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FIFA-KongressWM 2026 findet in Nordamerika statt

Der FIFA-Kongress in Moskau (imago sportfotodienst)
Der FIFA-Kongress in Moskau hat entschieden, dass die Fußball-WM 2026 in Nordamerika ausgetragen wird. (imago sportfotodienst)

Die Fußball-WM 2026 wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Beim FIFA-Kongress in Moskau erhielt die Bewerbung aus Nordamerika 134 von Stimmen. Für die Konkurrenz aus Marokko stimmten 65 Mitgliedsverbände der FIFA, einer votierte gegen beide Bewerbungen.

Marokko hatte im FIFA-Evaluierungsbericht das Nachsehen. In dem nordafrikanischen Land müssten neun Arenen neu errichtet werden, auch Transport und Hotels stellen nach Ansicht der Gutachter Probleme dar. Die amerikanischen Bewerber schnitten nur in Bezug auf die erwartete staatliche Unterstützung schlechter ab. FIFA-Präsident Gianni Infantino gilt als Befürworter der nordamerikanischen Bewerbung. Hauptgrund sollen die im Vergleich zu Marokko mehr als doppelt so hohen in Aussicht gestellten Einnahmen sein: Von 14 Milliarden US-Dollar ist die Rede. Marokko beschwerte sich mehrfach, dass die FIFA die amerikanische Bewerbung bevorteile.

Bei der Abstimmung kam ein neues Wahlsystem zum Tragen. Erstmals ermittelte der Kongress den WM-Gastgeber in offener Abstimmung aller Verbände. Früher votierten nur die wenigen Funktionäre des Exekutivkomitees geheim - dieses System galt als höchst korruptionsanfällig. Die Vergaben der Turniere nach Russland (2018) und Katar (2022) sind bis heute Gegenstand von Ermittlungen.

Doch auch das neue System war nicht frei von Einflussnahmen. US-Präsident Trump drohte mit Konsequenzen für Länder, die die nordamerikanische Bewerbung nicht unterstützen würden. Durch die offene Abstimmung hätten sich daher Entwicklungsländer genötigt sehen können, für den Dreierbund aus USA, Kanada und Mexiko zu stimmen.

Diese Nachricht wurde am 14.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.