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StartseiteDas FeatureNachtfehl29.09.2017, 20:10 Uhr

Eine Zimmerreise Nachtfehl

"Vorausgesetzt ich fehle, dann kann mir nichts mehr fehlen." So ähnlich hat es Brecht geschrieben. Aber es tröstet nicht. Ein Mann. Mal sieht er nicht den Kuchen vor sich und spricht weniger als der Wind am Fenster. Dann wieder erzählt er. Ein fiebriges, halluzinogenes Hörstück, eine Begegnung in und mit der Nacht.

Von Paula Schneider

Man sieht zwei leicht zitternde Hände, die auf das häufige Symptom Morbus Parkinson hindeuten (picture-alliance / dpa-Zentralbild / Hans Wiedl)
Unwillkürliche Bewegungen und Zittern ist ein häufiges Symptom bei Morbus Parkinson (picture-alliance / dpa-Zentralbild / Hans Wiedl)

Aus einem Deutschen Reich, das ihm ein Auge ausschießt. Aus einer DDR, die ihm das zweite Auge tränen lässt. Aus dem Lehreralltag im sozialistischen Ghana und im sozialistisch-islamisch-revolutionären Irak. Geschichte. Geschichten. Fröhlich, unerwartet, bitter.

Auch vom unerwarteten Tod seiner ersten Frau erzählt er, und wie er danach den Wald hoch rennt, Tage, Wochen, Monate. Und er erzählt vom Dasein nun in der Altenwohnanlage, wo er zum Kind wird. Am bittersten aber sind die Geschichten über seine zweite Frau. Leidenschaftlich, seltsam, gemein. Realität verschwimmt, wie die Sehkraft. Krampft. Zittert unter der Geißel Parkinson. Oder unter der Medikation.

Wo ist die Grenze zwischen falsch und richtig? Ein fiebriges, halluzinogenes Hörstück, eine Begegnung in und mit der Nacht.

Produktion: Dlf 2017

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