Montag, 11.12.2017
StartseiteLange Nacht"Die Nachtigall war's und nicht die Lerche ..."24.06.2017

Eine Lange Nacht über Singvögel"Die Nachtigall war's und nicht die Lerche ..."

Wie kann es sein, dass noch bis in die 1970er-Jahre hinein Dompfaffen im Freiburger Land Bauernlieder sangen, die bei den Bauern längst in Vergessenheit geraten waren? Warum hören wir im Frühling von Zugvögeln afrikanische Gesänge?

Von Anselm Weidner

(picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)
Ein singender Buchfink (picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)

Ornithologen und Vogelbeobachter führen in den Vogelgesang, in Gesangsarten und -dialekte ein, gehen der ebenso intensiv erforschten wie immer noch unbeantworteten Frage nach: Warum singen Vögel?

Der Verleger Arnulf Conradi erzählt von seiner Passion für den Vogelgesang, Deutschlands berühmtester Vogelstimmenimitator Uwe Westphal, der Vogelzugforscher Peter Berthold und die Nachtigallenforscherin Silke Kipper sind zu hören. Der Landschaftsökologe Martin Flade erläutert, was das uckermärkische Ökodorf Brodowin zu einem Ort mit einer deutschlandweit so außergewöhnlichen Singvogelvielfalt macht.

Und wenn Shakespeare Julia mit dem Verweis auf Nachtigallen- und Lerchengesang Romeo anflehen lässt, in der Liebesnacht im Liebesnest zu bleiben, ist das ein weiterer Hinweis auf Vogelgesang als Lebenselixier.

Die Musik von Vivaldi und Rameau, von Mozart bis Strawinsky und Messiaen während dieser Langen Nacht der Singvögel macht hörbar, wie bedeutsam Vogelgesang als Inspirationsquelle für Komponisten seit jeher war.

Eine Nachtigall (dpa / picture alliance / DB BirdLife International)Eine singende Nachtigall (dpa / picture alliance / DB BirdLife International)

Gesang der Nachtigall im Wald bei Youtube - Film aus der DVD "Die Vogelwelt des Waldes" von Susanne Hoffmann

Der stumme Frühling

Der stumme Frühling (Englischer Titel: Silent Spring) ist ein 1962 erschienenes Sachbuch der Biologin Rachel Carson und gilt als ihr wichtigstes Werk. Der stumme Frühling wird häufig als Ausgangspunkt der weltweiten Umweltbewegung und als eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Rachel Carson wurde im Jahre 1980 posthum mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA, ausgezeichnet.

"Wenn der Frühling naht, wird er nun in immer größeren Gebieten nicht mehr von seinen Vorboten, den zurückkehrenden Vögeln, angekündigt. Wo einst am frühen Morgen der herrliche Gesang der Vögel erschallte, ist es merkwürdig still geworden. Die gefiederten Sänger sind jäh verstummt, Schönheit, Farbe und der eigene Reiz, die sie unserer Welt verleihen, sind ausgelöscht."

Rachel Carson. Der stumme Frühling. Der Öko-Klassiker. 131.-134. Tsd. der Gesamtauflage (Beck'sche Reihe) 2013. 348 S.: Paperback. ISBN 978-3-406-64908-0. Mit einem Vorwort von Joachim Radkau. Aus dem Amerikanischen von Margaret Auer
Der stumme Frühling erschien erstmals 1963. Der Titel bezieht sich auf das Märchen von der blühenden Stadt, in der sich eine seltsame, schleichende Seuche ausbreitet. Das spannend geschriebene Sachbuch wirkte bei seinem Erscheinen wie ein Alarmsignal und avancierte rasch zur Bibel der damals entstehenden Ökologie-Bewegung. Zum ersten Mal wurde hier in eindringlichem Appell die Fragwürdigkeit des chemischen Pflanzenschutzes dargelegt. An einer Fülle von Tatsachen machte Rachel Carson seine schädlichen Auswirkungen auf die Natur und die Menschen deutlich. Ihre Warnungen haben seither nichts von ihrer Aktualität verloren.

Rote Liste der Brutvögel

In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands gelten drei Viertel der Offenlandarten als gefährdet, einschließlich Vorwarnliste sind es sogar 87 Prozent. Während sich im Vergleich zu letzten Ausgabe Auf und Ab insgesamt fast die Waage halten, geht es bei den Offenlandarten vor allem abwärts. Fünfte gesamtdeutsche Fassung, veröffentlicht im August 2016

Christof Mauch: Blick durchs Ökoskop. Rachel Carsons Klassiker und die Anfänge des modernen Umweltbewusstseins. in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 9 (2012)

Ein Dompfaff-Paar sitzt in einem Baum. (dpa/picture alliance/ Ismo Pekkarinen)Ein Dompfaff-Paar sitzt in einem Baum. (dpa/picture alliance/ Ismo Pekkarinen)

Unsere Singvögel - bei Youtube

Droht der stumme Frühling in Deutschland?

Der Landschaftsökologe Martin Flade aus dem uckermärkischen Brodowin   kennt sich als Mitbegründer eines wissenschaftlichen Monitoring-Programms in der Vogelbestandsentwicklung in Deutschland besonders gut aus.

