen Energiespeichern überlegen. Ein Vorteil: Es gibt trotz regelmäßiger Nutzung kaum Kapazitätsverluste. Außerdem sind sie also hitzebeständig und haben eine hohe Energiedichte. Radhändler Michael Müller:

"Wir haben im Prinzip einen Faktor von vier gegenüber Nickel-Kadmium-Akkus, wie sie früher verwendet worden sind. Das heißt, sie kommen auf eine Energiedichte von meistens 288 Wattstunden pro Kilogramm und das ist eine recht vernünftige Leistung."

Wer eine lange Radtour plant, sollte Ersatz mitnehmen, falls einer der Akkus ausfällt oder man bei Zwischenstopps keine Steckdose findet. Ein Akku wiegt meist zwischen zwei und drei Kilo. Ansonsten gilt: Aufladen kann man leere Akkus etwa im Restaurant, vorausgesetzt man schafft in der Fahrradtasche Platz für den Adapter. Michael Müller:

"Sie können das Ladegerät mitnehmen und können in der Mittagspause und nachts aufladen. Aber es ist schon ein bisschen größer. Da sind dann Lüfter drin, die Ladegeräte haben komplexe Elektronik und erwärmen sich. Und sie sind bedeutend größer als ein Handyladegerät."

Doch nicht nur die Akkutechnik hat in den letzten Monaten Fortschritte gemacht. Auch die Motoren sind leichter und leistungsfähiger geworden. Gerade bei weiten Strecken sollte man in jedem Fall die Wahl des Antriebssystems von Länge und Topographie der üblichen Fahrstrecken abhängig machen – und davon, ob lizensierte Werkstätten des Herstellers gut erreichbar sind. Radhändler Michael Müller:

"Es gibt einen Frontmotor, einen Mittelmotor, einen Heckmotor. Jede dieser Antriebsformen hat natürlich Vor- und Nachteile. Und das muss man eben an die Kundenbedürfnisse anpassen. Das heißt, was wichtig ist, ist eine vernünftige Beratung. Und dass die Leute auch gucken, dass sie es dort kaufen, wo sie einen guten Service bekommen können."

In guter Qualität gibt es ein Pedelec inklusive Lithium-Ionen-Akku kaum unter 2000 Euro. Für einen Zweit-Akku zahlen Kunden noch einmal 250 Euro. Nur der Strom ist meist umsonst, wenn man auf der Reise einkehrt und nachlädt. Natürlich muss man vorher fragen - das gilt natürlich auch für Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz den Akku nachladen wollen.



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