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StartseiteVerbrauchertippJe dicker, desto besser02.08.2017

Fahrradschlösser Je dicker, desto besser

Rund 300.000 Fahrräder werden in Deutschland jedes Jahr als gestohlen gemeldet. Wer verhindern will, dass sein Rad gestohlen wird, braucht ein gutes und widerstandsfähiges Schloss. Aber nicht jedes hält, was es verspricht, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigte.

Von Dieter Nürnberger

Ein Bügelschloss kettet ein Fahrrad an ein Geländer an  (imago/Steinach)
Bügelschlösser sind tendenziell am sichersten. Aber auch hier gilt: Je dicker, desto besser. (imago/Steinach)
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Eines gleich vorweg: Bei diesem Test spielten dünne Spiralschlösser, die im Handel schon für rund 10 Euro zu kaufen sind, keine Rolle. Denn sie patzten in früheren Untersuchungen, konkret: Sie waren für Diebe beim Fahrradklau kein wirkliches Hindernis. Deshalb hat die Stiftung Warentest ausschließlich Bügel- und Faltschlösser, sowie Ketten- und Panzerkabelschlösser getestet. Und eine Grundregel sollte beim Kauf immer beachtet werden, so Warentester Hans-Peter Brix: Je dicker der Metallkern eines Schlosses, desto besser.

"Der Zylinder an sich ist heute sehr sicher. Man hat hier schon auch aus der Vergangenheit gelernt. Die Schlösser lassen sich durch quasi intelligentes Öffnen nicht mehr aufmachen. Sondern hier ist eher brachiale Gewalt notwendig, um beispielsweise ein Panzerkabelschloss zu knacken. Denn hier sind die Schwachstellen zu sehen - nämlich eher im Mantel und dem Material." 

Gewicht des Schlosses als Hinweis

Oft kaschiere eine durchaus robust wirkende Kunststoff-Ummantelung einen letztlich doch zu dünnen Metallkern. Deshalb kann schon das Gewicht des Schlosses ein erster Hinweis sein. Unter einem Kilo sollte ein Fahrradschloss nicht wiegen. Alle leichteren Schlösser erhielten im Test durchweg die Note mangelhaft.

Zur besten Produktgruppe gehörten die Bügelschlösser. Vier von sechs Modellen bekamen eine gute Bewertung. 

"Die Stähle sind gehärtet - das sieht man ganz klar bei den Bügelschlössern. Die lassen sich so gut wie überhaupt nicht mehr mit starkem Werkzeug öffnen. Aber andere Schlösser, wo nur noch eine Kunstummantelung herum ist, die kann man durchaus aufschneiden und dann anschließend mit einer entsprechenden Säge auftrennen."

Die starren Bügelschlösser sind allerdings wenig flexibel, sie eigenen sich kaum dafür, das Rad an einem festen Gegenstand zu sichern, beispielsweise einen Laternenpfahl.  

In puncto Aufbruchsicherheit konnten auch vier der fünf Kettenschlösser überzeugen. Allerdings hat besonders diese Produktgruppe mit einem anderen Sicherheitsproblem zu kämpfen. Hier vor allem wurden Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder problematische Weichmacher in den Griffen und Ummantelungen der Schlösser gefunden. Diese Stoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erregen oder die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Produkte mit hohen Schadstoffgehalten wurden abgewertet.

Rad besser auch codieren lassen

Nur fünf der 20 untersuchten Fahrradschlösser erhielten eine gute Bewertung. Hans Peter Brix:

"Bei den Kettenschlössern haben wir das 'Abus Granit City-Chain' - allerdings für 160 Euro auch ganz schön teuer. Für Leute, die es besonders schwer mögen, denn es wiegt auch fast drei Kilo. Wer eher ein Bügelschloss sein Eigen nennen will - der ist mit 'Trelock' für 73 Euro und mit 'Kryptonite' für 85 Euro gut bedient."

Das günstigste mit guter Note ist das Bügelschloss von 'Decathlon' für 30 Euro.

Die Stiftung Warentest rät zudem, das Rad mit einem Fahrradpass zu codieren und somit registrieren zu lassen. Für den Fall der Fälle.

"Die Polizei bietet da etliche Möglichkeiten an, unter anderem eine App, wo man den Code quasi eingeben kann. Auch mit einem Foto versehen. Ebenso ist die Eingabe persönlicher Daten möglich. Das erleichtert die Suche nach dem gestohlenen Fahrrad enorm. Weil: Die Polizei findet das eine oder andere Fahrrad, kann es dann aber nicht zuordnen. Der Code lässt eine eindeutige Zuordnung dabei zu."

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