Dr. Martin Flade (GER/Landesumweltamt Brandenburg)  (imago / Bernd Friedel)Dr. Martin Flade (GER/Landesumweltamt Brandenburg) (imago / Bernd Friedel)

Martin Flade: "Es gibt in der Tat große Agrarlandschaften, die fast vollkommen vogelleer sind in Deutschland. Das liegt an den erwünschten, gezielten Effekten der modernen Landwirtschaft. Die moderne Landwirtschaft versucht eben die Beikrautflora möglichst kurz zu halten, die Insektenfauna möglichst kurz zu halten, um die Kulturpflanzen zu begünstigen und dann ist für die Vögel keine Nahrung mehr da. Es ist kein Raum mehr da, wo sie sich bewegen können, wenn die Kulturpflanzen so dicht und hoch stehen. Es sind einfach die Lebensmöglichkeiten nicht mehr da. Je weiter man nach Westen kommt, desto dramatischer ist der Rückgang gewesen und desto stärker geht er auch weiter. Für Westdeutsche ist es teilweise paradiesisch, was sie in Ostdeutschland noch erleben können und hören können und für Engländer ist es paradiesisch, was sie in Westdeutschland noch hören können. Seit 98, 99 gehen die Bestände zurück in ganz Deutschland und hat einen dramatischen Schub bekommen ab 2007. Da fing das nämlich an mit dem Energiepflanzenanbau, mit dem Energiemaisanbau durch das Erneuerbare Energiegesetz. Biogasanlagen sprossen überall wie Pilze aus dem Boden und die EU-Flächenstilllegung wurde abgeschafft. Und das ist ein Rieseneinschnitt gewesen und seitdem stürzen die Bestände vieler Arten steil ab."

BirdLife International ist eine internationale Organisation zum Schutz von Vögeln, ihrer Lebensräume und der weltweiten Erhaltung der Artenvielfalt mit Sitz in Cambridge. BirdLife International

Vogel & Natur ist ein Onlinemagazin zur Natur- und Vogelbeobachtung. Es bietet jedem Natur- und Vogelfreund nützliche Informationen und praktische Tipps für seine Freizeitgestaltung.

Ein Haussperling, mit wissenschaftlichem Namen passer domesticus. (picture alliance / dpa /  Hinrich Bäsemann)Ein Haussperling, auch Spatz genannt. (picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)

Der Haussperling ist zurzeit der häufigste Gartenvogel

Der Haussperling wurde auch bei der diesjährigen Stunde der Gartenvögel am häufigsten gezählt, melden NABU und Landesbund für Vogelschutz.
Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die am zweiten Mai-Wochenende vom 12. bis 14. Mai stattfand. 60.000 Teilnehmer haben aus fast 40.000 Gärten Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,8 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise. Mehr:

Professor Dr. Johann Friedrich Naumann, Ornithologe (1780 - 1857), Begründer der wissenschaftlichen Vogelkunde Mitteleuropas, veröffentlichte u.a. die 13bändige "Naturgeschichte der Vögel Deutschlands". (picture-alliance / dpa)Professor Dr. Johann Friedrich Naumann, Ornithologe (1780 - 1857), Begründer der wissenschaftlichen Vogelkunde Mitteleuropas, veröffentlichte u.a. die 13bändige "Naturgeschichte der Vögel Deutschlands". (picture-alliance / dpa)

Der Begründer der Ornithologie in Deutschland, J. F. Naumann, zeichnete und beschrieb die Vögel Mitteleuropas wie keiner vor ihm. Heute ist der geniale Maler und Wissenschaftler fast vergessen. Johann Friedrich Naumann bei Wikipedia

Die Vogelsammlung J.F. Naumanns

Das Museum
Das Naumann-Museum in Köthen beherbergt seit über 170 Jahren nahezu den gesamten Nachlass des berühmten Vogelkundlers. Die Vögel sind in verglasten Kästen, mit Hintergrundmalerei und in Naturrequisiten angeordnet. Den besonderen ästhetischen Reiz dieser einzigartigen Memorialsammlung macht der Stil des Biedermeier aus. Bücher, Manuskripte, Kupferstiche und Zeichnungen sowie Jagdgeräte und persönliche Gegenstände aus dem Naumannschen Nachlass komplettieren die Sammlung.

Johann Friedrich Naumann ( 1780-1857) Museum für Ornithologie, Ornithologiegeschichte, Vogelkunde (imago / Köhn)Johann Friedrich Naumann ( 1780-1857) Museum für Ornithologie, Ornithologiegeschichte, Vogelkunde (imago / Köhn)

Die Vogelsammlung
Unter den zahlreichen Lebens- und Schaffenszeugnissen der Familie Naumann nimmt die Vogelsammlung einen zentralen Platz ein. Sie ist das weltweit einzige vorzüglich erhaltene Zeugnis einer Vogelsammlung der Biedermeierzeit. An ihr läßt sich nicht nur die Entwicklung der Präparation vom im Ofen mumifizierten Vogel über auf Holzkörper modellierte Stücke bis hin zur Dermoplastik verfolgen, sondern auch der Stand der Vogelsystematik.

Arnulf Conradi, passionierter Ornithologe

Er gab 2009 eine Neuausgabe der Vögel Mitteleuropas von Johann Friedrich Naumann heraus. Mehr

Arnulf Conradi: "Also bei mir fing das sogar schon in der Kindheit an. Mir hat 48 oder 49 in Kiel irgendjemand ein kleines Fernrohr geschenkt, ein kleines Fernglas, eher ein Operngucker. Und mit dem bin ich losgezogen. Und in der Nähe unserer Wohnung war der Schrevenpark, wo viele Enten und Gänse waren. Die Zoologische Abteilung der Universität Kiel hat versucht, möglichst alle Gänse und Enten der Welt da zu versammeln. Das haben sie natürlich nicht geschafft und die hab ich dann mit dem Fernglas beobachtet. Das war der Anfang. Da war ich etwa fünf oder sechs. Und ich weiß noch, als ich acht war, als mein Vater mir eigentlich Brehms Tierleben kaufen wollte. Wir waren im Laden und das war eine der großen Enttäuschungen der Kindheit, dass mein Vater dann meinte, es wäre doch zu teuer. Dann habe ich's nicht gekriegt."

