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Donnerstag, 14.12.2017
StartseiteVerbrauchertippGenuss ohne Reue01.12.2017

Essen in der WeihnachtszeitGenuss ohne Reue

Festtagsbraten! Lebkuchen! Schokolade! In der Weihnachtszeit herrscht Kalorienalarm. Doch schon mit kleinen Maßnahmen kann man dafür sorgen, dass das Gewicht zwischen den Jahren nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Und auch der Genuss muss dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Von Maike Strietholt

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Roast duck, dumplings, sauerkraut, Christmas Eve menu (picture alliance / dpa / Pavel Rakusan)
Auf klassiche Weihnachtsgerichte wie Gans und Rotkohl freut man sich das ganze Jahr - trotzdem sollte man sie in kleinen Portionen zu sich nehmen (picture alliance / dpa / Pavel Rakusan)
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Ute Hantelmann von der Zentrale für Ernährungsberatung in Hamburg hat zum Thema 'Essen in der Weihnachtszeit' vor allem einen Tipp:

"Genießen! Auf jeden Fall Zeit nehmen zum Genießen. Denn Kerzenschein führt ja dazu, dass man vielleicht mal ein bisschen runterfährt, und dass man Geschmack und Genuss auch wirklich empfindet."

Bewusst genießen

Da Gerüche und Aromen jetzt eine besondere Rolle spielen und zudem viel selbst Gemachtes auf dem Tisch steht, ist die Vorweihnachtszeit eigentlich eine gute Gelegenheit, sich auf bewusstes Genießen zu besinnen, findet Ute Hantelmann. Aber: Wie das richtige Maß finden?

"In kleinen Portionen zu essen, und nicht die Schüssel einfach auf dem Tisch stehen zu haben und immer wieder nach zu füllen. Es ist ein Unterschied, ob man nascht, weil es da steht und man sich das ganze Jahr zurückgehalten hat und dann wirklich planlos zugreift, oder ob man sich das Naschen auch erlaubt."

Wie im restlichen Jahr sollte man sich nicht so sehr am Angebot, sondern mehr am eigenen Appetit orientieren - und der verlange ja nun nicht durchgehend nach Lebkuchenherzen und Dominosteinen, meint Ernährungsberaterin Hantelmann.

"Man kann natürlich jedes Kaffeetreffen auch noch durch andere leckere Dinge ergänzen - zum Beispiel ein Obstsalat mit den Winterobstsorten ist auch total lecker für den, der ausweichen möchte. Und noch eine Idee: Bratapfel! Wer einen Bratapfel isst, eine schöne Vanillesoße dazu - der hat eine köstliche leichte Speise gehabt."

Mehr Gemüse, weniger Braten

Das Problem an den Feiertagen sei ohnehin eher die hohe Dichte an Mahlzeiten. Aber auch als Gast liege es ja letztlich im eigenen Ermessen, bei welchen Speisen man in welcher Menge zugreife, erinnert Hantelmann - und wenn man statt einer Riesenportion Bratenfleisch einfach etwas mehr vom Rotkohl nimmt, ist auch ein herzhaftes Essen nicht besonders kalorienreich. Und es müsse ja auch gar nicht immer deftige Hausmannskost sein.

"Wenn man den Aspekt 'man ist mehr drin, man muss weniger raus' auch dafür nutzt, irgendwelche Salate auszuprobieren, mariniertes Gemüse zu machen - dann ist das vielleicht auch eine Vorlage, das auch im kommenden Jahr weiter zu praktizieren."

Und dann bei Bedarf auch tatsächlich etwas abspecken.

Hilfestellung hierfür bietet ein neues Buch der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit dem Titel 'Gewicht im Griff. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg umreißt den dort benannten Zehn-Punkte-Plan, der sich an den Gesundheitsvorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert.

"Es gibt keine Verbote, sondern 'mehr oder weniger' ist das Thema. Mehr Wasser trinken, mehr Obst und Gemüse, Nüsse sind zum Beispiel auch ganz wichtig, mehr Vollkorn. Aber auch: Weniger Alkohol, weniger Zucker. Wir wissen ja alle, wie es funktioniert - aber man muss den inneren Schweinehund überwinden, und man muss es im Alltag integrieren können."

Kalorienbomben durch Leichtes ersetzen

Und damit das funktioniert, beinhaltet der Ratgeber neben Checklisten und Selbsttests auch Vorschläge, wie sich kalorienreiche Lebensmittel gut durch schmackhafte kalorienarme Varianten ersetzen lassen: So ist zum Beispiel beim Brotbelag körniger Frischkäse der fetten Salami vorzuziehen, beim süßen Genuss ist Fruchtkuchen mit Biskuitteig leichter als Sahnetorte. Und zu guter Letzt bietet das Buch eine große Rezeptauswahl - mit Tipps für Leckereien, die sich gut ins Büro mitnehmen lassen sowie einfache, leichte Gerichte. Noch einmal Armin Valet:

"Wir haben so eine Möhren-Petersilie-Creme, ein Kichererbsenpaste, einen herzhaften Linsensalat. Eine Kartoffelsuppe, die jetzt  aber nicht so kalorienreich ist - da bieten wir wirklich viele Alternativen an."

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