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StartseiteCampus & KarriereEngagiert für ein besseres Studium05.12.2008

Engagiert für ein besseres Studium

Die Studentenstiftung der TU Dresden

Die Mitglieder der Studentenstiftung der TU Dresden arbeiten seit 2005 daran, Studium und Lehre an ihrer Hochschule zu verbessern. Sie organisieren verlängerte Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek, veranstalten Büchertauschbörsen und vieles mehr. Ihr Einsatz ist ehrenamtlich - doch je kompakter die Studiengänge werden, um so schwieriger wird es auch, Mitstreiter zu gewinnen.

Von Alexandra Gerlach

Offene Bibliothekssonntage kommen bei Studierenden gut an. (AP)
Offene Bibliothekssonntage kommen bei Studierenden gut an. (AP)

Gegründet wurde die Stiftung 2005 von Studierenden und Absolventen der TU Dresden. Noch nicht ganz so lange mit dabei ist Martin Bockisch:

" Ich fand die Idee einfach gut, sich selbst zu beteiligen, sich selbst Gedanken zu machen, wie kann man etwas an der TU verbessern, es gibt viele Leute die sagen, das und jenes ist nicht gut, tun aber selber nichts. Ich finde aber, es ist immer ein Zusammenspiel von beiden, die Studenten sollten sich engagieren, und auch die TU, im Prinzip sind es beide Seiten, die zusammen spielen müssen. "

Martin Bockisch sitzt an einem Tisch im Foyer des Hörsaalzentrums der TU Dresden und schaut auf die Homepage der Dresdner Studentenstiftung in seinem Rechner. Er kommt aus Berlin, ist 26 Jahre alt, studiert im 9. Semester Mechatronik und wird bald ins Examen gehen. Seine Zeit ist knapp, dennoch engagiert er sich seit mehreren Jahren an der Universität, zum einen im Fachschaftsrat seiner Fakultät, zum Zweiten als Vorsitzender des Stiftungsrates der Studentenstiftung.

" Die Idee hinter dieser Stiftung ist es, gezielt Studienbedingungen zu verbessern, und zwar nicht von außen, von irgendwelchen Institutionen, sondern von Studenten selber, das heißt, von Studenten, die setzen sich hin, engagieren sich, beteiligen sich selbst an bestimmten Projekten, die die Studienbedingungen verbessern. "

So organisieren die Studenten beispielsweise Büchertische- und Tauschbörsen für ausrangierte Bücher aus dem Lehrbetrieb oder lassen die Dresdner Landes- und Universitätsbibliothek - kurz SLUB - in Prüfungszeiten auch am Sonntag öffnen:

" Das heißt, die SLUB stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und das Personal, aber die Bezahlung kommt von der Studenten-Stiftung. "

Rund ein Dutzend solcher offenen Bibliothekssonntage hat es im zurückliegenden Jahr gegeben und die Studierenden waren begeistert. Vor allem die älteren Semester nutzen das Angebot:

" Die offenen SLUB-Sonntage? Ja, die sind immer in der Prüfungszeit, also im letzten Semester habe ich die sehr viel genutzt, weil ich mich tatsächlich vorbereiten musste und Hausarbeiten schreiben musste.

Na klar, das habe ich auch schon oft genutzt. Alle Studenten brauchen das, wenn dann die Prüfung näher rückt, was will man machen - daheim an Sonntagen lernen ist ohnehin immer kompliziert, viele Dinge lenken einen ab, Fernsehen, Computer, erst mal einen Kaffee machen, da kann man nicht die richtige Konzentration aufbauen. Hier ist man nicht alleine, viele andere sind Leidensgenossen, die sich auch vorbereiten, und das finde ich gut. "

Die Aktion der offenen Bibliothek soll ab 2009 ausgeweitet werden. Ein weitaus größeres und auch teureres Projekt ist hingegen die "Aktion Leerstuhl", die die Studenten-Stiftung ins Visier genommen hat. Mehr als 200 Professorenstellen sind im Freistaat derzeit unbesetzt, viele davon auch an der TU Dresden. Nun träumen die Studenten-Stifter davon, gemeinsam mit einem Partner aus der Wirtschaft langfristig diese Lücken füllen zu können. Der Stiftungsratsvorsitzende Martin Bockisch zur Idee:

" Unser sehr langfristiges Ziel ist es einen eigenen Lehrstuhl an der Uni, der nicht besetzt wurde, zu finanzieren, das ist derzeit für uns noch nicht möglich in diesem Rahmen. Deshalb haben wir andere Projekte die unter diesem großen Projekt laufen, z.B. Seminare die wir fördern, im letzten Jahr, im Bereich "Technisches Design", haben wir ein Seminar im Rahmen des Studium Generale gefördert und organisiert. "

Die finanzielle Ausstattung der Stiftung und ihr Bekanntheitsgrad in der Universität seien verbesserungswürdig, sagt Bockisch. Mit mindestens 200,-- Euro Jahresbeitrag, kann jeder zum Förderer werden. Darüber hinaus hat die Stiftung ein neues Projekt entwickelt, um selbst zu Geld zu kommen. Sie will eine Solaranlage auf das Dach eines Universitätsgebäudes bringen. Der Erlös aus der Stromerzeugung wiederum soll die Kasse der Stiftung füllen. Martin Bockisch:

" Im Moment ist der Stand, wir haben das Gebäude, jetzt suchen wir noch sehr engagiert nach Unternehmen und Privatleuten, die sich daran beteiligen wollen. "

Das Solar-Stiftungsprojekt wäre zugleich ein Beitrag für einen klimafreundlichen Campus in Dresden.

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