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StartseiteMarkt und MedienFernsehen statt soziale Netzwerke24.11.2012

Fernsehen statt soziale Netzwerke

Studie zur Sportmediennutzung im digitalen Zeitalter

Wissenschaftler des Instituts für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln haben sich mit der Sportmediennutzung in einer Studie auseinandergesetzt. Ein Ergebnis ist , dass sich die Mehrzahl der Interessierten primär über das Fernsehen informiert.

Von Peter Kolakowski

Onlinemedien liegen bei der Sportberichterstattung noch nicht vorne beim Interesse von Nutzern. (picture alliance / dpa - Tim Brakemeier)
Onlinemedien liegen bei der Sportberichterstattung noch nicht vorne beim Interesse von Nutzern. (picture alliance / dpa - Tim Brakemeier)

Onlinemedien stehen - trotz aller Prognosen – in Sachen Sportberichterstattung nicht auf dem Siegertreppchen. Noch nicht! Rund 82 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten zwischen 14 und 69 Jahren schätzen das Fernsehen als wichtigstes Informationsmedium vor allem für Fußballspiele, das Internet dagegen nur 42 Prozent, gefolgt von Tageszeitungen mit rund einem Viertel, so Petra Kombert vom Marktforschungsinstitut GfK-Enigma:

"Fernsehen ist nach wie vor eines der klassischen Medien, das weit vorne ist. Online wächst aber ist immer noch nicht dabei, die klassischen Medien zu überflügeln. Was sich auf jeden Fall auf dem Markt, gerade wenn man moderne und klassische Medien gegeneinanderstellt, auftun wird, wird sicherlich auch die Community Facebook sein. Da wird man sicher auch forcieren, Werbung zu schalten, herauszulesen, wie steht meine Marke, wie wird kommuniziert? Also das halte ich eigentlich für das Medium, wo sich am meisten tun wird in den nächsten Jahren."

Derzeit liegt im Rahmen der Onlinenutzung der Anteil sozialer Netzwerke als Sportinformationsmedium noch bei etwa 10 Prozent. An Sportberichten Interessierte verhalten sich gleichzeitig sehr Marken treu. Dies gilt für den Verein genauso wie für die Auswahl eines Fitnessstudios oder Produkts eines Sportartikelherstellers.

75 Prozent verlassen sich dabei auf persönliche Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Es ist daher damit zu rechnen, dass die sportaffine Werbewirtschaft zukünftig vor allem in sozialen Netzwerken noch mehr Daten über sportliche Hobbys, Vorlieben, Meinungen über Sportler, Mannschaften und Marken abgreift. Oder auch sportspezifische Bewegungsprofile erstellt, zum Beispiel in welchem Stadion man welches Spiel angeschaut hat. Immerhin geben laut Studie vier Fünftel der Bevölkerung an, sich für Sport zu interessieren. Die meisten der Befragten nutzen dabei am liebsten noch viele unterschiedliche Medien, crossmediale Werbung wird daher gerade im Sportbereich noch weiter wachsen, so Dr. Thomas Bruns, Leiter des Instituts für Kommunikations- und Medienforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln.

"Fernsehen ist zwar das Leitmedium nach wie vor, aber man sieht, dass es für bestimmte Zielgruppen einfach nicht reicht, Bandenwerbung übers Fernsehen zu machen, sondern man muss überlegen, wie erreiche ich meine Zielgruppe auch in dem Moment, wo ich den PC auf dem Schoß habe und im Internet surfe."

Und gleichzeitig die Tageszeitung links liegen lässt. Gerade bei jüngeren Rezipienten gehört der klassische Sportteil in der Zeitung, eindeutig zu den Verlierern.

"Die jüngere Zielgruppe ist zum Beispiel nicht mehr mit der Tageszeitung aufgewachsen, ist tatsächlich mit dem Tablet-PC aufgewachsen und nutzt den dann auch weiter, während die älteren Zielgruppen in ihrer Tageszeitung nutzen, jüngere Zielgruppen nutzen die kaum, ältere Zielgruppen nutzen sie sehr stark."

In der Studie nicht gefragt aber höchst interessant hält Dr. Thomas Bruns von der Deutschen Sporthochschule indes auch die Frage nach der Glaubwürdigkeit und Seriosität in der Sportberichterstattung. Denn je mehr die Werbewirtschaft und PR-Manager von Stars die Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren suchen, umso mehr Aufmerksamkeit müsse der Konsument auf die Quelle der Sportnachricht achten.

"Die Tageszeitung galt immer als das glaubwürdigste Medium. Mit dem Internet ist es zumindest aus der wissenschaftlichen Sicht noch nicht geklärt, inwieweit das Glaubwürdigkeit ist. Wobei ich glaube, dass auch das, wie wir in der Studie gesehen haben, überschätzt wird. Es gibt viele, die Blogs machen, ja, es gibt viele die twittern, ja. Aber wenn man sich anschaut, in der neuen ARD/ZDF online Studie. Drei Prozent der Bevölkerung twittern, nicht 30, was man möglicherweise annehmen würde, wenn man den Medien glaubt."

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