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Fest des Friedens - Fest der Völker - Fest der Täuschung

Vor 75 Jahren: Die Olympischen Sommerspiele in Berlin

Von Otto Langels

Weitspringer Jesse Owens gewann bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Goldmedaille.
Weitspringer Jesse Owens gewann bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Goldmedaille. (AP)

Um sich als weltoffen zu präsentieren, entfernten die Nationalsozialisten vor den Olympischen Spielen 1936 alle Anzeichen antisemitischer Hetze aus der Öffentlichkeit. Gleichzeitig schlossen sie die jüdische Hochspringerin Grete Bergmann von der Teilnahme aus.

"Tauben, unzählige, fliegen auf, künden vom Fest des Friedens, stehen noch eine kurze Weile wie eine riesige Wolke über dem steinernen Bau und entschwinden in der Ferne."

Eine Impression von der Eröffnungsfeier der 11. Olympischen Sommerspiele am 1. August 1936 im Berliner Olympiastadion, eine einzigartige Gelegenheit für das NS-Regime, Deutschland als friedliebende, fröhliche und erfolgreiche Nation zu präsentieren. Die Nationalsozialisten hatten Olympische Spiele zunächst als internationalistisch-pazifistisches Treiben abgelehnt, nach der Machtübernahme im Januar 1933 aber den möglichen propagandistischen Effekt eines sportlichen Großereignisses im eigenen Land rasch erkannt und erhebliche finanzielle Mittel in die Olympia-Werbung und den Ausbau der Sportstätten gesteckt.

Rudolf Heß, der "Stellvertreter des Führers", erklärte nach dem Ende der Spiele in einer internen Ansprache an NSDAP-Mitglieder auf dem Nürnberger Reichsparteitag:

"Für uns ist es kaum abzuschätzen, was die Olympischen Spiele bedeuten. Und dass die Olympischen Spiele überhaupt nach Deutschland kamen. Niemals wären die Olympischen Spiele nach Deutschland gelegt worden, wenn die Abstimmung über ihren Ort stattgefunden hätte, nachdem wir an der Macht waren."

Tatsächlich hatte das Internationale Olympische Komitee bereits 1931 mit großer Mehrheit für Berlin und gegen Barcelona als Austragungsort der Sommerspiele von 1936 gestimmt. Damit verbunden war die Zusage, auch Winterspiele ausrichten zu dürfen, die dann im Februar 1936 in Garmisch-Partenkirchen stattfanden.

Als das IOC über die Vergabe der 11. Olympischen Spiele entschied, war Deutschland noch eine Republik, gegen die es im Ausland keine Vorbehalte gab. Niemand konnte zu dem Zeitpunkt ahnen, dass zwei Jahre später die NSDAP die Macht übernehmen, das Deutsche Reich in eine Diktatur verwandeln und den olympischen Gedanken vom sportlichen Wettstreit ohne soziale, religiöse oder ethnische Diskriminierung mit Füßen treten würde.

Bereits 1933 übertrugen die Nazis ihre Rassenpolitik auf die Sportverbände. Hans von Tschammer und Osten, Reichssportkommissar der NS-Regierung erklärte im Mai 1933:

"Die Leibesübungen am deutschen Menschen haben, wenn sie überhaupt kulturellen Wert gewinnen sollen, der Erhaltung und Förderung unserer Rasse und ihrer Eigenart zu dienen. Grundsätzlich bestimmt den deutschen Sport der arische Mensch und die deutsche Jugenderziehung der Deutsche und nicht der Jude."

Eine der jüdischen Sportlerinnen und Sportler, die Opfer dieser Ausgrenzungspolitik wurden, war die Hochspringerin Gretel Bergmann. Sie stellte 1931 bei den Süddeutschen Meisterschaften mit 1,51 Meter einen Deutschen Rekord auf.

"Die meisten meiner Freunde waren nichtjüdisch, und das war nie, wirklich nie ein Problem, bis sich plötzlich alles in meinem Leben änderte. Im Frühjahr 1933, um meinen Geburtstag herum, kam ein Brief meines Sportvereins, es war kein schönes Geburtstagsgeschenk: "Du bist nicht mehr erwünscht, weil Du eine Jüdin bist! Heil Hitler." Und das war‘s."

