• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
Seit 11:30 Uhr Sonntagsspaziergang
StartseiteSternzeitVorsicht – Falle!10.02.2016

ExoplanetensucheVorsicht – Falle!

Bei ihrer Suche nach Exoplaneten um andere Sterne suchen die Forscher oft nach Staubscheiben – doch offenbar sind deren Zeichen für mögliche Planeten nicht immer eindeutig.

Von Hermann-Michael Hahn

Protoplanetare Scheibe mit Lücke (Zeichnung) (Center for Astrophysics)
Protoplanetare Scheibe mit Lücke (Zeichnung) (Center for Astrophysics)

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls Til Birnstiel vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg im Rahmen einer Untersuchung, die er gemeinsam mit Forschern des Harvard-Smithsonian-Center for Astrophysics durchgeführt hat.

Im Umfeld zahlreicher junger Sterne beobachten die Astronomen ausgedehnte Staubscheiben, aus denen nach gängiger Theorie Planeten entstehen.

Etliche dieser Staubscheiben weisen auffällige Lücken auf, und bislang neigten viele Forscher dazu, diese Lücken auf die säubernde Schwerkraftwirkung bereits fertiger Planeten zurückzuführen.

Til Birnstiel und seine amerikanischen Kollegen warnen nun allerdings vor solchen voreiligen Rückschlüssen. Sie simulierten die Entwicklung ausgedehnter Gas- und Staubscheiben mit dem Hochleistungs-Rechnersystem der Harvard-Universität und konnten zeigen, dass sich die Verteilung des Staubs innerhalb einer solchen Scheibe im Laufe der Zeit verändert.

Weil sich die Materie in den Scheiben allmählich zu immer größeren Brocken verdichtet, fehlt mancherorts lediglich der Staub, der das Sternenlicht streut und so die Existenz der Scheibe überhaupt verrät.

Größere Materieklumpen können dort aber durchaus noch vorhanden sein, weil der heranwachsende Planet noch lange nicht fertig ist.

Klarheit, so meinen die Forscher, könne hier nur die Beobachtung bei anderen Wellenlängen bringen, die auch die Strahlung größerer Gesteinsbrocken erfasst.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk