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StartseiteVerbrauchertippWas man gegen Schimmel tun kann11.04.2018

Feuchte KellerWas man gegen Schimmel tun kann

Feuchte Keller sind ein Ärgernis - und sind auch bei Neubauten keine Seltenmittel. Als Gegenmittel setzen Hausbesitzer oft auf einen neuen Isolierputz von innen. Doch Experten warnen: Diese Lösung ist nur kurzfristig wirksam - und bringt zudem oft keine Kostenersparnis.

Von Detlev Karg

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Schimmelpilz an der Wand einer Wohnung (imago / Felix Jason)
Eine Sanierung von außen ist oft effektiver als ein neuer Anstrich von innen (imago / Felix Jason)
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Ganz gleich, ob 100, 50 oder 30 Jahre alt: feuchte Kellermauern gehören für Hausherren oft zum Alltag. Dabei drückt in den meisten Fällen Feuchte aus dem Erdreich von außen gegen die Mauern. Salze im Ziegel und im Mörtel lösen sich und blühen nach innen aus. Diese Kristalle sprengen den Putz von der Wand und lassen Farbe abblättern. Außerdem macht die feuchte Raumluft oft den Bewohnern zu schaffen: Es ist muffig und Schimmel kann entstehen. Gewissheit über die Lage gibt meist ein Baugutachten zu den Ursachen, für das man 500 Euro kalkulieren sollte. Der Gutachter empfiehlt dann die richtige Sanierung. Meist wird dazu das Erdreich rund um das Haus ausgehoben:

"Wenn ich ein freistehendes Einfamilienhaus habe und komme von allen Seiten ran, kann ich eigentlich nur von außen rangehen, um vernünftig die feuchten Wände zu sanieren",

 erklärt Bertold Möller, öffentlich bestellter Sachverständiger der Handwerkskammer Lübeck. Er hat zahlreiche Sanierungen betreut und auch selbst verantwortet. Und er weiß: Jedes Haus ist unterschiedlich. Manchmal versagen Dämmungen und Schutzanstriche vergleichsweise junger Häuser aus den 1980er- und 90er-Jahren. In anderen Fällen entstehen die Schäden durch Wurzeln von Bäumen oder Sträuchern, die an das Mauerwerk wachsen.

Fachgerechte Sanierung oft unumgänglich

Eine fachgerechte Sanierung der Mauern von außen ist also  meist unumgänglich. Dabei wird auf die Mauern eine neue, wasserdichte Beschichtung aufgebracht. Außerdem wird versucht, dass Wasser möglichst vom Mauerwerk abzuleiten, erklärt  Bertold Möller.

"Unten am Fundament, da liegt dann meine Drainage, die würde ich immer mit einbauen, Und dann kommt davor ein Anfüllschutz. Und dieser wird hinuntergeführt, sodass, wenn Wasser an die Wand kommt, durch diese Matte das Wasser direkt in die Drainage abgeleitet wird. Zur richtigen Dichtung kommt gar kein Wasser mehr hin."

Standardmäßig wird gleichzeitig normalerweise noch eine Dämmung aus Styropor mit eingebaut. Da im Erdreich ganzjährig Temperaturen von rund fünf Grad Celsius herrschen, ist das zugleich eine sinnvolle Energiesparmaßnahme. Je nach Wohnlage und Region sollten Hausbesitzer mit rund 300 bis 500 Euro pro laufenden Meter Kellerwand rechnen. Ist von außen alles erledigt, sollte man den Mauern noch ein bis zwei Jahre Zeit geben, um komplett auszutrocknen, denn das Wasser kann nur noch nach innen entweichen und mit ihm die letzten Ausblühungen. Erst dann sollte im Keller ein neuer Innenputz und neue Farbe aufgetragen werden.

Anstriche von innen sind  keine langfristige Lösung

Es gibt zwar Alternativen, wie das Auftragen von Isolierputzen von innen. Diese Lösung ist aber kaum preiswerter und wirkt nur begrenzt. Dabei werden zunächst diverse Anstriche von innen auf die schadhafte Mauer aufgetragen. Bertold Möller:

"Darauf kommt dann der Isolierputz, der  dann diese Salzablagerungen 20-30 Jahre in sich ablagern kann."

Das eigentliche Problem wird so nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben.

"Von außen ist immer die beste Lösung, vor allem weil ich von außen den Fall beurteilen kann, und das kann ich von innen überhaupt nicht."

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