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StartseiteSport AktuellWechsel in die Opferrolle16.03.2016

FIFAWechsel in die Opferrolle

Die FIFA sucht in der Korruptionsaffäre um den Fußball-Weltverband nun die Offensive und fordert von 41 Ex-Funktionären und Managern aus dem Fußballbusiness Schadensersatz von gut 28 Millionen Dollar. Ein entsprechender Antrag ging jetzt bei den ermittelnden US-Behörden ein.

Von Thomas Kistner

Die FIFA-Zentrale in Zürich (dpa / picture-alliance / Walter Bieri)
Die FIFA-Zentrale in Zürich (dpa / picture-alliance / Walter Bieri)

Die US-Justiz hatte bereits im Mai und Dezember 2010 detaillierte Anklageschriften vorgelegt. Diese dienen als Basis für die Rückforderungen des Weltverbandes. Damit eröffnet die Fifa jedoch ein gefährliches Spiel. Ziel der Beschuldigten wird nun sein, ihr korruptes Treiben als branchenüblich darzustellen – mit Mitwissern im Weltverband. Trotzdem muss die Fifa den Klageweg gehen, wenn sie in den Augen der US-Justiz ihren Opferstatus im Fußballsumpf beibehalten will. Wird sie als Täter unter dem amerikanischen Anti-Mafia-Gesetz RICO angesehen, kann die Fifa den Betrieb einstellen.

Der Vorgehen der US-Anwälte signalisiert allen Ex-Spitzenfunktionäre Ungemach. Vorneweg für Sepp Blatter: Gegen den langjährigen Fifa-Boss ermittelt bereits die Schweizer Bundesjustiz in zwei Verdachtsfällen auf untreue Geschäftsbesorgung, allein hier könnte die Schadenssumme bis zu 20 Millionen Dollar betragen.

DFB immer mehr in der Zwickmühle

Sorgen muss das Fifa-Vorgehen auch den deutschen WM-2006-Betreibern machen. Die Fifa-Anwälte werten eine 10-Millionen-Dollar-Zahlung des Veranstalters der WM 2010, Südafrika, an den karibischen Skandalfunktionär Jack Warner als korrupt. Eine ähnlich gelagerte Zahlung gab es auch vom deutschen WM-OK an eine Privatfirma in Katar. Bisher wurden diese Millionen als Vorschuss an die Fifa dargestellt, die dafür einen viel höheren Organisationszuschuss gezahlt habe. Bleibt es bei dieser Version, müsste die Fifa nun die Millionen zurückfordern, weil sie diese niemals erhalten hat. Rücken die deutschen WM-Betreiber jedoch von ihrer Vorschuss-Version ab, wäre klar, dass es damals eine Schmiergeldzahlung gab.

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