Johann Friedrich Naumann. Die Vögel Mitteleuropas. Eine Auswahl. Herausgegeben und mit einem Essay von Arnulf Conradi. Die Andere Bibliothek 2009
Ein Werk der Wunder - jetzt mit 80 bislang unveröffentlichten Aquarellen
»Johann Friedrich Naumann lebte in einer Zeit des naturwissenschaftlichen Aufbruchs, und er zählte zur Avantgarde dieser Bewegung. Überall in Europa blickte man plötzlich mit Interesse auf die Natur, forschte, reiste, entdeckte, katalogisierte, klassifizierte. Rückblickend kann man sagen, dass diese Bewegung, die in England wohl am lebhaftesten war und am systematischsten vonstatten ging, ein paar Jahrzehnte später zur Evolutionstheorie Darwins führte, welche die Naturforschung auf eine neue Grundlage stellte. Naumann wurde damals fraglos als der größte Ornithologe Deutschlands angesehen. Seine grundlegende Leistung war die Naturgeschichte der Vögel Deutschlands, deren letzter Band im Sommer 1844 erschien. Alle 380 Illustrationen zeichnete und stach er selbst in Kupfer. Die Vorlagen in Aquarell sind atemberaubend. Nie zuvor hat es ein vergleichbar gründliches, mit so viel Sachkenntnis und persönlicher Erfahrung angereichertes Buch über die deutsche Vogelwelt gegeben, und man musste bis ins 20. Jahrhundert warten, um auch nur annähernd Gleichwertiges zu entdecken.«

Der zehnjährige Paul Jonas (l) testet mit dem dreijährigen Jonte am Donnerstag (07.05.2009) in Potsdam das Vogelquiz des NABU. Die Umweltorganisation veranstaltet am kommenden Wochenende die "Stunde der Gartenvögel" (picture-alliance/ ZB / Bernd Settnik)NABU startet Stunde der Gartenvögel (picture-alliance/ ZB / Bernd Settnik)

Top 10 Garten-Vögel: Mit ein paar Tricks lassen sie sich alle gut unterscheiden.- NABU bei Youtube

Aktion "Stunde der Wintervögel" bestätigt weniger Vögel
Auffallend wenige Vögel ließen sich in den vergangenen Monaten an Futterstellen blicken. Dass diese Beobachtung flächendeckend zutrifft, bestätigte die Aktion "Stunde der Wintervögel", an der rund 125.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde teilnahmen.

Vogelsterben Deutschland 2017
Ursachen: Insektensterben, Agrargifte, Neonicotinoide, Naturzerstörung, Vogelschlag, Katzen, Verkehr oder Windräder & Rabenvögel?
Im Winter 2016/2017 rufen bei uns im Freiburger BUND-Büro immer häufiger besorgte Menschen an, die von deutlich geringeren Zahlen beobachteter Vögel und einem Vogelsterben berichten. Einige aktuelle Studien belegen diese Beobachtungen und nennen vielfältige Gründe für den Rückgang einiger Vogelpopulationen. Mehr

Gemeinsam Natur erleben

Der Vogelkundler und Biologe Dr. Uwe Westphal, aufgenommen am Rande der MDR Talkshow "Riverboat" am 12.05.2017 in Leipzig (Sachsen). (picture-alliance / dpa / Thomas Schulze)Der Vogelkundler und Biologe Dr. Uwe Westphal, aufgenommen am Rande der MDR Talkshow "Riverboat" am 12.05.2017 in Leipzig (Sachsen). (picture-alliance / dpa / Thomas Schulze)

Es gibt einen Menschen in Deutschland, der, wie wohl kein anderer hierzulande, die Sprache der Vögel spricht, sich dem Vogelgesang durch Imitation nähert:
Dr. Uwe Westphal  (geb. 1957 in Hamburg), Dipl.-Biologe, Fachredakteur und Buchautor, Zertifizierter Natur- und Landschaftsführer, Tier- und Vogelstimmen-Imitator. Mehr

Uwe Westphal. Naturexkursion. 1 Audio-CD. 2008 Edition Ample
Diese Audio-CD enthält die Stimmen von 73 heimischen Säugetieren, Vögeln, Amphibien und Insekten naturgetreu nachgeahmt von dem Biologen und Tierstimmen-Imitator Uwe Westphal. Die Verknüpfung mit seinen einprägsamen Erläuterungen, die im 32-seitigen Beiheft zusätzlich abgedruckt sind, garantiert ein unterhaltsames und lehrreiches Hörerlebnis. Zusätzlich vermittelt die Komposition naturgetreuer Klangbilder einen ganz besonderen Naturgenuss aus der Kehle des Meisters der Imitation. Lassen Sie sich durch diese neue Art der Präsentation von Uwe Westphal für unsere Tierwelt begeistern wie bei einer echten Naturexkursion!

Uwe Westphal. Hecken - Lebensräume in Garten und Landschaft. Ökologie - Artenvielfalt - Praxis. 2011 Pala-Verlag
Hecken und Sträucher sind im Garten beliebt. Als lebendige Grenzen strukturieren sie den Raum, bieten Sichtschutz und Windschutz. Dort starten Jungvögel erste Flugversuche und verschlafen Igel den Tag. Blütenwolken im Frühjahr und essbare Früchte im Herbst sind ein Erlebnis für alle Sinne. Doch Hecken pflanzen und pflegen will gut bedacht sein, damit das Ergebnis den Erwartungen des Gärtners entspricht.
Mit spannendem Hintergrundwissen, teils unbequemen Denkanstößen und praktischer Hilfe weist dieses Buch den Weg zum Lebensraum Hecke einem Hotspot der Artenvielfalt direkt vor unserer Tür.
Detailliert beschreibt Uwe Westphal die ökologische Bedeutung von Hecken für Tiere und Pflanzen und porträtiert stellvertretend typische Vertreter wie Haselmaus und Goldammer, Wildrosen und Weißdorn. Geeignete Gehölzarten werden vorgestellt und wichtige Aspekte wie standortgerechte Pflanzenwahl, Platzbedarf und Schnitt praxisnah erklärt.
Ein Buch, das zum Schutz bestehender Hecken und Sträucher anregt und mit viel Praxiswissen aufgrund langjähriger Erfahrung bei Neupflanzung und Pflege hilft.

