Umwelt und Verbraucher / Archiv /

 

Energieverbrauch im Haushalt sichtbar machen

Design- und Technikausstellung in der schwedischen Botschaft in Berlin

Von Agnes Steinbauer

Der Stromzähler, zumeist aber erst die Rechnung erlauben in der Regel einen Blick auf den Stromverbrauch.
Der Stromzähler, zumeist aber erst die Rechnung erlauben in der Regel einen Blick auf den Stromverbrauch. (AP Archiv)

Wie viel Strom wir in unserer Wohnung verbrauchen, merken wir meist erst, wenn die Rechnung kommt. Im Nachhinein wird also für uns der Verbrauch sichtbar. Genau das wollen Künstler und Techniker aus Schweden ändern: Mit einer Ausstellung in der schwedischen Botschaft in Berlin führen sie uns direkt den Stromverbrauch vor Augen.

"Was wir hier sehen, ist eine Lampe, die aussieht, wie eine Blume. Sie entfaltet sich und erblüht, dem Energieverbrauch entsprechend."

Während Magnus Jonsson, künstlerischer Leiter der Ausstellung "Visual Voltage", auf eine große Metalllampe zeigt, die in der schwedischen Botschaft von der Decke hängt, verändert sich die Form ihres Lampenschirms deutlich sichtbar: Was vorher wie ein geschlossener Kelch aussah, öffnet sich langsam zur silberfarbenen Blüte. Je weiter die "Blumenlampe" geöffnet ist, desto weniger Energie wird verbraucht, erklärt Jonsson. Mit einer Energiesparlampe sei sie aber nicht zu verwechseln:

"Die Lampe selbst ist nicht dafür konzipiert, Energie zu sparen, aber sie zeigt uns unser Verhalten im Haushalt. Sie macht den Verbrauch von Energie sichtbar."

Das ist Ziel der Ausstellung und funktioniert so: Über einen eingebauten Mikrochip empfängt die "Blumenlampe" den aktuellen Stromverbrauch des Haushaltes, an den sie angeschlossen ist, und reagiert mit Öffnen oder Schließen ihrer Blüte. Sie ist also eine Art "Energie-Indikator", an dem Verbraucher zeitgleich ihr Energie-Konsumverhalten ablesen können. Das schwedische "Interactive Institute" - ein staatliches IT-Forschungsinstitut, das Kunst und Technologie verbindet - hat mehrere solcher "Energie-Indikatoren" entwickelt und zeigt sie nun in Berlin; etwa die "Energie-Bewusstseins-Uhr". Auf ihrem Zifferblatt wird der Stromverbrauch einer Familie rund um die Uhr digital sichtbar:

"Morgens, wenn sie Frühstück machen, das Licht im ganzen Haus anschalten, dann sehen wir das an den Spitzen hier."

Magnus Jonsson zeigt auf die unterschiedlichen digitalen Energie-Muster, die sich auf der Uhr bewegen. Um sieben Uhr morgens ist eine Strom-Spitze sichtbar, aber auch um ein Uhr nachts. Jonsson hat eine Vermutung:

"Ich nehme an, hier wurde die Waschmaschine angestellt - die Spitzen hier deuten auf ein größeres Haushaltsgerät hin. Und das niedrigere Energieniveau hier - da sind wohl einige Geräte im Standby-Modus."

Dass Fernseher, Computer oder in der Steckdose vergessene Ladegeräte verborgene Stromfresser sind - auch das will die Ausstellung "Visual Voltage" deutlich machen. Ihre "Energie-Indikatoren" - darunter ein durchsichtiges Stromkabel, das den Stromfluss leuchtend sichtbar macht - sind alles Prototypen. Die "Energie-Bewusstseins-Uhr" wurde drei Monate lang in neun schwedischen Haushalten getestet. Ergebnis: Der Energieverbrauch dort ging um zehn Prozent zurück. Für die Gastgeberin der Ausstellung, die schwedische Botschafterin in Deutschland, Ruth Jacoby, ein positives Signal - Sie selbst setzt schon länger auf Energiesparen:

"Zum Beispiel, all diese Geräte auf Stand-by zu haben, das habe ich jetzt nicht mehr. Ich schalte aus und ziehe den Stecker raus, und all unsere Glühlampen sind inzwischen auch Energiesparlampen."

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Umwelt und Verbraucher

Neues GeldFacelift für den 10-Euro-Schein

Am 23. September 2014 führte die Bundesbank neue 10-Euro-Scheine ein.

Seit heute ist der neue 10-Euro-Schein im Umlauf: röter, haltbarer, sicherer. Das neue Geld ist aber gar nicht so leicht zu finden, stellt DLF-Redakteur Michael Braun fest. Und dann gibt es auch noch an den Fahrkartenautomaten Probleme.

Klimakonferenz"Merkel ist der BDI-Gipfel wichtiger"

Als Bundeskanzlerin Merkel verkleidet hält ein Demonstrant am 24.08.2014 einen symbolischen Boardingpass in den Händen, der für die Teilnahme Merkels am Klimagipfel in New York stehen soll.

Es ist die größte Zusammenkunft von Staatenlenkern seit dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen 2009. Umso bedauerlicher sei das Fehlen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagte Christoph Bals von Germanwatch im DLF. Von New York erwarte er nun ein Signal für ein internationales Abkommen.

Immobilienkredite Keine Anschlussfinanzierung bei Widerruf