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StartseiteUmwelt und VerbraucherFahrrad statt Auto11.09.2009

Fahrrad statt Auto

Neue Studie vom Verbraucherzentrale Bundesverband

Etwa drei Viertel der Verbraucher wollen in Zukunft klimafreundlich mobil sein. Das hat die Verbraucherzentrale Bundesverband in einer Studie ermittelt. Vor allem das Fahrrad wird eine immer beliebtere Alternative zum Auto.

Von Verena Kemna

Radfahren ist gesund und umweltfreundlich. (AP Archiv)
Radfahren ist gesund und umweltfreundlich. (AP Archiv)

Etwa drei Viertel der Verbraucher wollen in Zukunft klimafreundlich mobil sein, so das wichtigste Ergebnis einer repräsentativen Onlinebefragung. Demnach planen 40 Prozent der Befragten den Wechsel zu einem Auto mit geringerem Spritverbrauch. 34 Prozent wollen in Zukunft öfter mit dem Fahrrad unterwegs sein, 18 Prozent geben an, dass sie häufiger Bus und Bahn nutzen wollen. Für den Verbraucherzentrale Bundesverband ist die hohe Bereitschaft zu klimafreundlichem Handeln ein gutes Ergebnis der Studie. Vor allem das Fahrrad hat großes Potenzial, meint Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

"Der Trend ist ja deutlich sichtbar. Gerade in Städten wie Berlin hat der Fahrradverkehr zugenommen. In anderen Städten wie in Kopenhagen liegt der Fahrradanteil inzwischen bei 50 Prozent. Das ist ein Trend der Zeit und die Begründung ist relativ klar. Viele Menschen verbinden mit Fahrradfahren Gesundheit, Attraktivität, das heißt, man tut sich auch selbst etwas Gutes, wenn man Fahrrad fährt. Diesen Nutzen habe ich beim Auto nicht - auch nicht beim ÖPNV. Deswegen denke ich, ist gerade bei jüngeren Generationen das Fahrrad besonders attraktiv."

So ist Fahrradfahren fast so populär wie Autofahren. Bei kurzen Strecken bis zu vier Kilometern sind Auto und Fahrrad sogar gleichermaßen beliebt. Diese Ergebnisse decken sich mit einer Studie des Bundesverkehrsministeriums. Demnach ist die Zahl der Fahrradfahrer von 2002 bis zum vergangenen Jahr um 17 Prozent gestiegen. Der Energieexperte vom Verbraucherzentrale Bundesverband wünscht sich intelligente Fördermaßnahmen, um diesen Trend zu unterstützen. Dazu zählen sichere Fahrradstellplätze in Kommunen und Unternehmen, bessere Mitnahmemöglichkeiten insbesondere bei der Deutschen Bahn. Auch sollte die Bundesregierung Elektrofahrräder in ihr Programm zum Ausbau der Elektromobilität aufnehmen.

"Fahrräder mit einem elektrischen Hilfsmotor, der das Treten unterstützt. Also es ist kein Mofa, man muss schon selber treten - und dann wird diese Kraft noch mal gesteigert. Das heißt, man kann etwas schneller fahren, muss sich weniger anstrengen und kann auch leichter die Berge hochfahren. Das ist vor allem für Regionen, die topografisch etwas schwieriger zu bewältigen sind, eine sehr gute Lösung."

Unübersichtliche Fahrpläne und Tarifsysteme, der schlechte Zustand vieler Haltestellen und Bahnhöfe, all das sind Mängel, die laut Studie gegen den öffentlichen Nahverkehr sprechen.

"Es ist jetzt im Konjunkturprogramm einiges angestoßen worden. Aber es sind relativ wenige Bahnhöfe, die von Grund auf erneuert werden. In Brandenburg sind es gerade mal zwei. Das ist deutlich zu wenig. Ich denke, hier muss deutlich mehr investiert werden und diese Mittel müssen zur Verfügung gestellt werden."

Erfolgreiche Regionalbahnen zeigen, wie sich durch gute Infrastruktur Kunden überzeugen lassen. Eine weitere Forderung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes richtet sich an das Bundesverkehrsministerium. Es sollte Garant dafür sein, dass die sieben Milliarden Euro Bundeszuschüsse jährlich für den öffentlichen Nahverkehr auch im Interesse der Verbraucher sinnvoll genutzt werden. Fazit der Studie: Das Fahrrad ist immer öfter die erste Wahl.

"Das heißt, man kann im Prinzip Verkehrspolitik etwas weniger ideologisch diskutieren. Keiner will das Auto vollständig ersetzen, das wird auch überhaupt nicht funktionieren, aber man zeigt insbesondere im Bereich der Kurzstrecke, dass das Fahrrad ein ernsthafter Konkurrent geworden ist - und darauf müssen sich auch die Kommunen bei der zur Verfügung Stellung von Flächen einstellen."

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