Uwe Westphal und Hans-Heiner Bergmann, Grundkurs Vogelstimmen. m. DVD. Heimische Vögel an ihren Stimmen erkennen. 2010 Quelle & Meyer
Um Vögel an ihrer Stimme zu erkennen, benötigt man einen einprägsamen "Einstieg". Reine Tondokumente, wie sie zahlreich im Handel angeboten werden, sind hierfür nicht ausreichend. Die Vogelstimmenexperten Hans-Heiner Bergmann und Uwe Westphal haben in dieses didaktisch besonders für Einsteiger konzipierte Buch ihre jahrzehntelange Erfahrung aus unzähligen Bestimmungskursen eingebracht. Alle Lektionen sind durch eine beigefügte DVD akustisch unterlegt. Ein nach Lebensräumen aufgebautes Trainingsprogramm sowie eine herausnehmbare Bestimmungskartei machen für die Praxis "fit".

Spannende Parallele zum menschliche Sprachlernen

Die Gesänge und Rufe von 30 Singvögel - bei Youtube

Nachtigall (T. Dove)Nachtigall (T. Dove)

Die Bioakustikerin und Nachtigallenforscherin Silke Kipper

Prof. Silke Kipper, Biologie-Professorin an der FU Berlin, Bioakustikerin und Nachtigallenforscherin. Ihr Forschungsprojekt: 'Langzeitstudie zu Gesang und Verhaltensökologie der Nachtigall'. Mehr als zehn Jahren erforschte sie zwei Nachtigallenpopulationen in Berlin und bei Potsdam, etwa 60 Nachtigallenpaare, u. a. auch die alljährliche Gesangsentwicklung der einzelnen Vögel.

Silke Kipper: "Spannende Parallele zum menschlichen Sprachlernen: wir haben erstmal diese Phase, wo die kleinen Nachtigallküken, offensichtlich in einer klar abgegrenzten Zeit Input brauchen, also wirklich erstmal nur sensorisch lernen oder sprich, hören müssen. Die sind selber dann noch ganz stille, machen vielleicht noch einen Bettelruf, aber die vokalisieren selber noch nicht. Dann geht's ans Mausern, dann wird nach Afrika geflogen und dann, etwa so im späten November, Dezember fangen die kleinen Vögel an, selber Klänge zu produzieren. Das ist weit davon entfernt, wie Nachtigall zu klingen. Selbst ein erfahrener Ornithologe würde da nicht sagen, das ist jetzt ein Nachtigallgesang. Das ist das, was wir als 'Subsong' bezeichnen. Das ist einfach ein Rumgepiepse von vielen kleinen schönen Elementen, die aneinandergereiht werden. Und im Laufe des Winters, Januar, Februar, März wird der Gesang dann langsam Stück für Stück strukturierter, das heißt diese kleinen Piepselemente werden langsam wieder in bestimmte Folgen gebracht. Es treten erste Wiederholungen auf."

Gelegenheit macht Seitensprünge - Studie zum Brutverhalten von Nachtigallen

Seit 50 Jahren ein Vogelforscher: Walther Streffer

In Stuttgart forscht ein Ornithologe seit 50 Jahren zum Vogelgesang. Er ist Buchantiquar und in der Vogelforschung entschiedener Autodidakt: Walther Streffer. Dem Mann scheint kaum eine Veröffentlichung auch der internationalen wissenschaftlichen ornithologischen Literatur zu entgehen. Seine von Kennern geschätzten Bücher mit Titeln wie 'Magie des Vogelgesangs' oder 'Klangsphären - Motive der Autonomie im Gesang der Vögel' erscheinen in einem anthroposophischen Verlag. Walther Streffer ist mit seinen Beobachtungen und Notizen aus fünf Jahrzehnten dem Vogelgesang auf die Spur gekommen, insofern der Gesang, wie er sagt, 'über das biologisch Notwendige hinausgeht', sprich dem Gesang jenseits des Selektionskampfes der Gene. Seine wichtigsten Arbeitswerkzeuge sind die Ohren, der Notizblock und Sonagramme. Am Anfang seiner Forschung stehen einfache, im Grunde jedem Vogelfreund geläufige Beobachtungen zum Territorialverhalten der Vögel und überraschende Fragen.

Walther Streffer ist Langjähriges Mitglied der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, des BUND sowie weiterer Naturschutzorganisationen. Seit über vierzig Jahren leitet er Vogelstimmen-Exkursionen, unter anderem auch viele Jahre für den Bund für Vogelschutz in Stuttgart, jetzt: Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU). Vielfältige ornithologische Reisen; außerhalb Europas vor allem zahlreiche Aufenthalte in verschiedenen Ländern der Sahara, in Ost- und Westafrika und mehrfach in den Tropischen Regenwäldern Indonesiens.

