Sternzeit / Archiv /

 

Eisberg ohne Mondlicht

Von Dirk Lorenzen

Venus und die Mondsichel Stunden nach dem Untergang (Stellarium)
Venus und die Mondsichel Stunden nach dem Untergang (Stellarium)

In dieser Nacht vor 100 Jahren ist der Passagierdampfer Titanic in den Fluten des Nordatlantiks versunken. Zum Zeitpunkt seiner Kollision mit einem Eisberg war der Planet Jupiter das hellste Objekt am perfekt dunklen Firmament. Er leuchtete im Sternbild Skorpion und war gerade erst im Südosten aufgegangen.

Der Planet Mars stand bereits tief im Westen und war zudem nur sehr leuchtschwach. Die Milchstraße, die in klarer Nacht auf See oder in den Bergen durchaus beachtlich hell sein kann, verlief rund um den Horizont und schied somit als Lichtquelle aus - ebenso wie der Mond oder die Venus, die noch lange nicht aufgegangen waren.

Es wird berichtet, die See habe spiegelglatt gelegen und nur die Sterne hätten verraten, wo das pechschwarze Meer endet und der Himmel beginnt.

Die Nacht des 14. April 1912 war also ungewöhnlich dunkel, was womöglich mit zur Schiffskatastrophe beigetragen hat. Denn für die Besatzung war es besonders schwierig, den gefährlichen Eisberg auszumachen. Hätte zu jener Zeit der Vollmond am Himmel gestanden, wäre der fatale Brocken sicher besser zu sehen gewesen und womöglich schon aus viel größerer Entfernung entdeckt worden.

So aber kam es zur Kollision und zum Untergang. Bittere Ironie hatte der Himmel zu bieten, als die Titanic versunken war. Da stiegen ausgerechnet die Sternbilder Wassermann und Fische über den Horizont.

Später, in der fortgeschrittenen Dämmerung, zeigten sich dann endlich auch die schmale Sichel des abnehmenden Mondes und links daneben die Venus. Doch da konnte ihr Licht auch nicht mehr helfen.

Zur Helligkeit von Himmelsobjekten
http://de.wikipedia.org/wiki/Scheinbare_Helligkeit

Abstruse Theorie, die den Titanic-Untergang entfernt mit dem Mond verbindet
http://news.nationalgeographic.com/news/2012/03/120306-titanic-supermoon-moon-science-iceberg-sky-sink/

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sternzeit

AstronomieEinsteins Denkmäler am Himmel

Vier Bilder desselben Quasars: Das "Einstein-Kreuz" am Himmel (NASA/ESA)

Heute vor 60 Jahren ist Albert Einstein verstorben. Seine Allgemeine Relativitätstheorie, die im Herbst hundert Jahre alt wird, ist eine Theorie der Schwerkraft, der Gravitation.

AstronomiePluto und kein Ende

Einst ein Planet, heute ein Zwergplanet: Pluto in einer Aufnahme des Hubble-Teleskops (NASA/ESA)

Heute kehrt der Zwergplanet Pluto seine Bewegungsrichtung am Himmel um. Er zieht nun "rückläufig" vor dem Hintergrund der Sterne entlang, also von links nach rechts.

AstronomieMondlauf, Kometenschweife und Sternkarten

Diagramm zur Ausrichtung der Kometenschweife (Apianus)

Heute vor 520 Jahren, am 16. April 1495, kam im sächsischen Leisnig Peter Bennewitz auf die Welt. Während seines Studiums in Leipzig, gab er sich - der damaligen Mode folgend - einen lateinischen Namen.

 

Wissen

Leben nach dem TsunamiÖkosysteme noch nicht stabil

(dpa / picture alliance / Kimimasa Mayama)

Der Tsunami, der 2011 den Norden Japans traf, tötete mehr als 20.000 Menschen, vernichtete Dörfer und zerstörte das Kernkraftwerk von Fukushima. Seine Kraft war immens - auch im Meer. Deshalb untersuchen japanische Wissenschaftler, was die Riesenwellen im Ozean angerichtet haben.