Dienstag, 23.01.2018
StartseiteVerbrauchertippTeure Extras verderben den Urlaubspreis03.01.2018

Ferienparks im TestTeure Extras verderben den Urlaubspreis

Beim Urlaub im Ferienpark lauern versteckte Kosten, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Bei einer Stichprobe in 50 deutschen Ferienparks fand sie erhebliche Preisunterschiede bei Extras wie Bettwäsche oder Handtüchern. In einigen Parks sind die angeblichen Extras sogar Pflicht.

Von Susanne Kuhlmann

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Füße ragen aus einem Schlafanzug in einem Bett mit blauer Bettwäsche (imago / JuNiArt)
Bettwäsche muss in Ferienparks oft extra gebucht werden (imago / JuNiArt)
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Eine Woche Urlaub in einem von 50 deutschen Feriencamps, jeweils in Unterkünften für sechs Personen - das war das Ausgangsszenario für die Untersuchung. Im Fokus standen die Preise für Zusatzangebote wie Bettwäsche und Handtücher, Kinderbett und Kinderstuhl und für die Hundemitnahme. Die Kosten für Bettwäsche und Handtuchsets sind nicht immer im Preis inbegriffen und variieren enorm, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Das geht wirklich extrem weit auseinander zwischen gratis und 84 Euro in der Spitze für unsere sechs Leute, die eine Woche Bettwäsche brauchten. Es gibt durchaus Parks, die ihre Gäste zwingen, solche Pakete zu buchen. Wenn da zum Beispiel noch Handtücher bei sind, dann geht das bis zu 100 Euro. In der Spitze hatten wir fast 170 Euro für das ganz große Paket mit Bettwäsche und Handtüchern."

Kinderbett kann gratis sein

Immerhin - wer mit Kleinkindern verreist und Kinderstuhl und Kinderbett braucht, bekommt diese Zusatzleistung manchmal gratis. Standard ist das allerdings nicht.

"Das sind dann oftmals 15 bis 20 Euro. In der Spitze haben wir 30 Euro gefunden, die man zahlen musste, um kindgerecht ausgestattet zu sein."

Auch wer einen Hund mitbringt, muss oft Zusatzkosten einplanen.

"Danach ist es abhängig, ob pro Tag abgerechnet wird oder es eine Pauschale ist. Also pro Tag kann es ganz schön teuer werden, bis zu 91 Euro in der Spitze. Bei Pauschalbeträgen konnte man auch schon mal mit 15 Euro wegkommen."

Wer seinen Aufenthalt im Feriencamp möglichst günstig gestalten möchte, kommt also nicht umhin, Preise und die darin eingeschlossenen Leistungen genau zu vergleichen. Das bestätigt Patrick Berger. Er leitet die Klassifizierungsabteilung beim Deutschen Tourismusverband, DTV.

"In jeder Werbung müssen Endpreise angegeben werden, und der Gast muss nachvollziehen können, was er am Ende für die Unterkunft tatsächlich bezahlt."

Endpreis im Internet muss alle Leistungen enthalten

Der Endpreis auf der Internetseite des Gastgebers muss immer der Gesamtsumme aller eingeschlossenen Leistungen entsprechen. Die brauchen jedoch nicht einzeln aufgeführt zu sein. Es reicht, wenn sie in den allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgelistet sind.

Der Deutsche Tourismusverband klassifiziert Ferienhäuser und Ferienwohnungen.

"Wenn im Ferienpark ein solches Objekt ist, dann ist es so, dass bei vier Sternen, wenn das Objekt vier Sterne erreicht hat in der DTV-Klassifizierung, dann muss die Bettwäsche und Erstausstattung an Handtüchern, Betten bezogen, das muss inbegriffen sein, also im Endpreis eingerechnet."

Fazit: Vor der endgültigen Buchung einer Unterkunft im Feriencamp muss immer der Endpreis angezeigt werden. Welche Extrakosten der im Einzelnen beinhaltet und wie sie zu erkennen sind, liegt im Ermessen des Gastgebers. Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Wenn der eine sagt, alles ist inklusive, dann kann das genauso teuer sein, als wenn einer billig an den Start geht, aber dann für diese Sachen ganz viel nimmt. Man muss eben die einzelnen Beträge zusammenzählen, damit man am Ende weiß, wie viel wirklich anfällt und dass die Urlaubskasse nicht aus dem Ruder läuft."

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