Walter Streffer: "Hundertfach habe ich immer wieder in Seminaren, in Vorträgen, auf Exkursionen die Menschen gefragt, wann haben Sie denn schon mal zwei Buchfinken, zwei Amseln, zwei Singdrosseln auf einem Ast nebeneinander singen hören? Das ist ein Phänomen, was es nicht gibt. Das spricht aber gerade für diese Territorialität, aber auch dass das Territorium mit dem Gesang verbunden ist. Denn ein Buchfink lässt ja den anderen ins Revier, aber nicht singen. Das erträgt man nicht. Und damit hängt eng zusammen, dass eben die geselligen Arten, die Sperlinge, die Schwalben, die haben keinen eigenen individuellen klangvollen Gesang entwickelt. Das ist so ein Gezwitscher, das ist sehr hübsch, aber das stört auch unsere Ohren nicht, wenn da zehn Schwalben das treiben. Innerhalb der Evolution haben sich eben Arten herausgebildet, die 'haben' (Wort fehlt!) individuellere, markantere Gesänge, und damit einher geht eben, dass man für solche klangvollen Gesänge eine Distanz braucht."

Walter Streffer. Magie der Vogelstimmen, m. Audio-CD. Die Sprache der Natur verstehen lernen. 2005 Freies Geistesleben

Walter Streffer. Klangsphären. Motive der Autonomie im Gesang der Vögel. 2009 Freies Geistesleben
Wer den vielfältigen Gesang der Vögel näher studiert, macht erstaunliche Entdeckungen: Da gibt es den erregten Kampfgesang, einen entspannten, vielfältigen Motivgesang, Wechselgesänge in verschiedensten Variationen und bei einigen Arten sogar einen ausgeprägten Imitationsgesang manche Vögel sind wahre Gesangskünstler. Es zeigt sich, dass Singvögel aufeinander horchen und fähig sind, Gehörtes wiederzugeben. Die psychische Affinität zum Musikalischen ist bei ihnen wesentlich größer als bei anderen Tiergruppen.
Wie diese Phänomene zu verstehen sind und welche Bedeutung sie in der tierischen Evolution haben, führt Walter Streffer an zahlreichen Beispielen und weiterführenden Überlegungen aus. So kommt er schließlich zu einer Betrachtung des Musikalischen in der Tierwelt überhaupt und der Freiheitsentwicklung im Leben der Singvögel.

Walter Streffer. Wunder des Vogelzuges. Die großen Wanderungen der Zugvögel und das Geheimnis ihrer Orientierung. 2005 Freies Geistesleben
Jahr für Jahr machen sich die Zugvögel auf den Weg in zum Teil weit entfernte Winterquartiere und immer wieder finden sie zurück. Welche Zugrouten nehmen sie, welche Flugleistungen vollbringen sie dabei, wo liegen ihre Ruheziele und wann ziehen welche Arten wohin? Walther Streffer beobachtet die Vögel seit Jahren. Auf Grund seiner Erfahrungen und profunder Kenntnisse der Fachliteratur erklärt er dem Leser die wunderbare Welt der Zugvögel.

Das Wunder des Vogelflugs

Wer sich in den Wunderkammern der Natur der Vogelwelt aufhält, kommt am Wunder des Vogelzugs nicht vorbei. Vieles ist in den vergangenen Jahrzehnten erforscht worden, vieles noch unbekannt.
Fast alle Vögel ziehen, kürzere oder längere Strecken. Die Zugstrecken schwanken zwischen ein paar hundert Metern, etwa bei Auerhühnern im Schwarzwald und 40.000 km, die Zugstrecke der Küstenseeschwalbe, der Weltrekordhalterin. Etwa die Hälfte unserer Singvögel sind Langstreckenzieher und etwa 50 Millionen Vögel, so eine grobe Schätzung der Vogelzugforscher, machen sich von Deutschland aus jeden Herbst auf in südlichere Gefilde - immer noch. Es werden in den letzten Jahrzehnten weniger, eine Folge der Klimaentwicklung. Wie beim Vogelgesang stellt sich die Frage, wozu der ganze Aufwand? Anders als beim Gesang, ist die Wozu- und Warum-Frage weitgehend geklärt, in wichtigen Teilen ungeklärt ist das Wie? Wie orientiert sich ein Kuckuck auf seinem Alleinflug, um von seinem deutschen Brutgebiet in sein Überwinterungsgebiet in den Kongo zu kommen?

Der Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold ist am 27.01.2017 Gast in der Talkshow 3nach9 im Sendesaal von Radio Bremen. (picture-alliance / dpa / Ingo Wagner)Der Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold ist am 27.01.2017 Gast in der Talkshow 3nach9 im Sendesaal von Radio Bremen. (picture-alliance / dpa / Ingo Wagner)

Der Ornithologe Peter Berthold

Einer der großen Kenner des Vogelzugs ist der Ornithologe und frühere Direktor der Vogelwarte Radolfzell Peter Berthold

Warum seine Vogel-Leidenschaft bis heute ungebrochen ist, erzählt der unermüdliche Verhaltensforscher bei 3nach9. ARD-Mediathek

Ein Interview mit Peter Berthold

Peter Berthold: "Also bei uns etwa die Hälfte der ziehenden Singvögel geht über die Sahara, das sind Langstreckenzieher, also die ganzen Arten wie Gartengrasmücke und Neuntöter und dann die meisten Rohrsänger, wie Schilfrohrsängern und Drosselrohrsänger, Sumpfrohrsänger ziehen bis in die Südspitze Südafrikas, bis in den Krüger Nationalpark. Bei uns ist der Rekordhalter im eurasischen Raum der Steinschmätzer. Und zwar haben wir Steinschmätzer, die im Laufe der Evolution sich so ausgebreitet haben, dass sie bis nach Nordostsibirien ihr Brutgebiet ausgedehnt haben. Und von dort haben dann einige einen Hops über die Beringstraße gemacht und brüten in Alaska, haben aber gar nicht mitbekommen, dass man eigentlich in Alaska auch hinten rum über Grönland oder Island nach Afrika ziehen könnte, sondern ziehen jetzt so, wie sie in ihre Brutgebiete gekommen sind von Alaska über die Beringstraße nach Sibirien durch ganz Sibirien durch, erscheinen dann irgendwo in Israel und gehen dann runter und überwintern irgendwo im südlichen Afrika und das sind Flugstrecken, die ungefähr 25.000 km ausmachen, als Singvogel."