Gretel Bergmann emigrierte daraufhin nach England. Angesichts der zunehmenden Diskriminierung der Juden drohte das IOC, die Spiele zu verlegen, falls Deutschland die olympischen Vorschriften nicht beachte. Die NS-Regierung sicherte daraufhin zu, auch jüdische Athleten ins Olympia-Team zu berufen, falls sie die erforderlichen Leistungen erreichten. Die Potsdamer Sporthistorikerin Jutta Braun über das taktische Vorgehen der Nationalsozialisten:

"Sie kamen auf die Idee, eine Alibijüdin zu nominieren. Es sollte also zum Schein ein jüdischer Sportler teilnehmen können. Die Diskussion konzentrierte sich dabei sehr früh auf Gretel Bergmann, weil sie so eine herausragende Hochspringerin dieser Zeit war."

Das NS-Regime zwang Gretel Bergmann zur Rückkehr und zur Teilnahme am Training für die Olympischen Spiele, indem es ihren noch in Deutschland lebenden Familienangehörigen Repressalien androhte. Bergmann setzte ihre erfolgreiche Karriere fort und stellte 1936 mit 1,60 Meter den Deutschen Rekord ein.

Braun:

"Zwei Wochen vor Beginn der Spiele jedoch erhielt Gretel Bergmann plötzlich ein Absageschreiben, in dem ihr in zynischen und knappen Worten mitgeteilt wurde, dass sie aus dem Kader ausdelegiert sei, weil ihre Leistungen nicht genügend seien."

Bergmann:

"Meine Kandidatur für die Olympia-Mannschaft war eine Schande. Der deutsche Staat führte die ganze Welt an der Nase herum."

Noch während der Olympischen Spiele wandte sich Gretel Bergmann an das amerikanische Konsulat in Stuttgart, um ihre Ausreise vorzubereiten. Im Mai 1937 emigrierte sie in die USA und erklärte, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen zu wollen. Nach dem Hinauswurf der Hochspringerin standen nur noch zwei Sportler im deutschen Olympiaaufgebot, die nach den Rassengesetzen der Nazis als sogenannte "Halbjuden" galten: der Eishockeyspieler Rudi Ball und die Fechterin Helene Mayer. Der Berliner Historiker Reinhard Rürup:

"Die Nazis wiesen nach mit denen aus ihrer Sicht jüdischen, sogenannt "halbjüdischen" Sportlern Helene Mayer und Rudi Ball, dass sie ja doch den Auflagen des IOC Rechnung trugen. Wenn sie dann im Zuge des Auswahlprozesses andere Sportler ausschlossen, das beunruhigte das Internationale Olympische Komitee keineswegs."

IOC-Mitglieder wie der Schwede Sigfrid Edström oder der US-Amerikaner Avery Brundage sympathisierten mit dem Nationalsozialismus. Brundage betonte gegenüber deutschen Gesprächspartnern, Politik habe nun einmal mit Sport nichts zu tun, und im Übrigen seien in seinem Club in Chicago weder Schwarze noch Juden zugelassen.

Nicht nur im Sport, generell versuchte das nationalsozialistische Deutschland, während der Olympischen Spiele die Fassade eines liberalen, weltoffenen Landes aufzubauen. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels forderte die "Volksgenossen" auf, charmanter als die Pariser, gemütlicher als die Wiener, liebenswürdiger als die Römer, weltmännischer als die Londoner und praktischer als die New Yorker zu sein.

"Wir haben nicht die Absicht, meine Damen und Herren, Ihnen Potemkinsche Dörfer vor Augen zu führen."

Betonte Joseph Goebbels vor Beginn der Olympischen Spiele gegenüber Vertretern der Auslandspresse.

"Sie können sich in Deutschland mitten unter unserem Volke bewegen und werden wahrscheinlich an den lachenden Gesichtern der Bürger unseres Volkes feststellen können, dass das deutsche Volk in der Tat in den vergangenen dreieinhalb Jahren besser und glücklicher geworden ist."

Politiker, Intellektuelle und Sportfunktionäre aus den USA, Spanien, den Niederlanden, Skandinavien und England riefen zum Boykott der Olympischen Spiele auf und forderten die Verlegung in ein freies Land. Im IOC fanden solche Appelle jedoch kaum Gehör, so Reinhard Rürup:

"Im IOC gab es gar keine Boykottüberlegungen, aber es gab eine durchaus breite Boykottbewegung in einer ganzen Reihe von europäischen Ländern, aber auch in Indien zum Beispiel. Und in den USA wurde in der Athletic Union, dem größten amerikanischen Leichtathletik-Verband, die Entscheidung mit einer Mehrheit von zwei Stimmen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 36 in Berlin getroffen."

