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StartseiteWissenschaft im BrennpunktElefanten im All14.10.2012

Elefanten im All

Unser Platz im Universum

Ben Moore spielt in der Elektro-Rockband MILK67 und hat für die Zürcher Street-Parade 2010 ein Love-Mobile namens Big Bang gebaut. Dieser Name kommt nicht von ungefähr: Ben Moore ist Professor an der Universität Zürich und lehrt Astrophysik. Weil er wenig schläft, hat er neben seinem Job und seinem musikalischen Hobby auch noch Zeit, ein Buch zu schreiben: "Elefanten im All. Unser Platz im Universum" heißt es, und es ist nicht weniger als ein Parforce-Ritt durch rund 14,5 Milliarden Jahre Universums- samt Erd- und Menschheitsgeschichte, gewürzt mit Geschichten aus seinem eigenen Leben.

Rezension: Dagmar Röhrlich

Ben Moore: Elefanten im All. Unser Platz im Universum (Hanser Verlag)
Ben Moore: Elefanten im All. Unser Platz im Universum (Hanser Verlag)

Moore schreibt sein Buch vor allem für Einsteiger, für Leser, die noch nicht x Bücher zu diesem Thema gelesen haben: Sie will er faszinieren und für die Physik begeistern. Dafür spannt seinen Bogen vom Urknall über die Entstehung der ältesten Sonnen, die der Planetensysteme, der Geschichte des Lebens auf der Erde bis hin zur Entstehung der Menschheit und der von ihr vorangetriebenen Entwicklung von Zivilisation und Wissenschaft. Um die gewaltigen Dimensionen, um die es hier geht, zu verdeutlichen, packt er in einem seiner Kapitel die ganze lange Geschichte nach klassischer Manier in einen 24 Stunden-Tag. Und Moore spinnt die Erzählung weiter, spekuliert darüber, was in den nächsten 24 Stunden der Erde passieren könnte bis hin zu dem Tag, an dem unsere Sonne in einigen Jahrmilliarden ihren Brennstoff verbraucht hat und stirbt.

Ben Moores Stil ist anschaulich, wenn er die Erkenntnisse, Theorien und Hypothesen der Physik beschreibt, von Schwarzen Löchern erzählt, Photonen, Hadronen und Bosonen. Er versteht es, selbst quantenphysikalische Zusammenhänge so zu beschreiben, dass auch Einsteiger ahnen, worum es geht. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Und so ist ein gut zu lesendes und spannendes Buch herausgekommen. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Er ist halt "nur" Physikprofessor. Wenn er sich auf fremde Fachgebiete Gebiete begibt, schwächelt sein Wissen. In seinem eigenen Feld ist der Autor jedoch ein sehr guter Erzähler, und es macht Spaß, ihm durch die Geschichte von Materie, Raum und Zeit zu folgen.

Ben Moore: Elefanten im All. Unser Platz im Universum
ISBN: 978-3-0369-5622-0
Kein & Aber Verlag, 384 Seiten, 24,90 Euro

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