Freitag, 15.12.2017
StartseiteVerbrauchertippDie richtige Wahl für Herbst und Winter06.10.2017

Fahrrad-KaufDie richtige Wahl für Herbst und Winter

Dunkel und glatt: In Herbst und Winter ändern sich die Fahrbedingungen auf den Straßen - besonders für Radfahrer. Da ist es wichtig, dass man das richtige Rad hat, auch aus Sicherheitsgründen. Doch die richtige Auswahl zu treffen, ist gar nicht so einfach.

Von Mathias von Lieben

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Die letzten herbstlich gefärbten Blätter hängen im trüben Wetter am 19.11.2014 an Bäumen in einem Park in Frankfurt an der Oder in Brandenburg, dahinter fährt eine Radfahrerin vorbei. (dpa / Patrick Pleul)
Für Viele ist das Fahrrad das tägliche Fortbewegungsmittel - auch bei ungemütlicher Witterung (dpa / Patrick Pleul)
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Seit Wochen will sich Erik ein neues Fahrrad zulegen. Sein altes ist kaputt. Er hat also viel recherchiert - richtig schlau ist er daraus aber nicht geworden.

"Wo ist die Schaltung? Wo sind die Bremsen? Komme ich da leicht ran, wenn ich träumerisch durch die Gegend fahre? Und dann sehe ich, dass ich dann doch reagieren muss. Und dann schau ich auch auf funktionelle Sachen. Hab ich einen Gepäckträger? Muss ich einen Rucksack immer hinten drauf haben?"

Was will man mit dem Rad machen?

Ähnlich geht es Steffi.

"Also ich stelle mir erstmal die Frage, bei welchem Wetter ich das Fahrrad fahren muss. Und da würde ich schon darauf achten, was das Fahrrad für Reifen hat. Weil es kann ja schon auch mal in der Stadt sein, dass es im Winter in der Stadt auch mal rutschig ist."

Das geht schon in die richtige Richtung, sagt Stephan Behrend, Fachreferent für Technik und Verbraucherberatung beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Es hilft, erst einmal völlig grundlegende Fragen zu beantworten:

"Möchte ich damit im Urlaub mit schwerem Gepäck über Pässe fahren? Möchte ich damit täglich zur Arbeit fahren? Möchte ich damit meine Kinder morgens damit zur Schule oder zum Kindergarten bringen? Muss ich das Fahrrad jeden Tag in den Keller tragen oder kann ich es draußen abstellen?"

Mindestens 500 Euro für ein Alltagsrad

Ist das geklärt, stehen zur Auswahl: Trekking- oder Holland-Räder, Stadt- oder Elektro-Bikes - oder aber ein Rennrad. Für ein ganz normales Alltags-Fahrrad - empfiehlt der ADFC - sollte man mindestens 500 Euro investieren. Je teurer es wird, desto leichter das Fahrrad, desto angenehmer das Fahrgefühl und desto besser auch die Verarbeitung beispielsweise bei der wichtigen Gangschaltung: Je nach Terrain empfiehlt Stephan Behrend:

"Also im sportlichen Bereich die Kettenschaltung, die aber den Nachteil hat, dass ich sie nicht im Stand schalten kann, dass ich üblicherweise auch zwei Schalthebel habe, wobei Ungeübte dann oft Schwierigkeiten haben, das dann richtig auszutarieren. Da ist dann die Nabenschaltung die bessere Möglichkeit, die kann ich auch im Stand schalten, die hat acht bis maximal elf Gänge in dieser Preisklasse. Das ist dann für diesen Bereich eigentlich die bessere Lösung."

Das wichtigste: Probefahren

Auch bei den Bremsen kommt es auf Details an: Bei sehr schweren Fahrrädern eignet sich die Scheiben-Bremse gut, bei einfacheren Rädern reicht eine klassische Felgenbremse. Wenn es sportlich zugeht, beispielsweise im Gelände, ist außerdem eine Federung ein Muss - ansonsten ist die nicht unbedingt nötig. Denn: Federungen haben ein ganz schönes Extra-Gewicht. Eine Alternative: breite Reifen. Die federn nicht nur sehr gut, sondern bieten bei schlechtem Wetter auch mehr Stabilität. Am wichtigsten ist aber, dass man sich auf dem Fahrrad wohlfühlt und gemütlich sitzt. Und das, meint Stephan Behrend, findet man am besten raus durch:

"Probefahren, Probefahren, Probefahren. Das ist natürlich immer wichtig. Und das kann ich eben nur beim Fachhändler und nicht wenn ich im Internet kaufe."

Womit wir bei einem weiteren Aspekt wären. Wo das Fahrrad überhaupt kaufen? Stephan Behrend sagt: Der Online-Handel lockt zwar oft mit günstigeren Angeboten …
 
"… bietet aber auch nicht den Service. Wenn ich zum Fachhandel gehe, kaufe ein Fahrrad kann ich nach einer Woche zum Händler gehen und sagen: Dieser Sattel ist dann doch nicht das richtige für mich., montieren Sie mir doch bitte mal einen breiteren Sattel. Das geht nicht beim Online-Handel."

Hat man sich für ein Modell entschieden, sollte man noch auf eine gute Fahrradbeleuchtung achten. Die gibt es in verschiedenen Varianten: dynamobetrieben, mit Akku- oder mit Batteriebetrieb. Aber eigentlich ist es egal, welches Licht man verwendet: Hauptsache man hat eines mit einer ausreichenden Leistung - gerade wenn man wieder vermehrt in der Dämmerung oder sogar völliger Dunkelheit unterwegs ist.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein hochwertiges Schloss - damit man auch lange was von seinem neuen Gefährt hat.

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