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StartseiteVerbrauchertippIn welchen Lebensmitteln sich Alkohol versteckt04.05.2017

ErnährungIn welchen Lebensmitteln sich Alkohol versteckt

Wenn in Lebensmitteln Alkohol enthalten ist, muss das auf der Verpackung ausgezeichnet werden. Doch nicht immer wird diese Regel eingehalten. Verbraucherschützer aus Hamburg haben den Test gemacht - und wurden in einer ganzen Bandbreite von Produkten fündig.

Von Ann-Kathrin Stracke

Supermarkt-Regal mit verschiedenen Produkten (imago stock&people)
Manchmal enthalten Produkte im Supermarkt auch Alkohol, wenn dieser nicht extra auf der Verpackung aufgeführt ist. (imago stock&people)
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Eigentlich ist der Fall klar: Enthalten verpackte Lebensmittel Alkohol, müssen diese gekennzeichnet werden, so schreibt es die Lebensmittel-Informations-Verordnung vor. Das Problem dabei: Meist steht diese Information nicht vorne auf der Verpackung, sondern nur auf der Rückseite in den Inhaltsstoffen. Wenn überhaupt. Denn manchmal enthalten Produkte auch Alkohol, ohne, dass dieser extra aufgeführt ist. Verbraucherschützer aus Hamburg haben den Test gemacht: Sie haben im Supermarkt unterschiedliche Produkte gefunden, auf die genau das zutrifft. Die Cocktailsauce, in der Cherry war, und die Zwiebelsuppe mit Weißwein, seien dabei noch die harmloseren Produkte gewesen, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. 

"Es waren Kinderprodukte, zum Beispiel Milchbrötchen oder Zimtschnecken zum Aufbacken, aber auch so Kuchen, in Suppen und zum Teil auch im Hühnerfrikassee. Also, das ist die ganze Bandbreite und das war für uns auf den ersten Blick schon verwunderlich."

Mediziner stehen hinter Verbraucherschützern

Das seien Fallen, sagen Verbraucherschützer. Vor allem für diejenigen Personen, die ohne Alkohol leben wollen. Dazu zählen beispielsweise Kinder, Schwangere, gläubige Muslime, ehemalige Alkoholiker und Menschen, die einfach keinen Alkohol konsumieren möchten. Daher fordern sie eine klare Kennzeichnungs-Pflicht für solche Produkte. Bisher gibt es dabei nämlich noch jede Menge Schlupflöcher:

"Alkohol kann sich in den Lebensmitteln verstecken, wenn es zum Beispiel als Lösungsmittel in einem Aroma vorhanden ist, das heißt, sie finden dann nur auf der Zutatenliste den Hinweis 'Aroma'. Aus was das Aroma aber besteht, erfahren die Verbraucher sowieso nicht."

Unterstützt werden Verbraucherschützer in dieser Frage auch von Medizinern. Guido Marx ist Allgemeinmediziner in Köln. Er kennt dieses Problem schon seit vielen Jahren. Zwar sind kleine Mengen Alkohol in den meisten Fällen unbedenklich, sagt er, fordert aber trotzdem eine klare Kennzeichnung. 

"Das kann zu einer Gewöhnung führe. Ich erinnere mich, es gab mal Joghurts mit Alkohol. Die waren dann mit in Rum getränkten Rosinen. Wenn das Kind, das dann zu sich nimmt, ist das auch nicht ideal. Das ist schon etwas, was gekennzeichnet sein sollte, damit die Eltern Bescheid wissen. Oder das berühmte Beispiel des trockenen Alkoholikers, der natürlich so rückfällig werden kann."

Konsumenten können direkt beim Hersteller nachfragen

Doch wie könnte eine solche Kennzeichnung aussehen? Verbraucherschützern wie Armin Valet würde es begrüßen, wenn sich mehr Hersteller einem positiven Beispiel anschließen würden:

"Das war ein Nachtisch von einem Discounter, da war wirklich vorne auf der Schauseite so ein Weinbrandglass abgebildet und da stand drunter enthält Alkohol. Das ist für uns eine vorbildliche Kennzeichnung, weil man da als Verbraucher wirklich auf den ersten Blick erkennen kann, wo Alkohol drin ist."

Doch auch die Konsumenten können etwas tun. Haben sie Zweifel, ob in manchen Produkten, die zum Beispiel Aromastoffe enthalten, Alkohol drin ist, raten Verbraucherschützer ihnen, direkt bei den Herstellern nachzufragen. Diese seien zwar nicht gesetzlich verpflichtet, ihre Rezepturen offen zu legen, aber laut Verbraucherschützern häufig darin interessiert, dass ihre Produkte am Markt bestehen.

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