Nach der Entscheidung des amerikanischen Sportverbandes versandete die Boykott-Bewegung. Die sogenannte Volksolympiade, die im Juli 1936 in Barcelona als Gegenveranstaltung geplant war, konnte wegen des ausbrechenden spanischen Bürgerkriegs nicht stattfinden. Und nur wenige bekannte jüdische Athleten verzichteten auf einen Start in Berlin.

"Es gab zum Beispiel österreichische Schwimmerinnen, die ausdrücklich aus Gewissensgründen, wie sie formuliert haben, ihre Beteiligung an den Olympischen Spielen in Berlin abgesagt haben. Zum Beispiel Ruth Langer, die damals 15 Jahre alt war, österreichische Meisterin in 100 und 400 Meter Freistil-Schwimmen, die Medaillenchancen hatte, die sagte, das geht nicht. Oder Judith Deutsch, eine weitere österreichische Schwimmerin. Die wurden natürlich sofort ausgeschlossen aus dem österreichischen Schwimmverband."

Erst ein halbes Jahrhundert später hob der österreichische Verband die lebenslangen Sperren auf. Nachdem ein weitreichender Boykott abgewendet war, stand der Durchführung der Olympischen Spiele in Berlin als Propagandaschau des NS-Staates nichts mehr im Wege.

"Die Regierung Adolf Hitlers hat sich vorbehaltlos für die Vorbereitung der Spiele eingesetzt."

Erklärte Carl Diem, der Generalsekretär des Organisationskomitees.

"Unser Führer und Kanzler hat persönlich nicht nur die Schirmherrschaft über die Spiele übernommen, sondern auch durch seine Entscheidung für den Bau des Reichssportfeldes die Möglichkeit geschaffen, dass der äußere Rahmen der Olympischen Spiele so großartig und glanzvoll wird wie kaum zuvor."

Ausschnitt aus dem Rundfunkaufruf:

"Der Rundfunk ruft zu Deutschlands Olympischen Spielen 1936: Europa, Asien, Afrika, Australien, Amerika. Ich rufe die Jugend der Welt."

Hitler:

"Ich verkünde die Spiele von Berlin zur Feier der 11. Olympiade neuer Zeitrechnung als eröffnet."

Ungeachtet aller politischen Propagandaeffekte waren die Spiele ein großes sportliches Ereignis. Knapp 4000 Athleten aus 49 Nationen nahmen daran teil, so viele wie nie zuvor. In 129 Wettbewerben stellten sie 49 olympische und 15 Weltrekorde auf. Einer der Höhepunkte war der 100-Meter-Endlauf der Männer.

"Müller pfeift. Ruhe soll herrschen im großen Stadion der Hunderttausend. Da sind alle nervös jetzt. Da treten sie wie Vollblutpferde vor den Start. Auf der Innenbahn Jesse Owens, in der Mitte die vier Weißen, zwei Schwarze gegen vier Weiße. Atemlos verfolgt die Menge jetzt den Start, auf die Plätze, fertig, los ... Jetzt kommt Jesse Owens ... Jesse Owens unschlagbar."

Herausragender Athlet der Spiele war der US-amerikanische Sprinter und Weitspringer Jesse Owens. In den Augen der rassistisch eingestellten Nazis war der schwarze Sportler eine Provokation. Bis heute hält sich die Legende, Hitler habe den amerikanischen Wunderläufer ignoriert.

Rürup:

"Der Jesse Owens war ja auch für das große Publikum im Olympiastadion der Star der Spiele, und er hat vier Goldmedaillen gewonnen und war in allen Kurzstreckenlauf-Wettbewerben ganz eindeutig überlegen und im Weitsprung. Also das war ein Ausnahmesportler, und das wurde akzeptiert."

Aber auch die deutschen Athleten waren außerordentlich erfolgreich, nicht zuletzt dank einer intensiven Vorbereitung. Zwei deutsche Turner gewannen sechs beziehungsweise fünf Medaillen, darunter je dreimal Gold. Mit 33 Gold-, 26 Silber- und 30 Bronzemedaillen belegten die Deutschen in der Nationen-Wertung den ersten Platz, weit vor den favorisierten USA, ein bis heute einmaliges Ergebnis. Unerwartete Niederlagen wie in der 4 x 100 Meter-Staffel der Frauen ließen sich da verschmerzen.

"Die Dollinger schießt in der Kurve davon, hat sechs Meter, sieben Meter Vorsprung ... die Dörffeldt fasst sich an den Kopf. Sie hatte den Stab schon in der Hand, und dann ließ sie ihn fallen. Und der sichere Sieg, die sichere Goldmedaille für Deutschland war dahin."

