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StartseiteNachrichten vertieftHöchster Mathematik-Preis erstmals für eine Frau13.08.2014

Fields-MedailleHöchster Mathematik-Preis erstmals für eine Frau

52 Mal wurde bisher der inoffizielle Nobelpreis für Mathematik, die Fields-Medaille, verliehen – immer an Männer. Nun wurde erstmals eine Frau ausgezeichnet. Die 36-jährige Maryam Mirzakhani habe beeindruckende Fortschritte im Bereich der riemannschen Geometrie gemacht, hieß es zur Begründung.

Südkoreas Präsidentin Park Geun-Hye (l.) übergibt die Fields-Medaille auf dem Internationalen Mathematikerkongress 2014 in Seoul an Maryam Mirzakhani, Mathematikerin und Professorin an der Stanford Universität in Kalifornien. (AFP / The Seoul ICM 2014)
Südkoreas Präsidentin Park Geun-Hye (l.) hat Maryam Mirzakhani mit der Fields-Medaille ausgezeichnet. (AFP / The Seoul ICM 2014)
Weiterführende Information

Gleichungen, die Ungeheuer bändigen (Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 24.05.2013)

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Die Iranerin Maryam Mirzakhani wurde von Südkoreas Präsidentin Park Geun-Hye mit der renommierten Fields-Medaille der Internationalen Mathematischen Union geehrt. Mirzakhani nannte die Auszeichnung eine "große Ehre". In einer Mitteilung ihrer Universität hieß es, sie hoffe darauf, dass sie viele andere junge Wissenschaftlerinnen und Mathematikerinnen bestärken werde. Sie sei sich sicher, dass künftige viele Frauen derartige Preise erhielten.

Mirzakhani bekam die Auszeichnung für ihre Forschungen im Bereich der riemannschen Geometrie, die auch im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie Albert Einsteins eine wichtige Rolle spielen. Die im 19. Jahrhundert von Bernhard Riemann entwickelte Theorie ermöglicht es, Winkel, Längen, Abstände und Volumen zu messen. Dabei gilt etwa das verblüffende Gesetz, dass die kürzesten Strecken zwischen Punkten statt gerade auch gekrümmt sein können.

Preis für junge Mathematiker

Die Fields-Medaille, häufig als "Nobelpreis der Mathematik" bezeichnet, wird nur alle vier Jahre verliehen. Im Gegensatz zum Nobelpreis gibt es allerdings eine Altersgrenze: Der Empfänger der Medaille muss im Jahr vor der Verleihung jünger als 40 Jahre gewesen sein. Mirzakhani ist die erste Frau, die den Preis seit seiner Einführung 1936 bekommen hat.

Neben der Geometrie-Expertin Mirzakhani wurden auch der Chaosforscher Artur Avila, der Zahlentheoretiker Manjul Bhargava sowie der Stochastiker Martin Hairer mit der Fields-Medaille ausgezeichnet. Die Verleihung fand auf dem Mathematiker-Kongress IMC in Südkoreas Hauptstadt Seoul statt. Die Preisträger erhalten neben der Medaille ein Preisgeld von umgerechnet rund 10.000 Euro.

Maryam Mirzakhani wurde 1977 in Teheran geboren und gewann schon als Jugendliche Goldmedaillen bei internationalen Mathematik-Olympiaden. Die Geometrie-Expertin machte ihren Doktor an der US-Eliteuniversität Harvard. Seit 2008 ist sie Professorin in Stanford, wo sie mit ihrem Mann und ihrer dreijährigen Tochter lebt.

(tj/bor)

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