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StartseiteVerbrauchertippAufladen zuhause und unterwegs15.02.2018

ElektroautosAufladen zuhause und unterwegs

Wer ein Elektroauto besitzt, muss dieses regelmäßig aufladen. Wer sich nicht allein auf öffentlich zugängliche Ladestationen verlassen will, kann sich beispielsweise in der eigenen Garage eine Ladebox installieren. Dabei gilt es aber einiges zu beachten - und es gibt auch Fördermöglichkeiten.

Von Michael Voregger

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An einer Ladestation im Zentrum von Leipzig am Augustusplatz stehen Elektroautos - ein Tesla und ein Volvo - zum "Auftanken". (picture alliance / dpa / Volkmar Heinz)
Das vollständige Aufladen eines Elektroautos kann bis zu zwölf Stunden dauern (picture alliance / dpa / Volkmar Heinz)
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Möglichkeiten, das eigene Elektroauto bequem und spontan aufzuladen sind ein wichtiger als Faktor, damit die Elektromobilität ein Erfolg wird. Wenn das Fahrzeug allein für den Weg zur Arbeit genutzt wird, dann reicht auch oft die Steckdose in der Garage. Sven Hansen ist Redakteur bei der Zeitschrift ct.

"Auch die sollte man allerdings durchchecken lassen bevor man so ein Fahrzeug anschließt, weil das Fahrzeug natürlich über lange Zeit auch Strom entnimmt. Es ist eben nicht wie ein Föhn, den man mal fünf Minuten hat, sondern da wird dann auch schon über Stunden hinweg signifikant Strom entnommen und da muss man schon darauf achten, dass da nicht die Leitungen glühen. Also einen Elektriker sollte man in jedem Fall zurate ziehen."

In der Regel werden die Fahrzeuge zu 90 Prozent vor der eigenen Haustür oder in der eigenen Garage geladen. Je nach Automodell und Batteriegröße können das mehr als zwölf Stunden sein. Spezielle Lade-Boxen sind leistungsfähiger und schaffen das in deutlich weniger Zeit. Bernard Meyer ist bei der Emscher Lippe Energie GmbH für die Lade-Technik zuständig.

Besondere Ladeanschlüsse sind sinnvoll

"Bei unseren Lade-Boxen mit elf  Kilowatt ist die Leistung deutlich höher.  Elf  Kilowatt sind auch notwendig, um ein Elektro-Auto möglichst zügig zu laden und elf  Kilowatt  müssen auch dementsprechend in Unterverteilung angeschlossen werden. Deswegen ist die Kabelverlegung in der Hausinstallation notwendig."

Noch größere Leistungen überfordern in der Regel den üblichen Gebäudeanschluss in Wohnhäusern und sind für die Ladung zuhause auch normalerweise nicht nötig. Die Hausverteilung muss entsprechend ausgestaltet werden. Die Kosten für die Montage der Box hängen von den Bedingungen vor Ort ab: Wie viel Meter Kabel müssen gelegt werden, müssen eventuell Wanddurchbrüche gemacht werden und ist eine kleine Brand-Abschottung nötig? Im Schnitt liegen die Kosten für das ganze Paket zwischen 1800 bis 2200 Euro. Wer sich dafür interessiert, sollte sich über mögliche Zuschüsse informieren.

Fördermöglichkeiten prüfen

"Also es gibt eine Förderung vom Land NRW für Ladeinfrastruktur. 50 Prozent der Gesamtkosten aus Box, Vorinstallation, Inbetriebnahme werden erstattet - bis 1000 Euro. Und es gibt eine Förderung von der ELE noch mal zusätzlich von 500 Euro." 

Auf Landes- und Städteebene gibt es verschiedene Förderprogramme für den Ausbau der Lade-Infrastruktur. Eine Übersicht bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Bei der Kalkulation sollen natürlich auch die Kosten für das Aufladen des Elektroautos bedacht werden. Sven Hansen.

"Bei den Stromkosten selbst ist es so, dass man sagt, wenn man ein Fahrzeug komplett sozusagen auf eigene Rechnung zuhause aufladen würde, dass man tatsächlich mit einer Verdoppelung des Stromverbrauchs bei einem drei Personen Haushalt rechnen muss. Wenn man das so normal bewegt ungefähr 10000 Kilometer im Jahr. In der Praxis ist es allerdings so, dass diese Rechnung eigentlich schwer auszumachen ist, weil man natürlich auch sehr viele gratis Lademöglichkeiten hat." 

Bundesweit gibt es derzeit etwa 7000 öffentlich zugängliche Ladestationen. Viele sind tatsächlich kostenlos. Bei den anderen erfolgt die Bezahlung mit unterschiedlichen Verfahren. Wer sich zurechtfinden möchte, der braucht eine App, um sich auch unterwegs zu orientieren. In diesem Jahr wird die Bundesregierung den Aufbau von Schnellladestationen fördern. Damit soll auch das Bezahlsystem vereinheitlicht werden. Bei der Förderung von privaten Ladestationen fehlt bisher eine einheitliche Regelung.

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