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Seit 07:15 Uhr Interview
StartseiteNachrichten vertieftSicherheitsrisiko durch gefälschte Pässe20.12.2015

EU-Grenzschutzagentur FrontexSicherheitsrisiko durch gefälschte Pässe

Syrer haben gute Chancen, in Deutschland Asyl zu bekommen. Das ist einer der Gründe, warum immer wieder Menschen mit gefälschten syrischen Pässen aufgegriffen werden. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex sieht darin ein Sicherheitsrisiko. Vermutlich sind auch zwei der Attentäter von Paris mit gefälschten Pässen nach Europa gelangt.

Eine Hand hält am 29.04.2014 im LKA in Mainz (Rheinland-Pfalz) einen Fächer gefälschter Pässe. (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)
Frontex sieht in gefälschten Pässen ein Sicherheitsrisiko. (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)
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Seine Beamten kontrollierten zwar sehr genau , meint Frontex-Chef Fabrice Leggeri. Dennoch sei die Aussagekraft von Flüchtlingspässen sehr begrenzt. In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne niemand garantieren, "dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden", sagte Leggeri der "Welt am Sonntag". 

Tausende Blanko-Pässe gestohlen

Immer wieder gibt es Berichte, wonach die Terrormiliz "Islamischer Staat" an tausende Passdokumente gelangt sein könnte. Im März erbeutete der IS in der syrischen Stadt Rakka etwa 3.800 Blanko-Reisepässe. Außerdem sollen den Dschihadisten im Irak und in Libyen in mehreren Städten nicht nur Pässe, sondern auch Maschinen zur Produktion von Ausweisdokumenten in die Hände gefallen sein. Die IS-Miliz betreibe offenbar auch einen regen Handel mit den Pässen, für die auf dem Schwarzmarkt bis zu 1.500 Dollar gezahlt würden, berichtet die "Welt am Sonntag" weiter.

Gefälschte Dokumente kaum erkennbar

Vor einer Woche meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die europäischen Sicherheitsbehörden über eine Liste mit den Seriennummern tausender Passdokumente aus Regionen verfügten, die unter Kontrolle der Extremistenmiliz IS oder anderer militanter Gruppen stünden. Allerdings seien diese Dokumente auch mit fingierten Daten nur schwer als Fälschungen erkennbar. Das machen sich Extremisten zunutze. Mindestens zwei der Attentäter vom 13. November in Paris sollen Anfang Oktober mit gestohlenen syrischen Pässen über Griechenland in die Europäische Union eingereist sein. Am 16. Dezember nahm die österreichische Polizei zwei weitere Verdächtige in einem Flüchtlingsheim in Salzburg fest. Sie waren ebenfalls mit gefälschten Pässen nach Europa gelangt.

Ein weiteres Problem stellen unzureichende Grenzkontrollen dar. Bei einem Interpol-Kongress im April in Singapur wurde darauf hingewiesen, dass viele Grenzposten nicht über das nötige Equipment verfügten, um Pässe richtig überprüfen zu können. Außerdem nutzten nicht einmal 20 Länder die Interpol-Datenbank über gestohlene und verlorene Reisedokumente. 

(fe/stfr)

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