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Familientreffen im Stier

Von Dirk Lorenzen

Im Moment drängeln sich viele Himmelskörper im Stier (Stellarium)
Im Moment drängeln sich viele Himmelskörper im Stier (Stellarium)

Die Sonne, der Mond und die Planeten sind an unserem Himmel immer in Bewegung. Sie wandern unterschiedlich schnell durch die Sternbilder. Heute treffen sich gleich fünf dieser Gestirne im Sternbild Stier.

Da die Sonne die Szenerie überstrahlt, ist das himmlische Familientreffen nur teilweise zu beobachten. Eine besonders hübsche Konstellation entgeht uns: Merkur und Jupiter stehen dicht nebeneinander ein Stück unterhalb der Plejaden.

Für uns findet das unbeobachtbar am blauen Tageshimmel statt. Nur vom Weltraum aus sind vor dem schwarzen Hintergrund des Alls die Sonne und gleichzeitig die Sterne und Planeten zu sehen.

Venus und die Mondsichel sind dagegen mit etwas Glück etwa vierzig Minuten nach Sonnenuntergang tief am Westhimmel zu erspähen. Der Mond steht etwas links unterhalb der Venus. Die hauchdünne Sichel verschwindet nach elf Uhr im Horizontdunst. Venus ist gut eine halbe Stunde länger zu sehen.

Morgen ist der Mond problemlos zu entdecken, ein gutes Stück links oberhalb der Venus. Allerdings leuchtet er dann nicht mehr im Sternbild Stier, sondern in den nördlichsten Ausläufern des Orion.

Zwar hat sich der markante Himmelsjäger schon vor einigen Wochen vom abendlichen Firmament verabschiedet - aber die hoch erhobene Keule ragt noch immer über den Horizont und trifft morgen mit voller Wucht den Mond.

Heute aber steht der Mond noch im Stier, ebenso wie die Sonne, Venus, Jupiter und Merkur. Nur Mars und Saturn fehlen beim aktuellen Familientreffen des Planetensystems.

Erst in fünfeinhalb Jahren gibt es eine noch größere Versammlung der himmlischen Sippschaft als heute.

Der aktuelle Sternenhimmel

Die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel

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