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StartseiteVerbrauchertippWider die Restefalle08.12.2017

Festessen richtig planenWider die Restefalle

Pro Person und Jahr werfen wir rund 82 Kilo Lebensmittel weg. Auch beim bevorstehenden Festtagsmarathon werden wieder viele Essensreste übrig bleiben. Dabei kann man mit einer richtigen Planung und ein paar Tricks schon viel gegen die Lebensmittelverschwendung tun.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

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Eine gebratene Pute steht auf einem Festtagsstisch zum vierten Advent (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
Bei einer kleinen Runde eignet sich von der Menge her Geflügelbrust und Keulen. Sind mehr Leute am Tisch, kann es der Puter oder die ganze Gans sein (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
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"Wenn ich Reste vermeiden will, dann ist eine gute Planung das A und O", sagt die Lehrerin für Hauswirtschaft und Ernährung Annette Sanders. Dabei sei zu beachten: Wer kommt, wie viele Personen sind insgesamt eingeladen, welche Essensvorlieben oder Abneigungen muss man berücksichtigen.

"Also einen großen Braten zu planen, wenn drei Vegetarier am Tisch mit sitzen, ist keine gute Idee. Dann sind die Reste vorprogrammiert." 

Eine Einkaufs- und to-do-Liste ist unabdingbar 

Außerdem sollte der Gastgeber einkalkulieren, dass ältere Menschen und Kinder weniger essen. Wenn dann das drei bis vier Gänge Menü fest steht, ist eine Einkaufs- und to-do-Liste unabdingbar. Bei dieser kommt es dann auf die Reihenfolge der Abläufe an. Beispielsweise: Was kann man vor dem Fest bereits vorbereiten. Nicht vergessen,  beim Händler oder Bauern Geflügel, Fleisch oder Fisch vorbestellen und die frischen Zutaten der Liste erst am letzten Tag besorgen.

Henrik Müller ist Koch in einem Catering Unternehmen in Münster. Ein Blick auf seinen Tagesplan oder gar Wochenplan in der Großküche lässt erkennen, dass ohne genaueste Planung - vom Einkauf bis zur Fertigstellung- nichts geht.  

"Gerade war es eine dunkle Grundsauce, die sich auch sehr gut eignet einige Tage vor dem Fest vorzubereiten."

Auch Suppen sind im Voraus gut zuzubereiten, sagt er.

Ein Hauptgang für zwei bis vier Personen müsse anders geplant werden, als für sechs bis zehn Gäste. Bei einer kleinen Runde eignet sich von der Menge her beispielsweise Geflügelbrust und Keulen. Sind mehr Leute am Tisch, kann es der Puter oder die ganze Gans sein.

Bei schwieriger Portionierung sind Schöpfgerichte gut

Das kommt den empfohlenen Portionsgrößen für Geflügel und Fleisch von 150 bis 200 Gramm pro Person entgegen. Auch für Gemüse, Reis und Nudeln gibt es Richtwerte - zu finden unter anderem im Internet -, damit man nicht zu viel kocht und keine Reste übrig bleiben.

Je mehr Gäste kommen, umso schwieriger die richtige Portionierung. Ein Tipp vom Profikoch:
 
"Deswegen sind Schöpfgerichte wie zum Beispiel boeuf bourguignon oder ein klassisches Gulasch sehr gut." 

Ernährungsexpertin Annette Sanders erinnert außerdem daran, dass bei einem üppigen Menu die einzelnen Gänge kleiner ausfallen können und somit möglichst nichts übrig bleibt. Bei einer Suppe  wäre dann eine normale Suppentasse das Maß.

Bei exotischen Varianten lauert die Restefalle

Auch mit Tiefkühlkost, wie Kartoffelkroketten oder Brokkoliröschen, lässt sich leichter nach Personenzahl portionieren.  

"Was auch noch eine gute Idee ist, wenn man so ein Menü plant und möglichst wenig Reste haben möchte ist, dass man die Speisen als Tellergericht anbietet, also wirklich serviert." 

Zeitschriften überbieten sich derzeit mit verführerischen Foto-Rezepten für die Festtage. Gern auch in exotischen Varianten. Vorsicht, hier lauert die Restefalle. Wenn man das Gericht noch nie gekocht hat, die Gewürze nicht kennt, kann das Experiment leicht daneben gehen und der Wunsch nach etwas Besonderem landet schnell im Mülleimer. Ultimativer Tipp vom Koch Henrik Müller:
 
"Dann tut’s wahrscheinlich besser der Kartoffelsalat und Würstchen."  

Selbst gemacht und lauwarm serviert, durchaus ein Genuss. Und sollte bei bester Planung, trotzdem etwas übrig bleiben, dann ist ein kreatives Resteessen die erste Wahl.     

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