Samstag, 21.04.2018
 
StartseiteSport am WochenendeVon wegen langweilig07.04.2018

FC Bayern wird MeisterVon wegen langweilig

Heute ist eingetreten, was viele schon vor Saisonbeginn erwartet hatten: Der FC Bayern München hat seinen 28. Meistertitel geholt - den sechsten in Folge. Viele sagen deshalb: In der Liga herrscht Langeweile. Jonas Panning aus der Dlf-Sportredaktion ist da anderer Meinung.

Ein Kommentar von Jonas Panning

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Freude bei Corentin Tolisso, James Rodriguez und Joshua Kimmich: Der FC Bayern ist mal wieder Meister. (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)
Freude bei Corentin Tolisso, James Rodriguez und Joshua Kimmich: Der FC Bayern ist mal wieder Meister. (dpa / picture alliance / Sven Hoppe)
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Die Bayern sind Meister, mal wieder. Wer darüber klagt und auf Langeweile in der Bundesliga verweist, ist Mainstream. Ich bin anderer Meinung. Ich finde die Bundesliga nicht langweilig, die Meisterschaft der Bayern verdient und sie ist vor allem ein Verdienst von Jupp Heynckes. Als der Titel im Herbst akut in Gefahr war, holten die Bayern den 72-jährigen zurück aus der Rente. Plötzlich gab es Siege gegen direkte Konkurrenten aus Dortmund und Leipzig und die Bayern gaben die Tabellenführung nicht mehr her.

Heynckes schaffte es innerhalb kürzester Zeit ein Mannschaftsgefüge wieder zusammenzubringen, in dem es vorher leicht zu kriseln schien. Routiniers wie Franck Ribéry und Arjen Robben waren es nicht gewohnt, dass sie mit ihren 34 Jahren plötzlich zur Disposition standen. Unsicherheit, Unklarheit. Das sind keine guten Zutaten für Profi-Fußballer. Das drückt auf die Stimmung der gesamten Mannschaft. Doch der erfahrende Heynckes schaffte es, ihnen wieder eine Perspektive zu geben, sie von ihrer Wichtigkeit fürs Bayern-Spiel zu überzeugen. Soweit, dass bis heute offen ist, ob die Bayern sogar beide Verträge verlängern.

Spannung pur - bei der Trainersuche

Dass das bis heute offen ist, hängt wohl auch damit zusammen, dass immer noch nicht fest steht, wer im Sommer in die sehr großen Fußstapfen von Jupp Heynckes treten wird. Denn beim FC Bayern weiß man, dass es nur einen kleinen Kreis von Trainern gibt, die über Henyckes' Fähigkeiten verfügen: an der Seitenlinie oder in der Kabine in der richtigen Situation dem Richtigen das Richtige zu sagen.

Das ist doch nicht langweilig, sondern hochinteressant! Und zwar nicht, weil ich dem FC Bayern die Daumen drücke. Ich erkenne an, dass in München gute Arbeit gemacht wird. Konkurrenzlos sind die Bayern nicht, aber sie machen das Beste draus. Und spannend wird es in der Tabelle doch direkt hinter den Bayern: im Kampf um die Champions-League-Plätze. Hier herrscht gerade das Gegenteil von Langeweile. Mit Schalke, Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Frankfurt kämpfen noch fünf Mannschaften um drei Plätze. Ausgang offen.

Ob eventuell eine dieser Mannschaften es in der nächsten Saison schafft, an die Bayern heranzukommen, hängt maßgeblich von der Münchner Trainersuche ab. Die gestalten die Bayern bisher wenig meisterlich. Thomas Tuchel wurde zum Beispiel angeblich viel zu lange hingehalten. Ein Nachfolger für Jupp Heynckes ist ohnehin schwer zu finden. Natürlich entscheidet der Trainer nicht allein über den Verlauf der Saison, aber er war in diesem Jahr beim FC Bayern der entscheidende Faktor. Und so ist es doch kurios, dass ausgerechnet bei der Trainersuche in München das aufkommt, was viele so vermisst haben: ein bisschen Spannung.

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