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StartseiteSport am Wochenende"Die Ethikkommission hat sich alles andere als ethisch verhalten"28.08.2016

Fall Stepanowa"Die Ethikkommission hat sich alles andere als ethisch verhalten"

Julia Stepanowa war maßgeblich daran beteiligt, dass das russische Dopingsystem offengelegt wurde. Das Internationale Olympische Komitee schloss sie dennoch von den Spielen in Rio aus. Dopingexperte Hajo Seppelt erklärt die Hintergründe und die rätselhafte Reaktion von DOSB-Präsident Hörmann.

Hajo Seppelt im Gespräch mit Philipp May

Julia Stepanowa bei der Leichtathletik-EM 2016 in Amsterdam (Sputnik/dpa/picture alliance)
Julia Stepanowa bei der Leichtathletik-EM 2016 in Amsterdam (Sputnik/dpa/picture alliance)

Keiner der maßgeblichen Funktionäre aus Deutschland oder im IOC habe jemals mit Julia Stepanowa gesprochen, sagt Doping-Journalist Hajo Seppelt. Anschuldigungen gegen Stepanowa könnten nur aus dem Dunstkreis des IOC-Präsidenten Thomas Bach kommen.

Die Sitzung der Ethik-Kommision des IOC mit ihr habe Stepanowa selbst mitgeschnitten. Ihr Mann habe sie bei der Befragung so wenig unterstützen dürfen, wie ein persönlicher Berater. Später wurden Stepanowas Antworten falsch wiedergegeben: Sie habe nicht für Russland starten wollen, obwohl sie ihre Bereitschaft dazu klar formulierte.

"Das ist eine schallende Ohrfeige für die Glaubwürdigkeit der Ethikkommision und von Thomas Bach", sagt Seppelt. Julia Stepanowa und ihr Mann sollten ganz bewusst diskreditiert werden. Das der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Funktionären wie IOC-Präsident Bach gegen Stepanowa argumentiert habe, hält Seppelt für "schlecht beraten".

Bei IOC-Chef Thomas Bach sieht Seppelt noch deutlich größere Probleme: "Die Stimmung im IOC ist deutlich schlechter als früher, und manche sagen, Thomas Bach sei so weltfremd, wie Sepp Blatter es in seiner Spätphase gewesen ist."

Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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