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StartseiteVerbrauchertippSpammails in den Griff bekommen06.03.2018

Elektronische PostSpammails in den Griff bekommen

Wer Spammails in seinem Mail-Postfach vermeiden will, sollte vor allem eines tun: aktiv verhindern, dass persönliche Daten in Umlauf kommen. Dazu gehört auch, beim Herunterladen von Apps für das Smartphone darauf zu achten, dass deren Zugriffsrechte eingeschränkt sind.

Von Detlev Karg

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Leider nur Spam: Bei E-Mail-Betrug sind häufig sogenannte Botnetze beteiligt. (dpa / picture alliance / Maximilian Schönherr)
Spammails versprechen Gewinne, Abnehmerfolge und mehr Potenz - wollen aber nur persönliche Daten abgreifen (dpa / picture alliance / Maximilian Schönherr)
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Den Großteil der Spammails filtern die Anbieter von E-Mail-Adressen gleich in ihren Systemen heraus – ohne das wir Nutzer davon etwas merken. Dennoch wechseln die Maschen der Spammer und immer wieder erreichen Nachrichten das eigene Postfach, die dort nichts zu suchen haben.

Was jeder tun kann: Selber zusätzliche Filter anlegen, in denen die lästige Post hängen bleibt. Diese Möglichkeit bieten alle Mail-Programme, gleich ob sie als Web-Client oder auf dem eigenen Rechner laufen. Doch Verbraucher sollten vor allem eines: agieren statt reagieren, sagt Jo Bager, Redakteur des Computermagazins "c’t":

"Letztlich ist das Einzige, was ich tun kann, wo ich aktiv etwas tun kann, zu vermeiden, dass meine E-Mail-Adresse in Umlauf kommt."

Dies gilt vor allem dann, wenn es die zentrale E-Mail-Adresse mit dem eigenen Klarnamen ist. Diese wird natürlich auch oft verlangt, wenn man im Internet etwas kaufen will. Wenn man sich über die Seriosität eines Angebots nicht so ganz sicher ist, empfiehlt es sich, einfach eine kostenlose zusätzliche Mail-Adresse mit einem Fantasienamen bei einem der kostenlosen Portale anzulegen. Wenn dann Spam einläuft, ist das gleichgültig. Doch vor allem das Zusammenwachsen von klassischer Computerwelt und Smartphone sorgt dafür, dass auch Freunde und Bekannte oft, ohne es zu wissen, Mail-Adressen in Umlauf bringen, sagt Jo Bager: 

"Viele Android-Apps erbitten sich ja auch den Zugriff auf das Adressbuch. Dann haben Fremde die ganzen Kontaktadressen zum Beispiel von mir. Und so zirkulieren Adressen. Man wird dadurch potenziell verwundbar. In den Appstores gibt es ja Millionen von Apps. Wie schnell hat man mal etwas heruntergeladen ohne genau zu schauen was die können und was sie bieten, und am Ende ist das Adressbuch in irgendeiner Cloud."

Finger weg von jeder Spammail

Klar sollte für jeden sein: Finger weg von jeder Spammail und einfach löschen. Sollte sich übrigens eine kostenpflichtige 0900er Telefonnummer in einer Spammail verbergen, was auch der Fall sein kann, dann kann auch die Bundesnetzagentur aktiv werden und die Nummer abschalten, sagt deren Sprecher Fiete Wulff:

"Wir haben auf unserer Homepage entsprechende Formulare vorbereitet, und es ist wichtig, dass wir dann möglichst genaue Informationen von den Verbrauchern bekommen. Je besser die Informationen sind, die wir von den Verbrauchern bekommen, desto einfacher ist es für uns, den Fällen nachzugehen."

Über 1.800 Fälle registrierte die Behörde im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Über 85.000 Beschwerden erreichen die Bonner Behörde im Jahr, wenn es um den Rufnummernmissbrauch per Telefon geht.

Werbe- und Spammails werden immer professioneller

Lästig für viele Verbraucher ebenfalls: Werbung, etwa von Discountern, Partnervermittlungen und Reiseanbietern. Interessant ist dabei: Bei kostenfreien Postfächern tröpfelt häufig konstant Werbung in das Postfach. Bei kostenpflichtigen Angeboten hingegen funktionieren die Filter im Hintergrund offenbar wesentlich besser, etwa wenn das Postfach bei T-Online zusammen mit dem Festnetzanschluss gebucht wird. Eine weitere Tücke: immer wieder kommen Spams, in denen die Empfänger mit vollem Namen angesprochen werden. Manchmal sind sogar Freunde oder Geschäftspartner als vermeintliche Absender angegeben. Jo Bager:

"Wir haben ja in den letzten Jahren einige große Leaks gehabt, wo dann Mail-Adressen und auch Klarnamen erbeutet worden sind, und  insofern sind die Mails immer professioneller. Man wird mit richtiger Anrede - Vorname, Nachname - angesprochen. Das ist schon sehr unangenehm."

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