Donnerstag, 14.12.2017
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Etappe 5 - Von Aix-en-Provence über Fréjus nach MentonGrenzerfahrung

Die letzte Etappe der gut 1.000 Kilometer langen Reise unserer Reporter von Paris nach Menton endet mit einer Grenzerfahrung. Noch sind die Schlagbäume zwischen Frankreich und Italien zwar nicht zurückgekehrt, aber Polizisten auf beiden Seiten des alten Grenzhäuschens lassen kein Gefühl von grenzenloser Freiheit aufkommen.

Von Anne Raith und Andreas Noll

(Andreas Noll)
Christophe wirft seine Angelrute gerne am Grenzübergang in Menton aus, allerdings beißen die Fische gerade nicht an. (Andreas Noll)
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Direkt an der Grenzmarkierung treffen wir Christophe. Immer wieder zieht es den passionierten Angler an diese ungewöhnliche Stelle, um hier seine Rute ins Meer zu werfen. Was er über die strengen Grenzkontrollen denkt und wie er auf den Präsidentenwahlkampf in Frankreich blickt – das sind die letzten Tonaufnahmen auf unserer Reise durch die französische Provinz.

Noch schnell ein Foto gemacht, dann ziehen wir Bilanz: Gut 2.300 Fotos, zwei Stunden Videomaterial, mehr als 10 Stunden Interviews und Geräuschaufnahmen, "Atmo" nennen Reporter das. Das macht eine Gesamtdatenmenge von fast 150 Gigabyte. Einiges davon haben Sie in dieser Woche in "Europa heute" gehört (Link), andere Interviews und Erlebnisse werden in die "Gesichter Europas" am 22. April und andere Sendungen  des Deutschlandfunks vor der Präsidentenwahlen in Frankreich fließen.

Bleibt uns am Ende nur noch, Danke zu sagen:

…an die geduldige Bedienung der kleine Crêperie in Moulins, die ihr Geschäft schließen wollte, uns dann aber doch noch ein Menü organisiert und noch nicht einmal mit den Augen gerollt hat, als wir nach dem Essen auch noch unsere Notebooks ausgepackt haben.

… an das junge Pärchen vom Hotel Terminus, gleich gegenüber vom Bahnhof von L‘Abresle. Die beiden haben das kleine Hotelrestaurant so liebevoll eingerichtet und waren so reizend, dass wir das unfassbar schlechte Abendessen dort schon fast wieder vergessen haben.

… an Abdallah, den Inhaber eines Kebab-Imbiss im südfranzösischen Le Luc, der uns mit seiner fundierten Detailanalyse der Saarlandwahl (bis auf die Kommastelle!) überrascht und uns erklärt hat, dass der Schulz-Effekt wohl erstmal verpufft ist.

(Andreas Noll)Christian in seiner Autowerkstatt in Le Cannet-les-Maures, direkt an der Nationalstraße 7. Er führt die Werkstatt bereits in der dritten Generation. (Andreas Noll)

…an Christian aus Le Cannet-des-Maures für die abgefahrenste Autowerkstatt, die wir je gesehen haben. In der dritten Generation führt er die mit alten Werbeschildern und Ersatzteilen bis unters Dach vollgestopfte Werkstatt am Rande der N7. Dass Christian, der hier sogar geboren wurde, völlig N7-verrückt ist, versteht sich von selbst.

Und natürlich an die N7! Für die zu Beginn abenteuerlich komplizierte Streckenführung, für Abenteuer, die manchmal auch Annes Fahrstil geschuldet waren ("Huch!"), für die tristen, melancholischen Landschaften im Norden und die wunderbaren Sehnsuchtsstrecken im Süden. Wer hier nicht mit einem Lächeln am Steuer sitzt, ist selber schuld.

(Andreas Noll)Danke N7. Fast 1.000 Kilometer schlängelt sich die Nationalstraße 7 durch ganz Frankreich, von Paris nach Menton. (Andreas Noll)

Und vor allem: Danke für die herrlichen Geschichten, die wir entlang dieser Landstraße erleben und vertonen durften.

Und für die Wahl: Bonne chance!  

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