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StartseiteKultur heuteGriechischer Stamm mit Beuys'schen Ästen08.04.2017

Eröffnung documenta 14 Griechischer Stamm mit Beuys'schen Ästen

Die documenta 14 ist eröffnet: Über die ganze Stadt verteilt gibt es Kunst in Museen, an öffentlichen Plätzen, manchmal nicht zu übersehen, manchmal verborgen und nur zu hören. Migration ist eines der großen Themen, Flucht, Neoliberalismus und überhaupt die Frage, was der reiche Teil der Welt zu Kunst erklärt.

Änne Seidel im Gespräch mit Anja Reinhardt

Daniel Knorr presst gefundene Gegenstände aus Athens Straßen in ein Künstlerbuch. Am Eröffnungstag der documenta 2017 in Athen, Griechenland. 8.4.2017.
Daniel Knorr presst gefundene Gegenstände aus Athens Straßen in ein Künstlerbuch. Am Eröffnungstag der documenta 2017 in Athen, Griechenland. 8.4.2017.
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"When Elephants Fight, It Is the Frogs that Suffer" heißt eine Soundinstallation des 2016 verstorbenen Fluxuskünstlers Ben Patterson, die Adam Szymczyk für die documenta haben wollte. Seitdem der künstlerische Leiter der 14. Ausgabe des weltweit wichtigsten Kunstfestivals seine Entscheidung bekannt gegeben hatte, dass die documenta zum ersten Mal nicht in Kassel, sondern in Athen eröffnet werden soll, hatte es viele Fragen und viel Kritik gegeben.

(dpa / picture-alliance / Uwe Zucchi)"In jedem Kunstwerk lässt sich eine politische Dimension aktivieren": Der künstlerische Leiter der documenta, Adam Szymczyk. (dpa / picture-alliance / Uwe Zucchi)

Dabei liegt Athen als Ort für eine Kunstschau, die sich mit politisch motivierten Arbeiten auseinandersetzt, nahe: Als symbolischer Ort einer globalen Finanzkrise, als Nadelöhr für die Flüchtlingsströme aus Afrika und der arabischen Halbinsel.

Traumatische Erfahrungen verarbeitet dagegen Kettly Noel in ihrer Performance "Zombification" (Deutschlandradio / Änne Seidel)Traumatische Erfahrungen verarbeitet dagegen Kettly Noel in ihrer Performance "Zombification" (Deutschlandradio / Änne Seidel)

Im Foyer des Museums für Zeitgenössische Kunst (EMST) stand während der Eröffnung ein großes Becken mit Oliven der argentinischen Künstlerin Marta Minujín. Die Idee dahinter: Die griechischen Schulden an Deutschland werden mit Oliven bezahlt. Die Idee des Widerstands steht aber auch bei vielen anderen Künstlern im Mittelpunkt.

An vielen Orten werden auch die Besucher und Bewohner der Stadt mit einbezogen. So auch bei einer von Ibrahim Mahama konzeptionierten Performance mit Kaffeesäcken auf dem Syntagma Platz in Athen.

Kollektives Jutesack-Nähen Performance von Ibrahim Mahama auf dem Syntgma-Platz. Eröffnung documenta 2017 in Athen, 8.4.2017 in Griechenland. (Deutschlandradio / Änne Seidel)Kollektives Jutesack-Nähen Performance von Ibrahim Mahama auf dem Syntgma-Platz. Eröffnung documenta 2017 in Athen, 8.4.2017 in Griechenland. (Deutschlandradio / Änne Seidel)

Der Künstler Rick Lowe aus Houston wiederum hat ein ganzes Stadtteilprojekt entwickelt. Oder der pakistanische Künstler Rasheed Araeen, der für die documenta 14 Zeltpavillons errichtet hat - zum gemeinschaftlichen Essen.

Man habe manchmal das Gefühl, dass der Geist von Joseph Beuys über der documenta schwebe, schildert DLF-Kulturredakteurin Änne Seidel ihre Eindrücke. Gesellschaftliches Handelns werde als Teil der Kunst verstanden und auch das Verständnis Beuys, dass jeder Mensch ein Künstler ist, sei wahrzunehmen.

Masken von Beau Dick bei der documenta 14 in Athen. (Deutschlandradio / Änne Seidel)Masken von Beau Dick bei der documenta 14 in Athen. (Deutschlandradio / Änne Seidel)

"Wenn man mit den üblichen, in europäischen Museen eingeübten Sehgewohnheiten hier durch die Spielorte streift, muss man damit rechnen, dass diese Sehgewohnheiten immer wieder enttäuscht werden", sagt Änne Seidel. Man müssen sich für eine abschließende Bewertung aber noch gedulden, denn Kassel werde der zweite Teil dieser Ausstellung sein. Erst im Dialog der beiden Städte werde der kuratorische Kerngedanke dieser Ausstellung deutlich werden.

In Athen wird die Schau bis zum 16. Juli zu sehen sein, in Kassel vom 10. Juni bis 17. September an ihrem traditionellen Standort rund um das Museum Friedericianum.

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