Samstag, 20.01.2018
StartseiteVerbrauchertippSicher durch die Silvesternacht27.12.2017

FeuerwerkSicher durch die Silvesternacht

Der richtige Umgang mit den immer beliebter werdenden Raketenbatterien, einzuhaltende Sicherheitsstandards und eine neue EU-Richtlinie: Was sich 2017 beim Silvesterfeuerwerk ändert und was es beim Einkauf und Zünden zu beachten gibt.

Von Daniela Siebert

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Jugendliche zünden eine Rakete an (imago/stock&people/Tar Tass)
Jugendliche zünden eine Rakete an (imago/stock&people/Tar Tass)
Mehr zum Thema

Neujahrsfest Rituale des Übergangs in den verschiedenen Kulturen

Glosse Böllerei und Schützenvereine bitte achten!

Schutz vor Schäden Böller, Kerzen und andere Katastrophen: Wer zahlt?

Silvester Feuerwerk ist Charaktersache

Bunte Knallerei Mit Farbenfeuer gegen die Geister

Am 31. Dezember ist es wieder so weit: für wenige Stunden dürfen auch Amateure gefährliches Feuerwerk der Kategorie F2 zünden. Von wann bis wann genau, bestimmen die Kommunen. Wichtig dabei: Alte Raketen und Böller aus den Vorjahren darf man nicht mehr verballern. Christian Lohrer von der Bundesanstalt für Materialforschung, kurz BAM.

"Im Juni 2017 wurde eine europäische Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt, dahingehend, dass dieses Silvester die Verwendung von Gegenständen mit Alt-Zulassung nicht mehr erlaubt sind."

Kein Böllerkauf im Ausland

Bei Feuerwerkskörpern gibt es verschiedene Kategorien. Was in der Nacht zum 1. Januar leuchtet und knallt, fällt meist in die Sicherheitskategorie F2. Diese Produkte dürfen nur an Personen über 18 verkauft werden. Auf den Packungen sollte ein CE - Zeichen stehen, in Kombination mit einer Registrier- und einer Kennnummer, empfiehlt Christian Lohrer. Damit würden die Mindestsicherheitsstandards der EU garantiert. Vom Böllerkauf im Ausland rät er ab, selbst wenn es ein EU-Nachbarland sei.

"Es beginnt schon mit der Sprache, die dann für Sie nicht notwendigerweise verständlich auf dem Gegenstand vorliegt, zum anderen gibt es im Ausland ganz andere Bestimmungen wie die Altersvorschriften und in Deutschland gibt es einige ausgewählte Feuerwerkskörper der Kategorie F2, die Sie hier nur mit einer behördlichen Erlaubnis erwerben und verwenden dürfen, z. B. die sogenannten Blitzknallkörper, die eine entsprechend höhere Gefährdung haben."

Universelle Tipps

Die Gebrauchsanleitung sollte man sich im Voraus gründlich durchlesen und nicht erst um Mitternacht, wenn die Knallerei losgeht, rät die BAM . Grundsätzlich gibt es ein paar Empfehlungen, die immer einzuhalten sind:

  • Nach dem Zünden von F2-Feuerwerkskörpern mindestens auf acht Meter Sicherheits-Abstand gehen.
  • Knaller niemals in der Hand anzünden, sondern auf den Boden legen.
  • Raketen, die an einen Holzstab montiert sind, standfest aufstellen: am besten in eine Glasflasche, die in einem Getränkekasten steht.

Immer beliebter werden Raketenbatterien, die man in einem Block auf den Boden stellt.

"Niemals den Oberkörper oder sonstige Körperteile über die Abschussrohre halten beim Anzünden, also seitlich stehend mit ausgestrecktem Arm die Anzündschnur anzünden."

Gefahr durch Lautstärke

Ein besonderes Risiko stellt Feuerwerk übrigens auch für die Ohren dar. Matthias Lohaus, Hals-Nasen-Ohrenarzt in Berlin.

"Wenn Böller direkt vorm Ohr losgehen, dann kann es zu Explosionstraumata kommen, die im Extremfall zu Verbrennungen und Trommelfelldefekt führen können, sehr viel häufiger sind allerdings Knalltraumata, wo das Gehör Schaden nehmen kann in dem Sinne dass ein bleibender Hörverlust sein kann oder ein Ton auf dem Ohr, meistens ein Pfeifton."

Typisches Symptom für ein Knalltrauma sind schlechteres Hören oder ein Störgeräusch. Auch Schmerzen, Schwindel oder das Gefühl einer Verstopfung im Ohr können vorkommen. Wer derlei 24 Stunden nach dem Feuerwerk immer noch spüre, sollte umgehend zum Ohrenarzt gehen rät Lohaus.

Schutz vor der Knallerei bieten Ohrstöpsel, aber nicht die beliebten Taschentuchkügelchen. Noch besser sei es aber sich von Knallkörpern ganz fernzuhalten, empfiehlt neben Matthias Lohaus auch die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Der komplette Verzicht auf Silvesterfeuerwerk hätte noch mindestens einen weiteren Vorteil: weniger Feinstaub. Nie ist die Belastung damit so hoch wie am 1. Januar.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk