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StartseiteVerbrauchertippZinsportale im Test16.01.2018

Festgeld und TagesgeldZinsportale im Test

Beim Sparen auf Finanzportale zurückzugreifen und die dortigen Angebote zu vergleichen, kann sich finanziell lohnen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest. Allerdings: Verbraucher sollten sich vorab genau informieren, bevor sie sich entscheiden, ihr Geld online bei einer Bank anzulegen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Mann hält Geldscheine in der Hand (imago / Schöning)
Finanzportale sind eine gute Möglichkeit, sich schnell und bequem über Angebote zu informieren (imago / Schöning)
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Zinsportale liegen derzeit im Trend. Sie vermitteln Tages- oder auch Festgeld-Angebote aus dem In- und Ausland - und das oft sogar mit etwas besseren Zinskonditionen als beispielsweise die heimische Hausbank bieten kann. Die Portale sind hierbei lediglich Vermittler - sie brauchen dafür auch keine  Banklizenz.

Inzwischen sind aber auch traditionelle Bankhäuser unter den Portalbetreibern - beispielsweise die Deutsche Bank. Für Bankkunden, die derzeit etwas mehr an Zinsen suchen, können die Portale eine Alternative sein, sagt Ariane Lauenburg, Anlageexpertin der Stiftung Warentest:

"Zinsportale sind eine bequeme Möglichkeit für Sparer, Angebote auch von anderen Banken anzunehmen. Sie müssen sich nur einmal bei dem Portal anmelden, dann wird Ihr Geld über eine Partnerbank beispielsweise im Ausland angelegt. Diese kann oft bessere Zinsen bieten als die Hausbank.

Der Vorteil ist, dass man sich nicht bei jeder Bank immer wieder identifizieren muss. Sondern jederzeit frei wählen kann, wo man anlegen möchte."

Oft sind es nur ein paar Zehntelprozent mehr, die über Zinsportale angeboten werden. Doch in Niedrigzinsphasen wie derzeit, kann dies mitunter - und je nach Höhe der Anlagesumme - recht attraktiv sein. 
"Bei vielen Filialbanken bekommen Anleger im Moment so gut wie nichts - zum Teil 0 Prozent, zum Teil 0,1 oder 0,2 Prozent. Wenn man zu einer Onlinebank geht, bekommt man mehr: In der Regel so ungefähr 0,8 Prozent für Tagesgeld, für ein Festgeld mit einjähriger Laufzeit in etwa 1,0 Prozent. Viel mehr ist nicht drin."

Vorsicht bei Angeboten aus Bulgarien und Rumänien

Viele Angebote auf den Zinsportalen klingen somit erst einmal gut, allerdings sind nicht alle auch eine Empfehlung wert. Für die Stiftung Warentest ist entscheidend, in welchen Ländern die Banken mit ihren Zinsangeboten operieren. Häufig sind beispielsweise attraktive Offerten aus Bulgarien oder Rumänien darunter. Doch hier sei Vorsicht angesagt, sagt Ariane Lauenburg: Denn obwohl die Länder in der EU sind und somit die Einlagensicherung für den Fall einer Bankenpleite vorgeschrieben sei, blieben Zweifel:

"Eigentlich ist die Einlagensicherung in den Ländern der Europäischen Union einheitlich geregelt. Es sind immer 100.000 Euro gesetzlich garantiert. Wir empfehlen trotzdem nicht sämtliche Banken aus allen Ländern.

Wir glauben  nicht, dass bestimmte Länder, deren Einlagensicherungstöpfe noch nicht so gut gefüllt sind, auch wirklich im Falle einer Bankenpleite zeitnah entschädigen. Als Kriterium nehmen wir hier die Bewertungen der großen Ratingagenturen. Wenn diese schlechte Noten geben, führen wir solche Banken aus solchen Ländern nicht auf."

Herkunftsländer genau angucken

Die Warentester raten dazu, sich die Herkunftsländer der Banken auf einem Zinsportal genau anzuschauen. Fazit: Wer eine bessere Verzinsung sucht, kann auf den Portalen fündig werden. Und da inzwischen auch Traditionsbanken eigene Zinsportale betreiben, lohnt sich vielleicht schon das konkrete Nachfragen beim Kundenberater, um ein paar Zehntelprozent Zinsen mehr zu bekommen. Ariane Lauenburg.   

"Wenn man bei der Deutschen Bank ist, kann man über "Zinsmarkt" bei einer deutschen und einer französischen Bank das Geld anlegen. Dort bekommt man deutlich mehr, als wenn man bei der Deutschen Bank selbst anlegen würde."

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