Um sich als friedliches und weltoffenes Land zu präsentieren, hatten die Nationalsozialisten im Vorfeld der Spiele alle Anzeichen antisemitischer Hetze aus der Öffentlichkeit entfernt. Die zahlreichen Verbotsschilder für Juden verschwanden aus dem Straßenbild, die Schaukästen mit dem "Stürmer", dem radikalen Hetzblatt der Nazis, blieben leer.

Propagandaminister Joseph Goebbels verstieg sich zu der Bemerkung, eine neue Epoche des wirklichen Friedens auf allen Gebieten sei eingeleitet. Die Realität sah anders aus. Die rassistische Ausgrenzung und Verfolgung politischer Gegner lief während der Olympischen Spiele unvermindert weiter.

Rürup:

"Die Arbeiten für den Neubau des sogenannten Muster-KZ Sachsenhausen begannen im Juli 1936, und im September 36 waren bereits 1000 Häftlinge in Sachsenhausen. Das lief völlig parallel mit den Olympischen Spielen. Und man hatte das große Interesse, die Sinti und Roma, wie es damals hieß, aus dem Stadtbild zu entfernen und errichtete ein sogenanntes Zigeunerlager in Marzahn."

Während im Olympiastadion Friedenstauben aufstiegen, verabschiedete die NS-Führung den sogenannten Vierjahresplan, wonach Wehrmacht und Wirtschaft innerhalb von vier Jahren kriegsbereit sein sollten. In den Stadien dominierten die Uniformen von Wehrmacht, SA und SS.

"Die Gestapo überwachte den Postverkehr der Olympiateilnehmer. Und es gab ein eigenes Postamt dafür in Charlottenburg. Und in Döberitz, direkt neben dem olympischen Dorf westlich von Berlin, marschierte in den Tagen, in denen die Olympischen Spiele begannen, die Legion Condor aus, um sich nach Spanien zu begeben und am spanischen Bürgerkrieg zugunsten Francos teilzunehmen."

Die Hoffnung mancher Olympiabefürworter, die Weltspiele der Jugend könnten sich positiv auf eine demokratische Entwicklung im Deutschen Reich auswirken, erfüllte sich nicht - eine Argumentation im Übrigen, wie sie im Vorfeld der Spiele von Peking im Jahre 2008 erneut zu hören war. Die olympische Bewegung, die sich selber immer wieder gerne als Anwärter auf den Friedensnobelpreis sieht, vermochte diese Erwartung nie einzulösen.

Rürup:

"Es gibt von John Heartfield zum Beispiel ein wunderbares Bild, wo Goebbels fünf Sportler hinter sich herführt an Nasenringen, das sind die fünf olympischen Ringe."

Ein Bild, das damals in der internationalen Öffentlichkeit aber ebenso wenig Resonanz fand wie der Appell des aus Deutschland vertriebenen Schriftstellers Heinrich Mann auf der Konferenz zur Verteidigung des Olympischen Idee im Juni 1936 in Paris:

"Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitliche Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt."

Die Regisseurin Leni Riefenstahl lieferte mit ihrem umstrittenen zweiteiligen Dokumentarfilm "Fest der Völker und Fest der Schönheit" der Nachwelt einen opulenten visuellen Eindruck von den Olympischen Spielen. Untermalt von pompöser Musik und Glockengeläut zeigen die letzten Sequenzen das Einholen der Fahne mit den fünf Ringen, das Erlöschen des olympischen Feuers und im Kontrast dazu den Lichtdom, mit dem Hitlers Architekt Albert Speer die Schlussfeier der Sommerspiele am 16. August im Berliner Olympiastadion krönte.

Die senkrecht nach oben gerichteten Lichtbündel wirken wie eine Vorahnung auf kommende Kriegsnächte, in denen Flakscheinwerfer den Himmel nach feindlichen Flugzeugen absuchen.

Rürup:

"1936 hatten die Nazis noch kein anderes Land überfallen, noch keinen Weltkrieg begonnen. Sie hatten noch keine Krankenmorde begangen, noch keinen Holocaust. Also die großen Verbrechen des Dritten Reiches, die gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dieses muss man vielleicht auch sehen, dass drei Jahre später dieses System, was hier die großen Friedensspiele inszeniert, einen Krieg beginnt, der dazu führt, dass auch diese Sportler in einem außerordentlich hohen Maße, wie man dann so sagte, ihren Blutzoll zu entrichten hatten für das historische Geschehen."

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