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StartseiteCampus & KarriereFachhochschulen bilden Exzellenzverbund03.02.2010

Fachhochschulen bilden Exzellenzverbund

Sechs technisch orientierte Fachhochschulen schmieden Allianz

Als Hochschulallianz für Angewandte Wissenschaften (HAWtech) haben sich jetzt eine Reihe von Fachhochschulen zusammengeschlossen, um ihren Studierenden einen Mehrwert in der sich wandelnden Hochschullandschaft zu bieten.

Von Anja Braun

Mehr Strahlkraft für die Leuchttürme unter den Fachhochschulen. (AP)
Mehr Strahlkraft für die Leuchttürme unter den Fachhochschulen. (AP)
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HAWtech

Erstmal sind es sechs auf einen Streich- nämlich diejenigen unter den technisch orientierten Fachhochschulen, die sich zu den Spitzen bundesweit zählen, versichert der frisch gekürte Sprecher der Allianz, Professor Bernhard Schwarz, Rektor der Fachhochschule Esslingen. Drängen sich doch gleich Assoziationen an die TU9 auf, den Verbund der leistungsstärksten technischen Universitäten in Deutschland, der Einiges an Gewicht in die Waagschale wirft:

"Ein Auftritt wie die TU9, das will ich mal im Raum stehen lassen. Auf jeden Fall sind wir alles Hochschulen, die in der Nähe einer starken Universität sind und deshalb gleiche Aufgabenstellungen haben und gleiche Wettbewerbssituation. Und wir wollen schon durch diese Größe, die wir darstellen, Sichtbarkeit erreichen und wir wollen auch Ansprechpartner sein."

Die Mitglieder der neuen Hochschulallianz für Angewandte Wissenschaften, kurz HAWtech, wollen sich aus der Masse der Fachhochschulen abheben und ihren Studierenden einen Mehrwert in der sich wandelnden Hochschullandschaft bieten, versichert der Esslinger FH-Rektor Bernhard Schwarz, denn gemeinsam würden die Verbündeten:

"47.000 Studierende darstellen und repräsentieren. Und dass wir über diese Größe allen Studierenden die Möglichkeit geben wollen, in Deutschland mobil zu sein in Deutschland an anderen Hochschulen zu studieren, das heißt Bologna zu leben."

Das will die Allianz weiter vorantreiben. Vor allem durch gemeinsame Aktivitäten, erzählt der Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe, Professor Karl-Heinz Meisel:

"Also wir möchten zuerst mal einen Studentenaustausch machen mit Beginn des kommenden Wintersemesters, dass die Studierenden der Hochschulen in den Bereichen Elektrotechnik oder Maschinenbau für ein Semester an eine andere Hochschule gehen können und dort die Studienleistung komplett anerkannt bekommen. Das heißt also, ein Student aus Karlsruhe kann nach Berlin, Dresden, Darmstadt Esslingen oder Aachen gehen und entsprechend umgekehrt."

Der Verbund stellt dabei sicher, dass der einzelne Studierende keine Studienzeit durch den Austausch verliert. Außerdem sollen gemeinsame Master-Studiengänge aufgelegt werden, sagt der Esslinger FH-Rektor Schwarz:

"Wir wollen überlegen, wie können wir einen gemeinsamen Studiengang aufsetzen. Webbasiert, aber mit Präsenzphasen dann an allen Hochschulen und genau dort, wo sie besonders stark sind."

Mehr Strahlkraft für die Leuchttürme unter den Fachhochschulen und eine größere Durchsetzungsfähigkeit verspricht sich der neue Verbund auch im Wettbewerb um Drittmittel oder andere Forschungsgelder, denn:

"Forschung wird heute üblicherweise im Verbund gemacht. Und alle FHs haben ihren eigenen Forschungsbereich. Und diese führen wir zusammen, um gemeinsam Anträge stellen zu können, um gemeinsam Ideen entwickeln zu können. Um gemeinsam alle Kompetenz aller Partner zusammen zu führen."

Außerdem wollen sich die FHs im Forschungsbereich auch gegenseitig aushelfen mit Professoren- zunächst in Berufungskommissionen und später vielleicht auch durch Austauschprogramme. Und auch im Ausland will man verstärkt aktiv werden, unterstreicht der Karlsruher Hochschulrektor Meisel:

"Wir werden in Auslandsaktivitäten sehr eng zusammenarbeiten. Zum Beispiel die Vertretung auf Recruiting-Messen im Ausland. Da wird die HAWtech gemeinsam auftreten. Bis dahin, dass wir uns Überlegungen langfristig vorstellen können, auch gemeinsam Auslandshochschulen aufzubauen in diesem Verbund."

Synergieeffekte erwartet der Zusammenschluss der HAWtech übrigens nicht nur im Bereich Forschung und Lehre, sondern auch im Verwaltungsbereich. Auch dort will man enger kooperieren und wenn möglich, Abteilungen auch gemeinsam betreiben. Trotzdem versichert Meisel, sollten alle Hochschulen ihre Eigenständigkeit behalten. Für ihn ist die HAWtech:

"Wenn Sie so möchten zwar nicht eine Warenkette, aber eine Hochschulkette."

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