Wie sind solche Flugleistungen physiologisch zu schaffen?

Peter Berthold: "Nehmen wir etwa mal beim Sumpfrohrsänger, der verlässt im Sommer den Raum Hamburg irgendwann im Juli und kommt etwa um die Jahreswende im Krüger Nationalpark an, das heißt der ist ein paar Monate unterwegs und fliegt so ungefähr 30 Stundenkilometer und braucht dann eben für seine 12.000 Kilometer relativ wenige Flugstunden. Die meiste Zeit sitzt er irgendwo rum, frisst was. (Und wenn wir mal ne Rauschwalbe nehmen und schauen, was ne Rauschwalbe bei uns macht, wenn die Junge aufzieht. Sowie es hell wird, verlässt die den Kuhstall, fliegt den ganzen Tag auf und ab und hin und her und sammelt Futter, um die Brut zu füttern. Da ist der Zug eigentlich ne relativ angenehme Sache. Da muss sie nämlich nur geradeaus fliegen, braucht sich um Futtersammeln für die Jungen gar nicht zu bekümmern.) Interessant wird's vor allem bei den Arten, die große Nonstop-Flüge machen (und da haben wir natürlich inzwischen solche Werte, dass man das im Grunde wiederholen muss, um es überhaupt jemandem glaubhaft zu machen.) Der Weltrekord, der jetzt gemessen vorliegt sind 11.700 Kilometer nonstop, (ich wiederhole es noch mal: 11.700 Kilometer nonstop,) von einem mittelgroßen Vogel, der etwa so groß ist wie'ne Taube, nämlich die Pfuhlschnepfe, und die zieht diese Strecke von Neuseeland nach Alaska und zurück (und zwar können das nur die Weibchen, weil die ein Drittel größer sind als die Männchen. Die Männchen müssen einmal im Raum China oder sonst wo zwischenlanden und sich mal wieder auftanken. Und die Weibchen können das tatsächlich am Stück schaffen). Die fliegen 200 Stunden am Stück für diese 11.700 km, damit sind wir in der Reichweite von Großraumflugzeugen. Und wie kann man das schaffen? Das ist ganz einfach. Man braucht dazu den bestmöglichen Treibstoff, den man sich im Tierreich vorstellen kann, übrigens auch bei uns, und das ist Fett. Das fressen sie sich vorher an, die Fettdepots und mit diesen Fettdepots ist das zu leisten. Das schaffen übrigens auch Zwerge. Wir haben eine Vogelart in Amerika, den Rubinkehlkolibri, gehört zwar nicht direkt zu den Singvögeln aber ganz in die Nähe, Gewicht vier Gramm. Und der fliegt nonstop über den Golf von Mexiko. Das sind immerhin 1000 Kilometer, mit vier Gramm und hat ungefähr zwei Gramm Fett."

Eine Dame bei der Aufnahme der Lautstärke des Gesanges der Kohlmeisen im Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewisen. (picture-alliance / dpa / Axel Griesch)Aufnahmen der Lautstärke des Gesanges der Kohlmeisen im Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewisen. (picture-alliance / dpa / Axel Griesch)

Das Max-Planck-Institut für Ornithologie

Das Institut besteht aus vier Abteilungen und mehreren selbstständigen Forschungsgruppen, die sich mit verschiedenen ornithologischen Fragestellungen befassen und dabei zahlreiche biologische Disziplinen zusammenführen.
Beide Standorte des Max-Planck-Instituts für Ornithologie, in Seewiesen und in Radolfzell, können auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung.
Am gesamten Institut arbeiten und forschen über 220 Mitarbeiter. Das MPIO unterhält enge Kooperationen zu einer Reihe von internationalen Instituten mit vergleichbaren Forschungsschwerpunkten.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.
Der DDA  ist der Zusammenschluss aller landesweiten und regionalen ornithologischen Verbände in Deutschland. Er vertritt damit etwa 8.000-9.000 Feldornithologen und Vogelbeobachter.

Brodowin – das Dorf der sieben Seen

Blick auf Brodowin (Martin Flade)Blick auf Brodowin (Martin Flade)

Brodowin liegt im Landkreis Barnim in Brandenburg. Die eiszeitlich geprägte Landschaft aus Seen, Wiesen und Wäldern steht wegen ihrer vielfältigen Flora und Fauna unter dem Schutz des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.

Diese in Deutschland beispiellose Vielfalt der Vogelwelt in Brodowin hat mit der besonderen Naturausstattung der Brodowiner Gemarkung, die Teil des Biospährenreservats Schorfheide/ Chorin ist, zu tun und mit Schutzaktivitäten des Menschen in den letzten 20 Jahren.

Hügelig ist die Endmoränenlandschaft dort mit ihren Kiefern- und Laubwäldern, Trockenrasenkuppen, den Drumlins, durchzogen von tiefen Rinnen- und Flachseen, Söllen, kreisrunden Teichen in sandigen Äckern und auffällig biotopreich mit breiten Ufer-, Feld- und Wiesensäumen, gepflegten Hecken über viele Kilometer und Kopfweiden entlang von Feldwegen.

Diese Landschaft ist Resultat einer in Deutschland einmaligen Entwicklung der großflächigen Umstellung auf ökologischen Landbau gleich nach der Wende, und der auf Forschung basierenden Optimierung für den Naturschutz, ein Modell für eine zukünftige Landwirtschaft, für eine lebendige Agrarlandschaft, in der es wieder genug Lebensraum für Vögel gibt.

Mittelpunkt ist der Landwirtschaftsbetrieb Ökodorf Brodowin. Er bewirtschaftet 1240 ha nach den Regeln der ökologischen Landwirtschaft, ohne Herbizide, Fungizide, Pestizide und ohne mineralische Dünger. Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Kompost, Mist und vielfältige Fruchtfolgen erhalten, das Vieh durch eigenes Feldfutter, Kleegrasgemisch, ernährt. Alle Produkte, ob Getreide, Gemüse, Milch oder Fleisch sind so Teil eines natürlichen Kreislaufs. Mehr Natur als in der ökologischen Landwirtschaft ist nicht möglich, so die gängige Vorstellung. Aber auch in der ökologischen Landwirtschaft gibt es erhebliche Konflikte zwischen landwirtschaftlichem Betrieb und der Natur.

Landschaftsökologe Martin Flade: "Man muss gerade in Brodowin sagen, dass das Vogelkonzert sich vielleicht so anhört wie vor 100, 200 Jahren, aber dass Landschaften entstanden sind, die es so noch nie gegeben hat Denn es wird die Struktur der großen kollektiven Landwirtschaft mit sehr großen Schlägen und moderner Bearbeitungstechnik kombiniert mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus, aber nicht als kleinbäuerlicher Familienbetrieb im Allgäu, wie man sich als Großstadtromantiker den Ökolandbau vorstellt, sondern als hochmoderne, effizient arbeitende große Betriebe. Und in Brodowin kann man einerseits erkennen, dass sich die biologische Vielfalt in diesen Landschaften neuen Typs ganz anders entwickelt, dass die Arten, die allgemein abnehmen, dort überwiegend nicht abnehmen, sich teilweise sogar erholen. Und in Brodowin kommt noch verstärkt hinzu, weil das die erste ganze Gemarkung war 1990, die auf Ökolandbau umgestellt hat, dass da viel geforscht wurde, gerade zum Zielkonflikt zwischen Naturschutz und ökologischem Landbau und die Biologen festgestellt haben, dass es da auch Konflikte gibt. Also auch der ökologische Landbau ist nicht für alle Arten gut und es gibt Arten, die haben Probleme. Das einleuchtendste Beispiel ist das Kleegras. Ökolandbaubetriebe brauchen Kleegras, um dem Boden Ruhepausen zu gönnen. 2 von 8 Jahren sind Kleegras. Das ist für die Bodenfruchtbarkeit wichtig. Der Boden kann sich erholen. Und diese Kleegrasflächen sind blütenreich, die sind attraktiv für Insekten, für Schmetterlinge, für Heuschrecken durch Klee und Luzerne usw. Die sind dicht besiedelt mit Vögeln. Aber sie werden häufig gemäht, möglichst drei-, viermal im Jahr. Und dann kann es zu der Situation kommen, dass ich ne hohe Dicht von Vögeln und anderen Arten hab, auch Feldhasen, und nichts hochkommt dort. Weil, bevor die Vögel, die jungen Feldlerchen oder Braunkehlchen das Nest verlassen, wird gemäht und die Bruten sind kaputt. Es wurde das Prinzip dann entwickelt, der erste Schnitt für den Bauern, der zweite Schnitt für die Lerchen. Der zweite Schnitt, wenn der herausgezögert wird, dann können viele Feldvögel ihren Brutzyklus unterbringen zeitlich und wenn dann die Vögel ausgeflogen sind, kommt erst der zweite Schnitt. Andere Dinge wurden ausprobiert auf den Äckern, mit der mechanischen Unkrautentfernung, dem sog. Striegeln wurden Versuche gemacht, mit der Heckenpflege, mit den Flurgehölzen usw., mit Drilllücken, mit absichtlich schlampiger Arbeit sozusagen, um Ackerwildkräutern ne Chance zu lassen. - Das Besondere ist vielleicht auch, dass Brodowin kein Labor ist eigentlich, sondern es ist ein normal wirtschaftender Betrieb, der sich auf dem Markt behaupten muss. Und aus diesem Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Naturschutzes, die die Biologen formulieren und den Anforderungen an einen wirtschaftlich arbeitenden Betrieb, aus diesem Spannungsfeld heraus entstehen dann praktikable Lösungen , gute Lösungen, die man dann auch woanders übertragen und einsetzen kann."

Hans-Heiner Bergmann, Wildtraud Engländer. "Die große Kosmos Vogelstimmen DVD" 220 Vögel, 220 Filme, 220 Stimmen Franckh-Kosmos Verlag 2012
Ob neugieriger Einsteiger oder erfahrener Ornithologe: Von diesen zwei innovativen DVDs profitieren alle Vogelfreunde. Hier kann man Vögeln beim Singen oder Rufen aus der Nähe zusehen. So prägen sich die Stimmen viel leichter ein. 220 Vogelarten mit ihren Rufen und Gesängen erfreuen uns durch wunderschöne Bilder in Filmen, die Vögel singen dabei schnabelsynchron! Auf der ersten DVD werden 110 Singvögel, auf der zweiten DVD 110 Nicht-Singvögel vorgestellt. Das Artenspektrum reicht dabei von der Alpenbraunelle bis zum Zistensänger und vom Alpenstrandläufer bis zum Zwergtaucher. Ein Sprecher erklärt jede Darstellung, das Begleitbuch informiert noch ausführlicher. Ein unerreichtes ornithologisches Film-Erlebnis.

