Sternzeit / Archiv /

 

Eine Sekunde mehr

Von Dirk Lorenzen

Die Erde rotiert nicht perfekt gleichmäßig - daher gibt es hin und wieder Schaltsekunden (DLR)
Die Erde rotiert nicht perfekt gleichmäßig - daher gibt es hin und wieder Schaltsekunden (DLR)

Heute Nacht bleibt scheinbar die Zeit stehen. Auf 1 Uhr 59 Minuten und 59 Sekunden folgt 1 Uhr 59 Minuten und 60 Sekunden. Erst dann ist es 2 Uhr 0 Minuten und 0 Sekunden. Es wird eine Schaltsekunde eingelegt.

Die Standardzeit der Welt heißt UTC oder koordinierte Weltzeit. Sie wird vom Büro für Maß und Gewicht in Paris verbreitet. 70 Zeitinstitute in aller Welt wirken daran mit, darunter die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig.

Dort laufen äußerst genaue Atomuhren. Allerdings rotiert die Erde nicht ganz gleichmäßig, weil sich im Innern die Materie etwas umverteilt oder Wind- und Wasserströmungen unseren Planeten leicht unrund laufen lassen.

Mit den Schaltsekunden stellt man sicher, dass trotz der unregelmäßigen Erddrehung die Sonne im Schnitt um zwölf Uhr mittags ihren Höchststand erreicht - jedenfalls auf 15 Grad Ost, dem für unsere Zeitzone maßgeblichen Längengrad, und ohne Berücksichtigung der Sommerzeit. Gäbe es die Schaltsekunden nicht, so würden sich Uhrzeit und Sonnenstand am Himmel langsam auseinander bewegen.

Die morgige Schaltsekunde hat also nichts damit zu tun, dass die Atomuhren ungenau wären. Es geht um rein astronomische Effekte.

Seit 1958 ist zwischen der Atomuhrzeit und der koordinierten Weltzeit eine Zeitdifferenz von 34 Sekunden aufgelaufen. Heute Nacht kommt eine weitere hinzu.

Genießen Sie die Extra-Sekunde! Sie macht deutlich, dass selbst in unserer hoch technisierten Epoche die Zeitmessung etwas ist, das auf den Vorgängen am Himmel beruht.

Allgemeine Informationen zu Schaltsekunden

Pressemitteilung der PTB in Braunschweig zur Schaltsekunde

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieMond und Aldebaran spielen Versteck

Heute Abend steht der Mond dicht bei Aldebaran im Stier (Stellarium)

Heute Abend zeigt sich Aldebaran im Stier nur ganz knapp rechts unterhalb des Mondes. Sein Abstand vom Erdtrabanten beträgt nicht einmal einen Monddurchmesser.

AstronomieDer Mann mit dem Kometen

Der große Komet Kohoutek von 1973 (NASA)

Morgen vor 80 Jahren kam im tschechischen Zabreh Luboš Kohoutek zur Welt. Er ist der Entdecker des großen Kometen des Jahres 1973.

AstronomieGalaxie da, Gas weg

Die Galaxie ESO 137-001 und ihr langer Gasschweif (NASA/ESA)

200 Millionen Lichtjahre von uns entfernt spielt sich gerade ein kosmisches Drama ab. Die Galaxie ESO 137-001 stürzt in den Norma-Galaxienhaufen - und wird dabei all ihrer Gas- und Staubwolken beraubt.

 

Wissen

QualitätssicherungNeurowissenschaften in der Glaubwürdigkeitskrise

Eine Frau betrachtet eine Magnetresonanztomographie-Aufnahme (MRT) eines menschlichen Gehirns. (AFP / Foto: Miguel Medina )

Weit mehr als die Hälfte aller neurowissenschaftlichen Studien sind Schrott. Zu diesem niederschmetternden Ergebnis kamen gleiche mehrere Untersuchungen der letzten Jahre. Die Situation scheint sich nicht zu verbessern. Zwei renommierte deutsche Neurowissenschaftler fordern deshalb eine stärkere Kontrolle der eigenen Zunft.