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Experten fordern europäische Exzellenzinitiative

Föderalismus behindert Konkurrenzfähigkeit

Von Verena Kemna

Kommission: Deutsche Hochschulen sind im internationalen Vergleich nicht attraktiv genug.
Kommission: Deutsche Hochschulen sind im internationalen Vergleich nicht attraktiv genug. (picture alliance / dpa /ZB)

In ihrem Jahresgutachten wirbt die Expertenkommission Forschung und Innovation unter anderem für eine europäische Exzellenzinitiative. Kein europäisches Land könne allein mit Forschungseinrichtungen aus Asien und Nordamerika konkurrieren.

Eine Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums sei, so der Kommissionsvorsitzende Dietmar Harhoff, Voraussetzung für eine nationale Forschungs- und Innovationspolitik:

"Wir haben in unserem Gutachten den Vorschlag gemacht, dass dies Verbünde von exzellenten Universitäten sein sollten, die dann von einer europäischen Institution ausgewählt werden für ihre Exzellenz. Innerhalb dieser Verbünde soll hochgradig kooperiert werden auch bis runter in die Koordination der Curricula, sodass wir mehr Mobilität für Bachelor- und Masterstudierende schaffen können."

Noch seien deutsche Hochschulen im internationalen Vergleich nicht attraktiv genug, so die Meinung der Experten. Von fast 280 deutschen Forschern die Mittel durch den Europäischen Forschungsrat eingeworben haben, arbeiten etwa 100 an ausländischen Forschungseinrichtungen, vor allem in Großbritannien und der Schweiz. Bürokratische Abläufe, starre Besoldungsregeln, die Verbeamtung von Professoren und Professorinnen, all das behindert die Konkurrenzfähigkeit deutscher Hochschulen. Dennoch sei Deutschland insgesamt auf einem guten Weg. Als positiven Akzent benennen die Mitglieder des Beratungsgremiums die Hightech-Strategie. Dietmar Harhoff hält es für dringend erforderlich ,unter anderem die Rahmenbedingungen für Wagniskapital und Gründungen zu verbessern:

"Wagniskapital dient der Finanzierung von neuen jungen Unternehmen. Das sind üblicherweise die, die in Zukunftsbranchen neue Arbeitsplätze schaffen können und diese Unternehmen werden bei uns durch steuerliche Rahmenbedingungen systematisch ausgebremst. Einerseits fördern wir sie, durch den BMBF, durch den BMBI, wenn es dann aber darum geht, eine private Anschlussfinanzierung zu bekommen, greifen die Anreize nicht mehr. Das ist natürlich nicht effizient und sollte abgestellt werden."

Auch in puncto Föderalismus ist das Urteil der Expertenkommission eindeutig. Die Mitglieder halten die Förderichtlinien zwischen Bund und Ländern im Bereich Forschung für intransparent und innovationshemmend. Ein Beispiel sei die geltende Praxis, nach der Helmholtz- und Fraunhofer-Institute mit anderen Anteilen von Bund und Land gefördert werden, als etwa Max-Planck- und Leibniz-Institute. Die Experten favorisieren einen einheitlichen Finanzierungsschlüssel. Kommissionsmitglied Jutta Allmendinger:

"Das jetzige Finanzvolumen über alle außeruniversitären Einrichtungen hinweg liegt bei 70 Prozent des Bundes und 30 Prozent bei den Ländern und was jetzt vorschlagen ist, dass wir alle, die Helmholtz-, die Leibniz-, die Fraunhofer-, die Max-Planck-Institute, nach diesem einheitlichen 70-zu-30-Schlüssel finanzieren."

Nach dem Vorbild von Forschungsverbünden sollten Kooperationen von Bund und Ländern auch im Bereich Bildung umgesetzt werden. Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern müsse aufgehoben werden:

"Wir haben einen Fachkräftemangel, wir werden einen zunehmenden Fachkräftemangel haben. Das schaffen wir nicht, wenn 25 Prozent der 15-jährigen jungen Männer ein ganz niedriges Kompetenzniveau haben und überhaupt keine Möglichkeit haben an einer Wissensgesellschaft Deutschland zu partizipieren."

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