Hans-Heiner Bergmann, Wildtraud Engländer. "Amsel, Drossel, Fink und Star. Unsere beliebtesten Vögel". Franckh-Kosmos Verlag, 2008
Unsere beliebtesten Sänger und bekanntesten Gartenvögel können Sie jetzt auf DVD genießen. Schauen und hören Sie selbst, welche Vögel rund ums Haus zu entdecken sind. Diese DVD nimmt Sie mit auf eine Expedition zu den Vögel im Garten und in der Stadt. So können Sie die Vögel nicht nur hören, sondern Ihnen bei ihren stimmlichen Meisterwerken sogar zusehen. Ein schnelles Wiedererkennen ist garantiert! Kompakt: die 30 wichtigsten Sing- und Gartenvögel - von der Amsel bis zum Zilpzalp. Brillant: Filme mit "schnabelsynchronem" Originalton der Rufe, Gesänge und Instrumentallaute. Einfach: alle Vögel sind alphabetisch und nach Verwandtschaft anwählbar. Praktisch: wahlweise an- und abschaltbarer Sprechertext. Extra: Begleitbüchlein zu allen Arten Naturgenuss und DVD-Vergnügen in einem: Das Vogelhighlight in Ihrem Wohnzimmer!

Amselhahn, turdus merula (picture alliance / Hinrich Bäsemann)Amselhahn, turdus merula (picture alliance / Hinrich Bäsemann)

Ludwig Quandt, Solocellist

Marc Constantine
Über die Bedeutung des Vogelgesangs ist bislang wenig bekannt. Das will nun ein britischer Seifenmillionär ändern: Er schuf die ambitionierteste Vogelstimmensammlung der Welt. Mehr - über 36.000 Tonaufnahmen von Vogelstimmen

The National Aviary is America's only independent indoor nonprofit zoo dedicated exclusively to birds.

Die große Vogelschau: Deutschlandradio Kultur widmet in jedem Frühling der Vogelwelt eine Themenwoche

Musikliste

Die Musik von Vivaldi und Rameau, von Mozart bis Strawinsky und Messiaen während dieser Langen Nacht der Singvögel macht hörbar, wie bedeutsam Vogelgesang als Inspirationsquelle für Komponisten seit jeher war.

Titel: Temperate Woodland
Interpret: David Rothenberg
Komponist: David Rothenberg
Label: Terra Nova Music
Best.-Nr: B0007W116S
Plattentitel: CD: Why birds sing

Titel: aus: Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 53 D-Dur, Hob. III: 63 (op. 64 Nr. 5),
1. Satz: Allegro moderato
Ensemble: Quatuor Mosaïques
Komponist: Joseph Haydn
Label: Auvidis
Best.-Nr: E 8875

Titel: aus: Le rossignol. Conte lyrique in 3 Akten (Die Nachtigall), "Ah! Joie"
Lied der Nachtigall, 2. Akt
Solist: Natalie Dessay (Sopran)
Orchester: Orchestre de l'Opéra National de Paris
Dirigent: James Conlon
Komponist: Igor Strawinsky
Label: VIRGIN CLASSICS
Best.-Nr: 00946-363332-2

Titel: aus: Bilder einer Ausstellung (orchestrierte Fassung),
Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen
Orchester: Royal Concert Orchestre
Dirigent: Mariss Jansons
Komponist: Modest Mussorgskij
Label: RCO Live
Best.-Nr: SACD 09004

Titel: Le Merle noir für Flöte und Klavier (Die Amsel)
Solist: Emmanuel Pahud (Flöte)
Solist: Eric Le Sage (Klavier)
Komponist: Olivier Messiaen
Label: EMI CLASSICS
Best.-Nr: 2174702

Titel: Le rappel des oiseaux (5)
Solist: Olivier Baumont (Cembalo)(Clavecin Ruckers-Taskin 1646-1780)
Ensemble:
Komponist: Jean-Philippe Rameau
Label: ADDA
Best.-Nr: 581120

Titel: aus: Karneval der Tiere für 2 Klaviere, 2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, Flöte, Klarinette, Harmonika und Xylophon (Le carnaval des animaux. Grande fantaisie zoologique),
Nr. 10: Volière
Länge: 01:10
Solist: Lars Vogt & Friends
Ensemble:
Komponist: Camille Saint-Saëns
Label: EMI CLASSICS
Best.-Nr: keine

Titel: Blackbird
Interpret: The Beatles
Komponist: John Lennon, Paul McCartney
Label: Emi
Plattentitel: The Beatles

Titel: Le Loriot aus: Catalogue d'oiseaux. Für Klavier.. Gesamtaufnahme (Der Pirol)
Solist: Anatol Ugorski (Klavier)
Komponist: Olivier Messiaen
Label: Deutsche Grammophon
Best.-Nr: 439214-2

Titel: White crested laugh
Interpret: David Rothenberg
Komponist: David Rothenberg
Label: Terra Nova Music
Best.-Nr: B0007W116S
Plattentitel: CD: Why birds sing

Titel: aus: Der Stieglitz - Il gardellino. Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo D-Dur, op. 10 Nr. 3, RV 428 (Der Stieglitz),
2. Satz: [Ohne Bezeichnung]
Solist: Emmanuel Pahud (Flöte)
Orchester: Australian Chamber Orchestra
Dirigent: Richard Tognetti
Komponist: Antonio Vivaldi
Label: EMI CLASSICS
Best.-Nr: 0094634721226

Titel: 3. Satz: Allegretto
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Label: Karussell
Best.-Nr: 431303-2

Titel: 3. Satz: Adagio cantabile
Orchester: Orpheus Chamber Orchestra
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
Label: Deutsche Grammophon
Best.-Nr: 429783-2

Titel: Ablösung im Sommer
Solist: Thomas Hampson (Bariton)
Solist: Wolfram Rieger (Klavier)
Komponist: Gustav Mahler
Label: RNW (Radio Nederland Wereldomroep)
Best.-Nr: -

 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk